F.A.Z. Frühdenker Weekend • Kulturrevolution beim Ehegattensplitting: „Hält die Frauen vom Arbeiten ab

Shownotes

Das Ehegattensplitting kosten den Staat Milliarden. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, fordert zusammen mit ihren Kollegen eine grundlegende Reform.

Im F.A.Z. Podcast für Deutschland erklärt die Vorsitzende des Sachverständigenrats zu Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, warum die bestehende Regelung Fehlanreize setzt und unbedingt auf Familien beschränkt werden sollte. Patrick Bernau, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hält dagegen: Das sollen die Paare doch allein entscheiden. Die bestehende Regelung jedenfalls sorge nur dafür, dass sich der Staat nicht in die Arbeitsaufteilung einmische.

Host: Corinna Budras

Mitarbeit: David Brucklacher, Kevin Gremmel, Niklas Kleber, Johanna Westermann

Podcast für Deutschland live: Deutschland im Umbruch: Was hält die Gesellschaft zusammen, wenn Gewissheiten wegbrechen? Das alte Geschäftsmodell der Bundesrepublik ist am Ende: Große Marken-Legenden wie VW sind in der Krise. Als der Käfer und der Bully noch ganze Generationen begeistern konnten, schien die Welt noch in Ordnung. Doch statt Autos rollen womöglich bald Panzer aus den Fabriken. Auch das Sozialsystem ist in der Schieflage, auf die Rente können sich junge Menschen nicht mehr verlassen. Jetzt müssen neue Ideen her: Worauf können wir uns verlassen?

Darüber diskutieren die Moderatorin und F.A.Z.-Wirtschaftskorrespondentin Corinna Budras und der F.A.Z.-Wirtschaftskorrespondent Christian Müßgens mit ihren Gästen Dario Schramm, Sprecher des Jungen Wirtschaftsforums der SPD, und Historiker Werner Plumpe.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Einen schönen Samstag wünsche ich Ihnen.

00:00:05: Am Wochenende bringen wir Ihnen im Frühdenker die meistgehörten Folgen des FAZ-Podcasts für Deutschland aus der vergangenen Woche.

00:00:11: Heute geht es um eine der umstrittensten Reformen der Innenpolitik, das Ehegattensplitting.

00:00:17: Rund zwei Dutzend Ökonomen fordern eine grundlegende Reform und sagen – Die bestehende Regelung halte Frauen vom Arbeiten ab!

00:00:37: Ja, und jetzt darf ich Sie auch schon in der Leitung begrüßen.

00:00:40: Herzlich willkommen Frau Schnitzer!

00:00:44: Sagen Sie, Frau Schnitzer jetzt wird ja gleich in der öffentlichen Diskussion an mehreren Stellen geschraubt.

00:00:50: Also sowohl am Ehegattensplitting als auch einer kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern vielleicht mal vorne weggefragt arbeiten Frauen in Deutschland zu wenig?

00:01:02: Also arbeiten sie zu wenig?

00:01:05: das ist ja nicht eine Frage der Wertung.

00:01:08: wir sehen auf jeden Fall die Arbeiten weniger als in anderen Ländern.

00:01:12: Es arbeiten zwar sehr viele Frauen, das hat deutlich zugenommen.

00:01:16: Wir haben eine inzwischen sehr hohe Erwerbsquote aber die Allermeisten arbeiten in Teilzeit und zwar erst recht dann wenn sie verheiratet sind.

00:01:26: Und dann sind wir schnell beim Thema.

00:01:28: Das liegt natürlich an den steuerlichen Anreizen Die durch das E-Gartensplitting kommen.

00:01:32: Man kann da ja denken naja die Arbeiten wenigerweise sich um die Kinder kümmern.

00:01:36: Da ist es natürlich auch der Fall.

00:01:38: Aber es gilt eben auch für Frauen die dann nicht hinterhaben, die keine Betreuung haben und trotzdem weniger arbeiten in Sinne von sie arbeiten Teilzeit.

00:01:48: Und da liegt der Verdacht nach das Licht an den steuerlichen Anreizen.

00:01:53: Genau.

00:01:53: Und ob das vielleicht mal deutlich zu sagen worauf zielen Sie denn eigentlich tatsächlich?

00:01:58: mehr Frauen in die Arbeit zu bringen?

00:02:01: oder sagen sie umgekehrt?

00:02:03: Naja, das kann sich jeder eigentlich frei aussuchen.

00:02:07: nur soll eben die Gesellschaft Dafür zahlen, dass Frauen zu Hause bleiben.

00:02:13: Also wir wollen vor allen Dingen nicht das durch die steuerliche Regel ist den Frauen schwerer gemacht wird oder nicht so attraktiv gemacht wird zu arbeiten mehr zu arbeiten.

00:02:25: vielleicht an der Stelle zwei Sätze.

00:02:27: wie funktioniert es mit dem Ehegarten Splitting?

00:02:28: Wir nehmen die beiden Einkommen zusammen dann teilen wir sie durch zwei Dann berechnen wir den Steuersatz auf dieses halbe Einkommen schauen wie viel Steuern darauf zu zahlen werden, multiplizieren das mit zwei.

00:02:43: Das ist dann die Gesamtsteuer des Paars.

00:02:45: Das bedeutet wenn ich ein Paar habe er verdient hunderttausend und sie verdient nichts dass eine sehr hohe Steuervorteil dadurch zustande kommt würde er nämlich das allein versteuern oder weit über dreißig tausend Euro dafür steuern müssen.

