F.A.Z. Frühdenker Weekend • Mit Fußfessel in den Wahlkampf? Wie Marine Le Pen ihrem Urteil trotzt
Shownotes
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen ist schuldig gesprochen – darf aber trotzdem für die nächste Präsidentschaft im Jahr 2027 kandidieren. Wie das möglich ist und was das für die französische Demokratie bedeutet.
Host: Kati Schneider
Mitarbeit: Sandra Klüber, Lena Katharina Barozzi
Nach Berufungsurteil: Le Pen tritt trotz Verurteilung bei der Präsidentenwahl an
[Vor der Wahl: Die Neusortierung der Macht in Frankreich] (https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/marine-le-pen-und-frankreichs-machtkampf-vor-der-praesidentenwahl-accg-200999071.html))
Präsidentenwahlen: Frankreich will wieder an sich glauben
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Transkript anzeigen
00:00:03: Man könnte meinen, mit einem Schuldspruch wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder wäre die politische Karriere von Marine Le Pen erledigt.
00:00:10: Ist sie aber nicht – im Gegenteil!
00:00:12: Sie zieht in den Wahlkampf und trotzt ihrem Urteil mit einem geschickten juristischen Kniff.
00:00:18: Wie das geht?
00:00:19: Und was das über den Zustand der französischen Demokratie verrät?
00:00:22: Das hören Sie in einer der Folgen, die diese Woche besonders viele von Ihnen im FAZ-Podcast für Deutschland gehört haben….
00:00:29: Kathi Schneider spricht darüber mit unserer Korrespondentin in Paris, Michaela Wiegel und wirft mit unserem Wirtschaftskorrespondenten Niklas Sabouille einen Blick auf Frankreichs Wirtschaft.
00:00:40: Wir nehmen uns Zeit für die Hintergründe – hören Sie rein!
00:00:55: Das
00:01:04: Berufungsgericht hat entschieden, dass Marine Le Pen schuldig ist.
00:01:08: Sie hat also EU-Mittel in Millionenhöhe veruntreut aber gleichzeitig wurde die Strafe das Strafmaß verringert.
00:01:17: sie muss jetzt nur noch ein Jahr in Haft und diese Haft kann sie mit einer elektronischen Fußfessel verbüßen.
00:01:26: Und was für Marine Le Pen das Wichtigste war, ihre Unwählbarkeitsstrafe – sie war in erster Instanz zu fünf Jahren Unwährlbarkeit verurteilt worden – wurde entschieden abgemildert.
00:01:38: Und sie kann jetzt wieder bei Wahlen antreten, weil die Unwählbar- keitsstrafe auf Bewährung ausgesetzt wurde.
00:01:46: Also genau Sie sagen es gerade in erster Instanz war sie für fünf Jahre für unwählbaar erklärt worden und das hat das Berufungsgericht jetzt einfach so geändert?
00:01:55: Das hat das Berufungsgerichts zurückgenommen.
00:01:58: zum einen argumentierten die Richterinnen dass sie eben schon fünfzehn Monate verbüßt hat, denn Sie ist ja jetzt seit Ende März zwei tausendfünfundzwanzig schon mehr als fünfzehnte Monate unwählbar.
00:02:12: Und zum anderen haben die Richterinnen gesagt, sie hätten ermessen müssen was wichtiger sei Die Unwählberkeits-Sanktion oder die Wahlfreiheit der Wähler.
00:02:22: und sie haben in diesem Fall zu Gunsten der Wähle entschieden.
00:02:26: Ich würde gerne an dieser Stelle nochmal kleinen Schritten mit ihnen zurückgehen, da das Ganze sich ja schon ziemlich lange hinzieht.
00:02:32: Sie haben es eben noch mal gesagt die Veruntreuung der EU-Gelder.
00:02:35: vielleicht können wir den Vorwurf aber nochmal kurz aufrollen.
00:02:38: also Worum ging es bei der Veruntreuung genau?
00:02:40: Was hat Le Pen mit den EU-Geldern gemacht.
00:02:42: Le Pen hat als Parteivorsitzende und EU abgeordnete EU Mittel, die eigentlich nur für parlamentarische Mitarbeiter bestimmt waren genutzt um damit Parteimitarbeiter aber auch enge Familienmitglieder ihre Schwester Jan zum Beispiel, aber auch diese Kriterien den Leibwächter oder sogar den Hausdiener ihres Vaters zu entlohnen.
00:03:03: das heißt diese EU Mittel wurden zweckentfremdet.
00:03:08: Und jetzt lautet das Urteil, also sie darf Kandidieren als Präsidentschaftskandidatin aufgestellt werden.
00:03:15: Sie hat aber trotzdem eine recht hohe Geldstrafe bekommen?
00:03:19: Sie hat auch eine Geldstrafen bekommen, aber das ist kein Problem für Marine Le Pen.
00:03:23: Hunderttausend Euro muss sie zurückzahlen.
00:03:26: die Partei muss sogar einen Millionenbetrag zurück zahlen da sie eben dieses Geld veruntreut hat.
00:03:33: Vor dem Urteil hatte Marine Le Pen ja noch die klare Bedingung formuliert, dass sie nicht mit einer elektronischen Fußfessel in den Wahlkampf ziehen will.
00:03:41: Das klingt oder klang gestern Abend aber dann doch anders.
00:03:51: Ja also Sie sagt, sie wird Ihre Meinung nicht ändern?
00:03:53: Dass sie kandidieren möchte.
00:03:54: wie überraschend kam das denn für Sie Frau Wiegel?
00:03:56: Also das Gerichtsurteil war überraschend, denn angesichts der Beweislage war man davon ausgegangen dass sie auf jeden Fall schuldig gesprochen wird.
00:04:06: Das war ja auch der Fall aber die Richterinnen haben natürlich eine Abwägung getroffen.
00:04:11: Die zweite Frage betrifft in der Tat den Wahlkampf von Marine Le Pen.
00:04:16: Sie hatte vorher mehrfach bekundet dass sie nicht mit einer Fußfessel antreten wollte Aber vermutlich muss sie das auch gar nicht Denn sie hat auf einen juristischen Trick zurückgegriffen.
00:04:26: Sie ruft den Kassationshof, das ist sozusagen die höchste Gerichtsbarkeit in Frankreich an.
00:04:32: Und solange diese Prüfung durch den Klassationshof läuft, ist das Urteil des Berufungsgerichtes nicht rechtkräftig.
00:04:40: Das heißt sie kann dann auch keine Fußfessel bekommen und sie geht einfach davon aus, sie spielt auf Zeit dass kein Richter es wagen wird im nächsten Frühjahr mitten im Wahlkampf ihr eine Fußfessel zu
00:04:54: verpassen.
00:04:55: Dann zahlt sich vielleicht in dem Moment ja aus, dass sie auch selbst Juristin ist oder?
00:04:58: Es sind viele Juristen erstaunt gewesen über diese Vorgehensweise weil das Risiko natürlich auch sehr groß ist.
00:05:05: sollte sie die Präsidentschaftswahl nicht gewinnen dann würde sie mit Gewissheit eine Fußfessel tragen müssen.
00:05:13: Wie wurde das Ganze denn in Frankreich aufgenommen, dass ihr jetzt doch kandidieren darf?
00:05:18: Die Kommentatoren waren unterschiedlicher Meinung.
00:05:22: Einige haben sie sozusagen als Überlebenskünstlerin stilisiert, andere wiederum haben beklagt wie tief Frankreich gesunken sei das es überhaupt vorstellbar ist dass eine vorbestrafte Kandidatin Eswaage sich um das höchste Staatsamt zu bewerben.
00:05:40: Und welche Rolle spielt denn jetzt Jordan Badella in diesem Szenario?
00:05:44: Die beiden hatten sich ja im Vorfeld auch für den Tag der Urteilsverkündung durchaus abgestimmt.
00:05:49: Ja, Jordan Badela hat sich in der Tat bislang wenig geäußert.
00:05:54: Man glaubt zu erkennen, dass er doch etwas enttäuscht ist denn er war ja sehr stark als Ersatzkandidat aufgebaut worden und er hatte sicher auch ziemlich weit vorgewagt, hatte Zeitungsinterviews gegeben, auch unserer Zeitung dargelegt wie er den Kurs auch etwas krigieren würde.
00:06:14: von Marine Le Pen ist jetzt brav in der Rolle geblieben und zieht mit ihr in den Wahlkampf.
00:06:20: Aber man wird beobachten müssen, ob er tatsächlich sich sowohl fühlt als Nummer zwei?
00:06:27: Andererseits ist er natürlich noch jung und weiß dass die Zeit für ihn spielt.
00:06:31: Das Interview das Sie mit ihm geführt haben, das hänge ich auch noch an die Show-Nord.
00:06:35: Sie haben bei uns im Podcast von Deutschland damals darüber erzählt.
00:06:38: Und jetzt haben sie aber auch geschrieben Frau Wiegel, dass Badella ja in den Umfragen gerade besser weg kommt als Marine Le Penne.
00:06:45: Sie haben gesagt, er wird wohl ein bisschen ernüchtert darüber sein, dass er jetzt doch nicht kandidieren kann als Präsidentschaftskandidat.