00:03:02: Wenn die beiden das zusammen veranlagen sind es nur noch um den zwanzig Tausend.

00:03:06: also da sind fast zehn tausende euro Steuervorteil dadurch.

00:03:11: Wenn das Paar beide Vollzeit arbeiten, aber jeweils nur fünfzigtausend verdienen also nur ich meine ich habe jetzt extra griffige Zahlen gewählt.

00:03:21: Das ist nicht der Standortfall würde ich jetzt mal sagen.

00:03:24: Aber weil die Zahlen so leicht zu überschauen sind.

00:03:27: wenn sie also beide zusammen hundert tausend verlegen dann sagen Sie die Gesamtsummer genau gleich aber haben überhaupt nichts davon dass es einen E-Gartensplitting gibt, weil die haben von vornherein diesen Steuersatz, den man eben auf fünfzigtausend zahlen würde.

00:03:45: Und an der Stelle sagen wir das ist doch jetzt komisch.

00:03:48: also das eine Paar profitiert total davon verheiratet zu sein.

00:03:52: Die Zahlen sind zehn tausend Euro weniger steuern.

00:03:55: Das Anthropa profitiert überhaupt nicht davon Weil die Zahlen egal ob Verheirate oder Unverhohrraten genau die gleichen Steuern.

00:04:02: und Jetzt muss man ja sagen wertschätzen, honorieren.

00:04:10: Dass man in einer Ehe wechselseitig füreinander einsteht, sich auch unterstützt.

00:04:15: Das war die Begründung für die Einschuldigung?

00:04:17: Genau!

00:04:18: Man sollte doch durch die Ehe nicht schlechter gestellt werden als ohne Grauschein.

00:04:22: das war der ursprüngliche Auslöser auch für das Verfassungsgerichtsurteil dazu.

00:04:28: und in dem Fall muss man doch sagen beide Ehepaar hier stehen füreineinander ein.

00:04:32: aber das eine wird honoriert mit diesem vielen Geld und das andere eben nicht.

00:04:38: Das allein ist schon mal komisch, also was ich an der Stelle zum Ausdruck bringen will ist man profitiert umso mehr davon ungleichmäßiger Man verdient.

00:04:47: Und das finden Sie ungerecht um es mal sehr deutlich zu sagen?

00:04:50: Da gibt's einfach überhaupt keine gute Begründung für.

00:04:53: Es wird dann oft gesagt ja eigentlich macht man es doch einfach nur an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Paares fest.

00:05:00: Das wäre so die klassische Argumentation der Finanzwissenschaftler.

00:05:03: Und das Paar ist eben insgesamt genauso leistungsfähig, weil die haben insgesamt ein Einkommen von hunderttausend und dann sollten sie auch gleich gesteuert werden.

00:05:12: Der Witz ist nur im einen Fall von meinem Beispiel arbeitet nur einer dafür.

00:05:16: Im anderen Fall arbeiten beide dafür vierzehstunden und vielleicht haben beide paar Kinder und müssen sich um die kümmern und die müssen den Haushalt machen und die Wäsche waschen also leisten.

00:05:27: wissen wir trotzdem alle noch etwas?

00:05:30: Aber im einen Fall hat man eben nur vierzig Stunden Arbeit am Arbeitsmarkt verkauft, in dem anderen Fall achtzig Stunden.

00:05:36: Also da würde ich sagen, da sind wir nicht wirklich gleich leistungsfähig.

00:05:39: Und jetzt haben Sie sehr schön die Ausgangslage beschrieben.

00:05:43: Nun sind wir im Jahr für die Diskussion.

00:05:45: im Ehegarten Splitting gibt es ja schon lange, warum jetzt dieser Vorstoß der von Ihnen initiiert wurde aber der ja doch eine ganze Schahr von sehr unterschiedlichen Ökonomen hinter sich versammelt hat?

00:05:59: Zum Beispiel Infopräsident Clemens Foest oder auch auf der anderen Seite den DEW-Präsiden Marcel Fratscher, die selten unter einen Hut zu kriegen?

00:06:09: Also, wir haben sie es geschafft und warum ist es Ihnen jetzt so drehendlich?

00:06:14: Dass Sie sagen, wir alle müssen da jetzt rein.

00:06:17: Ja also ich will das nochmal verbinden mit der Frage die Sie vorher gestellt hatten und auf die ich noch gar nicht so richtig geantwortet habe nämlich Warum hält das Ehegattensplitting denn die Frauen davon ab mehr zu arbeiten?

00:06:28: Und das liegt eben daran wenn ich selbst für mich Geld verdiene dann hab ich eben bestimmten Steuersatz.

00:06:33: Wenn ich jetzt in eine Ehe eintrete und der Partner verdient mehr Und jetzt das gleiche Geld verdienen will, dann ist mein Grenzsteuersatz höher.

00:06:41: Weil ich eben jetzt gemeinsam mit dem anderen veranschlagt werde und durch das Hörergal von ihm rutschig automatisch in einer höhere Steuerstufe rein.

00:06:49: Das heißt

00:06:50: es nicht so attraktiv?

00:06:52: Es ist nicht attraktive

00:06:53: genau.

00:06:53: Ich werde letztlich... Ich verliehe den Steuervorteil vor der E-Garten Splitting.

00:06:58: wenn ich mehr arbeite statt dass ich mich freue ich verdiene mehr weil ich jetzt mehr arbeide kriege ich lange nicht so viel mehr raus, weil man das einfach bei dem Steuervorteil wieder abgezogen wird.

00:07:10: Im Grunde war das an der Stelle wirklich strafft und das ist es eben gerade was dann viele Frauen davon abhält doch mehr zu arbeiten.

00:07:18: Dann kommen noch dazu die Versicherung diese dann für die Sozialversicherungen, die Beiträge dieser Sozialversicherung zahlen müssen.

00:07:25: Das ist ja ein nächstes Thema wo man sich dann zweimal überlegt soll jetzt wirklich sozialversicherungspflichtig arbeiten gehen Und das jetzt aber in einer gesellschaftlichen Lage, wo eigentlich doch wir viele sehr gut ausgebildete Frauen haben.

00:07:39: Die lange Ausbildung gemacht haben sich vielleicht sogar also ums Gutum gemacht haben und sich jetzt sehr gut vorstellen könnten zu arbeiten, dass auch gerne wollen würden, aber sich jetzt auf den Lohnzettel anschauen müssen... Das lohnt sich gar nicht so sehr!

00:07:56: Und das in einer Lage wo wir Fachkräftemangel haben eigentlich jeder Handbrauchen.

00:08:00: da muss man sich sagen dass das es nicht jetzt sagt.

00:08:04: Und wie gesagt, das hätte man ja auch schon vor ein paar Jahren sagen können.

00:08:07: Können Sie vielleicht noch mal sagen gab's jetzt irgendwie eine Initialzündung?

00:08:11: Warum sind sie jetzt damit vorgekommen?

00:08:14: Auch in dieser Konstellation?

00:08:16: Ja genau also schon die Überlegungen.

00:08:19: Die Situation ist doch wirklich schwierig.

00:08:20: alle reden davon wir müssen mehr arbeiten Und da wird dann viel appelliert oder viel gesagt, die Jugend ist zu faul und ihr wollen nicht usw.

00:08:31: Steuern sind zu hoch es werden viele Beeinkommenssteuerreformen besprochen Aber da wo das Steuersystem wirklich den Menschen davon abhält zur Arbeiten Ehegartmuskletting Da geht man nichts so recht daran.

00:08:41: Das ist doch sehr auch von der Seite vertreten Die vielleicht an einem konservativen Familienbild noch festhalten will Wobei das Interessante ist Mit Familie hat das alles ja gar nicht zu tun.

00:08:55: Ich kriege das gleiche Egen, hatten Spitting auch mit oder ohne Kinder und das können wir gleich noch mal ausheben.

00:09:01: Jedenfalls haben wir an der Stelle gesagt dann müssen wir doch jetzt endlich mal auch ran gehen.

00:09:05: Und das Interessante ist dass wir unter den Ökonomien in der alle einer Meinung sind Wir haben hier schäl Anreize durch das Steuersystem und sollten wenn überhaupt Kinder unterstützen.

00:09:20: und deswegen geht unser Vorschlag genau in diese Richtung.

00:09:23: Nicht das Ehegattensplitt im Zuhändern, weil wir jetzt mehr Einnahmen haben wollen.

00:09:27: Weil wir diesen Steuervorteil wegnehmen wollen um dem Staat mehr Geld zu geben.

00:09:32: Nein dieses Geld doch dann bitte verwenden und zielgerichtet in die Kinder zu stecken.

00:09:37: also unser Vorschlag ist eins zu eins was jetzt weniger Steuervorteile vom Staat gegeben wird das Geld zu nutzen um das Kindergeld zu erhöhen den kinderfreie Betrag zu erhöht und wirklich gezielt die Familien mit Kindern zu unterstützen.

00:09:53: Davon würden dann übrigens auch Alleinerziehende was haben, denn vom Ehegattensplitting haben sie bisher überhaupt nichts.

00:09:59: So jetzt kommen wir mal zu Ihrem Vorschlag.

00:10:01: Jetzt wollen wir mal hören wie sieht der aus Frau Schnitzer?

00:10:03: Ja

00:10:04: also wie gesagt ich habe ja vorhin erklärt wie man bisher Ehegartenspliting gemacht hat.

00:10:08: Einkommen auffordieren durch zwei Teilen ist Steuerwärts bestimmt.

00:10:12: Unser Vorschlag ist tatsächlich weiterhin in Zukunft wieder quasi individuell zu besteuern, jeder zahlt auf seinen Einkommen steuern.

00:10:20: Aber diese Tatsache dass man in der EO wechselseitig für einander einsteht dadurch zur Geltung zu bringen das man sagt diejenige der mehr verdient den werden hypothetisch dreizehntausend acht hundert fünf Euro abgezogen bei denen jenigen der weniger verdient dreizehn tausend acht Hundert fünf euro dazugegeben.

00:10:39: Warum so ein Chroma-Zahl?

00:10:42: Ja genau, wie kam sie auf den Chromazeil?

00:10:44: Das klingt ja alles viel komplizierter als es ist für eine krumme Zahl.

00:10:48: Naja das ist diese Zahl die aktuell gilt wenn man Unterhaltszahlungen vornimmt zwischen getrennt lehrenden oder geschiedenen Ehepartnern.