00:06:51: Aber meinen sie das die beiden sich da in irgendeiner Form arrangieren werden?
00:06:55: Also Marin Le Pen erweckt zumindest den Eindruck, dass sie sich arrangieren werden.
00:07:00: Aber wie es so oft ist, niemand hat Einblick in das Innere ihrer Beziehung.
00:07:06: Deswegen bleibt es spannend denn Es ist klar zu erkennen, dass auch gerade einflussreiche Kreise im Unternehmer und andere Intellektuelle sich sehr viel Bardella interessiert haben weil man den Eindruck hatte, er könnte vielleicht einen etwas anderen Kurs vor Körpern.
00:07:27: Und jetzt kehren wir eigentlich zurück zu Marine Le Pen, mit der niemand mehr so recht gerechnet hatte.
00:07:34: Es stellt sich natürlich auch die Frage ob sie mit ihrer ja sehr stark protectionistisch ausgerichteten Linie EU-feindlichen Kurs, bei den Wedern so gut ankommt.
00:07:48: Nun muss man erst mal abwarten wie die nächsten Umfragen ausfallen denn diese Klärung war ja lange erwartet worden und jetzt ist sie da.
00:07:56: Wir können auch noch einmal in einer Aussage von Marine Le Pen reinhören was Jordan Badella und deren Zusammenarbeit betrifft.
00:08:05: Wir haben uns vorbereitet, ich auf die herausragende Rolle der Präsidentin der Republik, die vom französischen Volk gewählt wird und Jordann, auf den nicht weniger bedeutende Rolle des Premierministers.
00:08:16: Die große Entschlossenheit und Tatkraft erfordert.
00:08:19: Ich glaube dass die politische Partnerschaft, die wir bilden wirklich etwas bewirken kann.
00:08:24: Sie kann unserem Land frischen Wind und neuen Schwung verleihen Und den Alltag der Franzosen verändern.
00:08:33: Ja, klingt ja jetzt schon nach Geschlossenheit.
00:08:35: Jetzt haben Sie vorhin auch gesagt dass Badella durchaus einen anderen Kurs eingeschlagen hätte als Marine Le Pen?
00:08:41: Wo unterscheiden sich die beiden denn?
00:08:42: oder beziehungsweise wo könnten sie denn durcheinander geraten?
00:08:46: Ja, also das betrifft die gesamte EU-Politik und es betrifgt auch eine der wesentlichen Reformen, die im Landesinneren ansteht.
00:08:54: Nämlich die Rentenreform.
00:08:56: Marine Le Pen hat vorgeschlagen, dass man zu einem Renteneintrittsalter von zweiundsechzig Jahren zurückkehrt und für einige, die besonders früh angefangen haben zur Arbeiten sogar zu einem Eintrittsalter von sechszig Jahren.
00:09:10: aber Frankreich kann sich das eigentlich überhaupt nicht leisten Und Badela hatte jetzt vorsichtig angedeutet, dass man vielleicht doch eine andere Regelung treffen könnte.
00:09:19: Das wird spannend sein zu beobachten.
00:09:21: Er hat sich ja bereits einmal für den Posten des Premierministers beworben nämlich im Jahr ist es eigentlich schief gegangen.
00:09:28: Deswegen wird es auch spannend sein wie er diese Rolle jetzt annimmt und aber sie anders gestaltet als im
00:09:38: Jahr.
00:09:39: Jetzt hat das Gericht ja in seiner Begründung zum Urteil geschrieben Le Penz verhalten hätte, dass Vertrauen der Bürger in den demokratischen Prozess untergraben.
00:09:47: Wie ordnen Sie das ein?
00:09:48: Was bedeutet dieses Urteil jetzt konkret für die französische Demokratie und natürlich auch für den Wahlkampf?
00:09:55: Es wird tatsächlich in Frankreich darüber diskutiert werden müssen, inwieweit Politiker in höchsten Positionen tragbar sind, die Geld veruntreut haben.
00:10:07: Das ist in der Vergangenheit in Frankreich immer sehr klar beantwortet worden.
00:10:13: Wenn Politiker illegale finanzielle Machenschaften hatten, dann wurden sie aus der Politik verbannt.
00:10:20: Einige sind nach Absätzen ihrer Strafe zurückgekehrt aber insgesamt gab es immer strenge Sanktionen und Marine Le Pen wäre wirklich die einzige, die dafür belohnt wird dass sie EU-Mittel veruntreut hat.
00:10:35: Ich glaube das ist natürlich jetzt angesichts der Tatsache, dass in den Vereinigten Staaten jemand regiert auch strachrechtlich verurteilt wurde.
00:10:44: Interessant, wie eine alte Demokratie, wie die Französische diese Frage für sich klärt und darum wird es jetzt bei den Präsidentenwahlen gehen.