00:10:57: da ist das aktuell die Zahl also wir sagen letztlich orientieren bei uns an dieser Zahl was würde man denn unterhaltszahlung leisten müssen?

00:11:06: So, was hat das jetzt für eine Konsequenz?

00:11:08: Dem einen Siegband sagt dem anderen schlägt man so aufendrauf.

00:11:11: Hypotätisch hoffentlich auch real und das bedeutet dass derjenige mit dem hohen Grenzsteuersatz weniger versteuern muss.

00:11:19: Der hat also ein tüchtiger Erschwanes.

00:11:21: Nehmen wir mal an bei zweiundstörtzig Prozent da sind doch schon weil ich die Zahl ausgeschrieben habe.

00:11:27: Was er dadurch dann einspart.

00:11:36: Und nehmen wir mal an, die andere Person hat bisher nichts verdient.

00:11:41: Dann muss sie mit dreizehntausend auf neun bis fünf Euro auch immer noch nix an Steuern zahlen.

00:11:45: Also wie zahlt dann vielleicht zweinhalb Euro Steuer oder so?

00:11:48: Das heißt netto haben die beiden jetzt eine Ersparnis von fünftausendsechsundert Euro.

00:11:53: Das ist schön!

00:11:54: Da muss man sagen... Da haben sie nach wie vor einen Vorteil dadurch, dass es jetzt diese Art von Real Splitting nennt man das dieser Art von Erleichterung hat.

00:12:04: Es ist nicht ganz so viel wie es hätte wenn die beiden das alte Splitting hätten aber es ist immerhin ein erklärtlicher Betrag.

00:12:11: insofern also es ist nicht ein Ganzes Abschaffen Aber doch eine Beschränkung weil es eben auch bei sehr hohen Einkommen dann eben beschränkt ist.

00:12:22: Also es gibt es nicht mehr grenzenlos, wieso eigentlich Realsplitting?

00:12:27: Wo kommt das her?

00:12:28: Ja gut also wer sich diesen Begriff hat einfach anders gehört.

00:12:31: Nein das ist ein Schänderbegriff dieser Literatur so man in Grunde einfach davon ausgeht man überträgt einen Betrag von einem an den anderen und man gewinnt dadurch, dass der eine eigentlich einen hohen Grenzsteuersatz hat oder andere Einrichtungen.

00:12:47: Und um das nochmal deutlich zu machen die Anknüpfung an den Unterhaltsbetrag zielt eben darauf sozusagen keinen Unterschiede oder keine Benachteiligung von Paaren zu haben, die noch zusammenbleiben, die auch noch verheiratet sind versus den Menschen, die getrennt leben.

00:13:05: Das kann es ja jetzt auch nicht geben... sozusagen warum sollten die, die sich füreinander entscheiden und auch weiterhin zusammenbleiben benachteiligt werden?

00:13:12: Das wollen sie nicht.

00:13:13: Genau man könnte auch es daran festmachen Was ist denn der Freibetrag, den jeder Einzelne für sich hat?

00:13:21: Aber er ist aktuell sogar ein bisschen niedriger und deswegen sagen wir, ne, über diesen etwas höheren Betrag.

00:13:26: Wenn das jetzt mal wegen man der gleiche Betrag wäre, warum die unterschiedlich sind keine Ahnung dann würde man sich auf denen verständigen können.

00:13:32: also da kommt es aber jetzt auch auf den einen oder anderen Euro nicht an.

00:13:36: letztendlich ist aber ein wichtiger Punkt dass sich die Vorteile an Das vorhandensein von Kindern knüpfen.

00:13:44: Nein, also in dem Fall würde man nach wie vor für die Ehe eben diesen Vorteil des Übertragens dieses Betrags haben.

00:13:53: So dass man dadurch ein bisschen Steuern spagt.

00:13:55: aber als nächstes würden wir sagen okay und was man da jetzt als Staat weniger an Steuererleichterung geben muss im Grunde an Steuereinlage auch mehr einnimmt das doch bitte zurückgeben und zwar konkret an die Kinder.

00:14:10: Und das bedeutet jetzt, wenn man mal am Ende guckt, wer gewinnt, wer verliert durch diese Reform.

00:14:18: Das haben Sie durchrechnen

00:14:21: lassen?

00:14:21: Genau vom ECO-Institut.

00:14:23: Die haben ausgerechnet ein durchschnittliches Paar mit Einkommen

00:14:29: etc.,

00:14:29: einfach ein Durchschnittsergebnis.

00:14:32: Gewinnen würden die Paare mit Kindern, die hätten knapp sechshundert Euro mehr im Jahr ... Alleinerziehende immerhin gut vierhundert Euro mehr im Jahr.

00:14:42: Und verlieren würden die Paare ohne Kinder, also die hätten jetzt eben nur noch eine begrenzte Unterstützung durch den Staat und würde im Vergleich zum Status quo um die dreihundert Euro verlieren.

00:14:53: Das ist auch mal ne Frage wie man es verkauft?

00:14:55: Man könnte jetzt auch sagen sie sind dann weniger privilegiert, so werden sie vielleicht ja

00:14:59: ganz genau.

00:15:00: Man muss wirklich sagen immer in Vergleich zum status quo denn im Status quo werden die aktuell sehr stark unterstützt, insbesondere stark unterstützt.

00:15:09: Wenn die Einkommen sehr unterschiedlich sind und noch stärker wenn sie sehr hohe Einkommen haben.

00:15:14: also insgesamt kann sich dieser dieser Splitting-Vorteil auf fast zwanzigtausend Euro belaufen dass es wirklich ein sehr hohes Einkommen ist aber eben vor allem immer dann wenn die Einkommens sehr unterschiedliche sind.

00:15:30: Die Ökonomen sind sich einig.

00:15:31: Das haben wir schon gehört, wie sieht es mit der Politik aus?

00:15:34: Ich nehme an die SPD haben sie auf ihrer Seite.

00:15:37: Bundesfinanzminister Lars Klingbeer hat das ja schon in seiner Rede vor der Bertelsmann Stiftung vor ein zwei Monaten selber ins Spiel gebracht und hat einfach gesagt, dass ist irgendwie ein Steuervorteil aus dem letzten Jahrhundert.

00:15:51: ungefähr war glaube ich die Formulierung.

00:15:54: aber Ich habe schon gehört, die Union Mauert hat sich sehr deutlich quasi geäußert zu ihrem Vorschlag am Wochenende und gesagt mit uns ist das nicht zu machen.

00:16:08: Ist das das letzte Wort?

00:16:10: Glauben Sie damit ist es tot oder versuchen sie jetzt noch weiter Lobbyarbeit zu machen?

00:16:16: Die Hoffnung steht zuletzt.

00:16:17: ich bin ja mit diesem Vorschlag schon lange unterwegs also mit Kolleginnen Kollegen.

00:16:21: schon viele Jahre Sprechen wir das immer wieder an und ich denke, da steht der Tropfen Hülkenstein.

00:16:26: Also an dieser Stelle muss man einfach sagen die Mauer oder die Linien, die verläuft ja generell... Das erlebe ich auch mit vielen Kreisen.

00:16:37: Da wo die Menschen selber davon profitieren dann finden sie das typischerweise schon sehr wichtig.

00:16:42: Man muss unbedingt dran festhalten.

00:16:45: Und in Partnerschaften leben wo beide Arbeiten sagen meine Güte wirklich letztes Jahrhundert.

00:16:50: Also das ist schon mal das erste, was man einfach sagen muss.

00:16:53: Und jetzt denken einige offensichtlich es ist ein traditionelles Familienbild an dem müssen wir einfach festhalten.

00:17:01: Da würde ich sagen dass da wird die Zeit zeigen wie das vielleicht dann doch nicht so ist.

00:17:05: Klar hat man vielleicht Sorge, dass Menschen die sich so entschieden haben auch in Zeiten entschieden haben wo es noch weniger Kinderbetreuung gab als heute also denen die Chance gar nicht so unbedingt gegeben war.

00:17:17: Das ja das Argument Genau, der CDU die sagt es geht gar nicht um Steuervorteile.

00:17:22: Das interessiert die Leute nicht die Frauen arbeiten deswegen ich weiß keine Kinderbetreuung gibt ist auch ein lustiges Argument.

00:17:29: weil ich dann so denke so dann kann man ja trotzdem mich die Hände in den Schoß legen.

00:17:34: Aber

00:17:36: offensichtlich hat die CDU das Gefühl sie ist damit fein raus?

00:17:42: Ja also das ist glaube ich das kann nicht das letzte Wort sein.

00:17:45: da muss man natürlich etwas tun.

00:17:47: Und vor allen Dingen, das löst ja nach wie vor auch nicht die Frage warum unterschiedlich Verdienende so privilegiert werden und wenn zwei sich das ganz aufteilen sie überhaupt keinen Torteil unterraten.

00:17:59: Also dass das Nachwuch war ist ja überhaupt nichts zu erklären.

00:18:02: Aber nochmal bei dieser traditionellen Herangehensweise man sagt es bezieht sich doch sehr auf die Kinder und die sollen groß gezogen werden gibt es gar keinen Grund, das zu machen bei Ehepaaren die keine Kinder haben oder nicht mehr haben.

00:18:17: Man würde doch da durchaus erwarten dass man auch wieder mehr arbeitet.

00:18:22: aber wenn man davon abgehalten wird weil man sieht das rechnet sich nicht dann verlieh ich nur meinen Steuervorteil und dann ist das ein wirkliches Problem.

00:18:30: Ich will noch ein anderes aus meiner Sicht sehr wichtiges Argument beeinbringen dass die aktuelle Regel eben durchaus die Frauen dazu verleitet, Metallzeit zu arbeiten.

00:18:41: Und viele denken ja am Anfang vielleicht auch, naja das ist die richtige Entscheidung.

00:18:45: ich mache das für die Kinder und wir teilen es uns eben so auf und das ist schon alles gut.

00:18:50: aber da kann ja verschiedenes passieren.

00:18:53: sagen wir mal den schlimmsten Fallen der Ehepartner verstirbt dann ist man auf einmal drauf angewiesen selber auch wieder für sich zu sorgen.

00:19:03: Denn die Bittenrenter reichten bei Weitem nicht aus, um das alles aufzukangen.

00:19:07: Wenn man stellt die Frauen fest, sie haben in ihrem Beruf nachgelassen also Sie haben sich nicht weiterentwickelt, Sie haben ganz schlechte Möglichkeiten jetzt nochmal so gut für sich to sorgen wie sie vorher der Ehe versorgt waren.

00:19:21: Der andere Fall, sie lassen sich scheiden.

00:19:24: Auch tragisch ist das Modell gescheitert.

00:19:27: Und wieder stellen die Frauen jetzt vor der Schlicht, für sich selber zu sorgen.

00:19:31: Solange sie für die Kinder noch Sorgen haben Sie einen gewissen Unterhaltsanspruch aber dann eben irgendwann auch nicht mehr.

00:19:39: und wieder stellen sie fest, sie sind sehr schlecht versorgt.

00:19:44: Sie haben einfach sich nicht weiterentwickelt und haben lange nicht mehr die Möglichkeiten, sich selbst gut zu unterstützen wie sie das getan hätten wenn sie die ganze Zeit zumindest gearbeitet oder möglichst mehr Stunden gearbeitet hätten.

00:20:00: Und am Ende stellen diese Frauen dann fest, sie haben keine Rentenansprüche oder nur das ganz Minimale und dann haben wir wirklich ein Problem.

00:20:07: Das ist das wo Frauen einerseits abhängig finanziell abhängigs sind und gerade in Krisensituationen wie gesagt Todes ehemals oder Scheibe wirklich schlecht darstellen.

00:20:20: aber Frau Schnitzer so nachvollziehbar ihre Begründung ist und ihre Herangehensweise.

00:20:26: Aber das kommt schon auch einer Kulturrevolution in Deutschland gleich, oder?

00:20:31: Ich glaube wenn das so wäre dann wären wir wirklich ein Land dass da weit allein auf weiter Flügel ist.

00:20:40: denn man muss sich das mal in Schweden anschauen die haben das ich glaube sogar vor fünfzig Jahren schon abgeschafft also solang es mindestens her.

00:20:48: Und man hat gesehen, wie sich dieses Land weiterentwickelt hat und wie heute partnerschaftliches kümmern um Anwürger, um Kinder.

00:20:55: Um anwürgige Gangebe ist, wie es sich die ganze Betreuungsinfrastruktur entsprechend entwickelt hat.

00:21:03: Und das sind uns ja jetzt nicht kulturell so... Die sind ja nicht so unterschiedlich!

00:21:08: Das ist ja immer noch festliche Kulturkreis.

00:21:11: also kann man sagen dass das hier so anders wäre?

00:21:14: Aber

00:21:15: es kommt einem so ein bisschen vor in der Debatte.

00:21:18: Wenn sich die CDU äußert, ist das schon einen Anschlag auf

00:21:22: die Familie

00:21:24: und ihre...

00:21:24: Auf eine Familie nicht?

00:21:25: Weil wie gesagt, das geht ja nicht um Familie.

00:21:27: Es geht ja nur um Partnerschaften.

00:21:29: Ein Anschlag aus sehr ungleiche Partnerschaftens.

00:21:33: Da muss man sich sagen wer möchte daran festhalten.

00:21:37: Das Interessante ist doch dass Politiker, ich rede jetzt explizit von Politikern Dann gerade eher für so eine Neuerung erwerben können, wenn sie selbst Mädchen als Kinder haben und selbst Töchter haben.

00:21:54: Und dann stellen Sie auf einmal fest, was ist ja vielleicht doch nicht ganz einfach wie die Regeln sind?

00:22:00: Vielleicht auch nicht so gut für meine Töchter.

00:22:04: Man bewegt sich manchmal doch etwas.

00:22:06: Das ist meine Hoffnung.

00:22:07: Ich musste mal genau schauen.

00:22:09: hat den Töchter.

00:22:10: Also natürlich kommt man mit denen ganz gut ins Gespräch, weil die dann aber immer sehen ja vielleicht sollte sich da doch was ändern und die junge Generation ist einfach ganz anders auch bestellt.

00:22:20: Ich erlebe das im Kolleginnen-Kolleginnenkreis.

00:22:23: es ist so viel häufiger heutzutage, dass junge Kollegen sagen Ja ich mache meine Eltern seit Monaten, ich mach sogar mehr als das was so obligatorisch ist um überhaupt was zu kriegen.

00:22:34: jetzt zwei Monate Wir machen das partnerschaftlich und ich glaube, dass tut unsere Gesellschaft sehr gut.

00:22:40: Ja also eine interessante Beobachtung, dass sich die Meinung ändert wenn Töchter im Hause sind.

00:22:45: Herzlichen Dank Monika Schnitzer!

00:22:47: Gerne.

00:22:52: Jetzt möchte ich zum Schluss aber nochmal nach Frankfurt schalten.

00:22:55: Zu meinem Kollegen Patrick Bernow, den kennen Sie sicherlich auch erst der Leiter der Wirtschaftsredaktion in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und hat eben in dieser Publikation am Wochenende ein Artikel geschrieben einen Kommentar mit der schönen Überschrift Lass Den Eheleuten Ihr Splitting!

00:23:17: Herzlich willkommen lieber Patrick.

00:23:19: Hallo Corinna

00:23:21: Ja und jetzt möchte ich natürlich von dir wissen, warum sollen wir den Ehleuten ihr Splitting lassen deiner Meinung

00:23:28: nach.

00:23:28: Es gibt ein ganz zentrales Argument und das ist entgegen dem was man ständig hört ist das Ehegattensplitting die Art der Besteuerung bei der der Staat immer gleich viel Steuern verlangt egal wie sich die Ehleute die Arbeit aufteilen.

00:23:47: Und das finde ich nämlich ein total interessanter Aspekt, weil es doch deutlich macht.

00:23:52: Das ist eine Frage ist wie man darauf guckt.

00:23:53: für die einen ist es ne Privilegierung des Hauptverdieners und du sagst jetzt aber und so sieht's glaube ich auch das Bundesverfassungsgericht, die einfach sagen naja da werden einfach nur alle gleich behandelt.

00:24:06: Du musst das mal bisschen erklären.

00:24:08: woran liegt das?

00:24:09: Was da drin steckt ist natürlich eine Privileggierung der Ehe.

00:24:13: Wer verheiratet ist und sich gemeinsam veranlagen lässt, der hat eine Chance weniger zu zahlen als wenn man nicht verheIRatet wäre.

00:24:21: Und jetzt ist schon wahr – weil wir ein progressives Steuersystem haben – ist es so dass je unterschiedlicher die Gehälter sind desto größer ist der Steuervorteil.

00:24:33: Das liegt aber nur daran das man als Unverheirattete Umso mehr Steuern zahlt je unterschiedlicher die Gehälter sind.

00:24:40: Als Eheleute gemeinsam veranlagt, hält sich der Staat dann total raus.

00:24:46: Der sagt wie das gemeinsame Einkommen zustande kommt?

00:24:49: Das ist uns vollkommen egal.

00:24:52: Wichtig ist, wie viel hat das Ehepaar in Summe?

00:24:56: und da kann einer hundert-und null arbeiten oder sie arbeiten fifty-fifty.

00:25:00: es ist vollkommenegal.

00:25:02: Es kommt auf das Einkommen in Summen an und das wird immer gleich besteuert.

00:25:06: Also auch im Grunde genommen bei den Ehepartnern, die annähernd gleich verdienen kommt es auch da wieder auf die Soma an.

00:25:14: Nur tatsächlich fühlt sich ja anders an ne?

00:25:17: Das hat der Staat selber verursacht dieses Missverständnis und zwar mit den Steuerklassen dreiundfünf Die Steuerklassen die bestimmen, wie viel Geld man so im Monat abgezogen kriegt vom Gehalt und erst am Ende des Jahres wird es dann alles ausgeglichen.

00:25:34: In der Steuerklasse V hat man unterm Jahr oft relativ viel Geld, das man ausgezahlt kriegt, dass man erst am ende des Jahres in der Steuererklärung wieder abgeben muss – übrigens auch die gemeinsamen Veranlag.

00:25:48: Wenn einer die Steuerklasse drei hat, meistens der mehr verdient.

00:25:52: Dann kriegt er andere automatisch die SteuerKlasse fünf.

00:25:55: und da kriegt derjenige, der die Steuer Klasse drei hatte unter dem Jahr wirklich sehr wenig Steuern abgezogen.

00:26:04: Und deshalb sieht das immer so aus, als wäre die Arbeit des Hauptverdieners und meistens ist es der Ehemann.

00:26:09: Deshalb sieht es immer so auch, als wär' die Arbeit vom Hauptverdinner so viel wert und die Arbeit von dem Zweitverdinners nicht soviel.

00:26:15: Aber das liegt gar nicht am Ehegattensplitting.

00:26:18: Das liegt an diesen Steuerklassen drei fünf.

00:26:21: Das wollte die Ampelkoalition schon mal abschaffen hat's dann nicht gemacht vor den Bruch.

00:26:26: und jetzt übergeht Lastklingball dieses Thema Ganze und geht gleich aufs Ehegartenspliting in der Steuereklärung.

00:26:32: Ich kann totaler verziehen, dass sich da auch viel Unmut daraus speist.

00:26:36: Die drei und die fünf ist in der Tat nicht besonders einleuchten bzw.

00:26:40: schafft wahrscheinlich auch unwuchten innerhalb der Partnerschaft weil derjenige mit der fünf abgespeist wird ja überproportional viel Geld abbezogen bekommt.

00:26:49: aber ich will noch mal anders an diese Sache rangehen.

00:26:53: aus Sicht sozusagen der Paare die beide etwa gleich viel arbeiten muss man schon sagen natürlich ist der Stresslevel höher, wenn beide arbeiten als wenn einer sehr viel arbeitet und der andere weniger.

00:27:05: Zählt das nicht irgendwie rein?

00:27:07: Insbesondere wenn Kinder da sind – das muss man ja realistischerweise vielleicht dazu hinzufügen!

00:27:12: Ich finde, dass kann man voll zählen.

00:27:14: Das darf aus meiner Sicht jeder zähl'n wie er möchte.

00:27:17: Und genau das ist mein Punkt.

00:27:19: Da soll sich doch einfach niemand einmischen... Wenn sich ein paar gemeinsam entscheidet, einer macht hundert der andere null weil das weniger Stress ist oder eine macht hunderte andere macht sechzig.

00:27:28: Das soll jeder für sich entscheiden!

00:27:30: Genau das ist mein Punkt.

00:27:31: wenn wir jetzt dass ihr Gartensplitting abschaffen und die Leute dahintreiben, dass sie sich die Arbeit gleich verteilen.

00:27:39: Dann treiben wir Sie in ein Modell, das Sie von selber womöglich gar nicht gewählt hätten.

00:27:44: aus gesellschaftspolitischen Gründen weil wir wollen, dass Arbeit gleicher verteilt wird sind ja alles gute Gründe.

00:27:50: aber wir vertreiben Sie dann im Modell ,dass Sie selbst womöglich nie gewählt hätte und es Ihnen mehr Stress macht.

00:27:57: ich habe dieses Modell auch aber wir haben es uns freiwillig ausgesucht.

00:28:02: Interessanterweise gibt es ja nun eine ganze Reihe namhafter Ökonom.

00:28:06: Darüber haben wir auch schon gesprochen, die sich jetzt hinter diesem Vorschlag stehen.

00:28:10: Nun halte ich dich ja für einen namhaften Ökonomen.

00:28:13: Was unterscheidet dich sozusagen von den Schnitzers und dem Klemmens Fuß dieser Welt?

00:28:19: Die verstehen das durchdringen das ja auch alles.

00:28:22: was ist bei dir anders als bei den anderen?

00:28:24: Ich

00:28:24: glaube es gibt zwei Argumente, die da eine Rolle spielen.

00:28:29: Ich glaube das Eine, das unausgesprochene ist dieses Ehegattensplitting.

00:28:35: Das ist die einzige Steuererhöhung der Welt wo danach die Leute auch noch mehr arbeiten und wir haben trotz aller struktureller Schwierigkeiten in der deutschen Wirtschaft eine Situation, in der wir bald wieder Arbeitskräftemangel haben werden und jetzt noch am verschiedenen Branchen.

00:28:52: Das heißt im Prinzip brauchen wir mehr Arbeitskraft – wir müssen alle zusammen mehr arbeiten!

00:28:57: Und dass man dieses Ziel verfolgt, das verstehe ich

00:29:02: total.

00:29:03: Man kann es beim Ehegattensplitting sogar noch kombinieren damit, dass man mehr Geld für den Finanzminister einnimmt.

00:29:09: Und das hat natürlich eine gewisse Attraktivität zumal wenn man's mit so einem Allgemeinen gesellschaftlichen Ziel von gleicherer Arbeitsverteilung kombiniert, dann klingt das erst mal gut.

00:29:21: Der Haken ist halt dass es für manche Paare darauf rauslaufen wird, dass sie weniger Geld haben und weniger Freizeit und das ist dann ehrlich gesagt nicht so schön.

00:29:29: deshalb mag ich's nicht.

00:29:31: Aber es überzeugt dich nicht das ganze vielleicht an die Kinder zu knüpfen also an die Frage ob Um Eltern geht oder eben einfach nur ein paar, dass sich dann irgendwie die Arbeit so aufteilt?

00:29:43: Das Ganze hat zwei Fragen mit den Kindern.

00:29:47: Die Ökonomen wollen ja das Kindergeld und den Kinderfreibetrag im Gegenzug erhöhen.

00:29:53: Das eine ist ein politisch praktisches Thema.

00:29:56: Manche Ökonomen haben das am Anfang dieser Legislaturperiode schon mal probiert und ja es Schuldenbremsenpapier rausgebracht, wo sie gesagt haben der Staat sollte mehr Schulden aufnehmen für Investitionen, für zusätzliche Investition.

00:30:09: Es hat ganz gut geklappt mit dem zusätzlichen Schuldenaufnehmen die Nebenbedingungen mit den zusätzlischen Investitionn Die hat die Koalition nicht ganz so ernst genommen Und ich hätte Angst, dass sowas genau nochmal passiert.

00:30:21: Das ist das eine!

00:30:23: Das andere ist... Ich habe auch ehrlich gesagt zugunsten dieser Gleichmäßigkeit in der Arbeitsverteilung.

00:30:30: Dass der Stadt da neutral bleibt?

00:30:33: Da hab' ich dann auch kein Problem damit wenn es halt auch Ehepaare trifft.

00:30:36: Denn unabhängig von Kindern is ja die Frage bei einem Ehepar schon Man IS am Schluss eine Wirtschaftsgemeinschaft über Gütertrennungen und über verschiedene andere Dinge probieren zu verhindern.

00:30:50: Aber am Schluss ist ein Ehepaar eine Wirtschaftsgemeinschaft, wo man sich gegenseitig hilft, wo Man sich gegseitig stützt.

00:30:57: so ist ja übrigens auch das Scheidungsrecht angelegt solange man nichts anderes vereinbart.

00:31:02: Und dass jetzt von Steuersite her artificiell zu trennen da bin ich vorsichtig.

00:31:07: Du traust der Politik in diesem Punkt nicht über den Weg, ist natürlich auch ein wichtiger Hinweis.

00:31:12: Vielen Dank dass du uns diese Perspektive jetzt noch eröffnet hast!

00:31:16: Schöne Grüße nach Frankfurt lieber Patrick.

00:31:18: Ich sage danke für die Einladung.

00:31:19: liebe Corinna.

00:31:23: Eine kontroverse Debatte um das Ehegattensplitting.

00:31:26: Die Ökonomen sind sich einig – die Politik ist gespalten.

00:31:30: Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigener Sache Seit diesem Samstag gibt es den ersten Videopodcast von der FAZ.

00:31:36: In Lör und Pennecamp beleuchten Julia Lörr und Johannes Pennekamp das wirtschaftspolitische Thema der Woche.

00:31:42: Hintergründig – und faktenreich!

00:31:44: Wer Lör-und Pennecamp hört, hat die besseren Argumente Und wer uns hört bekommt morgen eine weitere spannende Weekendfolge.

00:31:51: Bis dahin Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

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