00:10:53: Letzte Frage Frau Wiegel in den Umfragen liegt der Resomblement National ja aktuell klar vorne?
00:10:58: Was ist der Hauptgrund dafür dass die Partei gerade im Moment so stark ist?
00:11:02: Es gibt sehr viel Unzufriedenheit im Land und Marine Le Pen wie auch Jordan Badella haben verstanden diese unzufriedenen Umsicht zu sammeln Die nach zehn Jahren Macron-Mandat ist die Macht der bürgerlichen Mitte abgenutzt und das Vertrauen auch nur noch sehr gering.
00:11:23: Aber man sollte sich hüten, jetzt schon die Wahl für entschieden zu halten.
00:11:27: in Frankreich passiert, erfahrungsgemäß immer noch sehr viel bis zum Wahltermin.
00:11:32: Und die Wahl findet ja in zwei Wahlgängen statt.
00:11:35: Auch da kann sich noch viel verändern wie wir es hier bei den Parlamentswahlen gesehen haben.
00:11:41: Vielen Dank, Frau Wiegel für das Gespräch und ihre Einschätzungen aus Paris.
00:11:50: Ja, Unzufriedenheit ist das ein.
00:11:51: Aber sicher auch die politische Instabilität und eine steigende Staatsverschuldung könnten Marine Le Pen und dem Rassemblement national in die Karten spielen.
00:12:00: Wie steht es um Frankreichs Wirtschaft aktuell?
00:12:02: Wie blicken Wirtschaftsvertreter darauf dass vielleicht bald die Rechtspopulisten des RN in den Elysée-Palast einziehen?
00:12:09: Darüber spreche ich jetzt mit Niklas Sabouille unserem Wirtschaftskorrespondenten in Paris.
00:12:13: Hallo Niklas!
00:12:13: Ja bonjour, hallo!
00:12:15: Sag mal wie steht's denn eigentlich um Frankrichswirtschaft?
00:12:18: Ich falle mir direkt mit der Tür ins Haus.
00:12:20: Teils, teils muss man sagen.
00:12:21: Also das Glas ist weder... Oder es ist halb voll oder halb leer, je nach Sichtweise.
00:12:25: Frankreich hat nach wie vor eine sehr leistungsfähige Privatwirtschaft.
00:12:29: Das muss man immer dazusagen.
00:12:30: Also die ganzen Riechenland-Vergleiche, die es manchmal gibt, sind wirklich nicht mit der Realität übereinstimmt.
00:12:35: Wir haben hier Weltmarktführer, Baubereich, wir haben hier Kosmetik, Luxus, Luftfahrts, Banken, Finanzen, Versicherer also wirklich Großkonzerne und davon zehrt Frankreich auch noch viel vor und das ermöglicht auch noch den Wohlstand und diesen Sozialstärktinges ergibt.
00:12:49: Aber Frankreich hat im Vergleich zu Deutschland massiv an den Industrieverloren in den letzten Jahrzehnten.
00:12:54: und das Thema Kaufkraftverlust einer Mittelschicht, die eben Probleme hat wie in Deutschland vergleichbar.
00:13:00: Haus zu kaufen oder zu mieten sich so viel zu leisten diese möchte dass ist eben auch hier vorher schon und das ermöglicht natürlich dann auch Populisten es auszuschlagen.
00:13:10: Ja, und trotz Sparmaßnahmen bleibt ja das Haushaltsdefizit schon hoch.
00:13:14: Die Wachstumsprognosen wurden ja gerade erst auf Nullkommasieben Prozent gesenkt.
00:13:18: Wie erlebst du das zum Beispiel in Paris?
00:13:20: Also zieht sich dieses stagnierende Wirtschaft irgendwo durch den Alltag?
00:13:24: Ja natürlich!
00:13:24: Das macht sie bemerkbar auch im Arbeitsmarkt wo die Arbeitslosenquote leichter gestiegen ist.
00:13:28: zuletzt vor allem Jugendarbeitslosigkeit unter der Frankreich krank leidet auch extrem oder... weit für deutlich höher als in Deutschland.
00:13:35: Ich sprach eben über die Vorhabwirtschaft, also die Situation der Staatsfinanzen, die politische Instabilität.
00:13:41: das ist nochmal ein Thema für sich.
00:13:42: Das beeinflusst ganz klar die Unternehmen.
00:13:44: auch Die Steuerlast ist zuletzt wieder gestiegen weil man anders den haushaltlichen Griff bekommen hat.
00:13:49: Frankreichs Haushalt ist auf Kante genäht.
00:13:51: Es ist wirklich eine Budget-Situation hier, die gefährlich ist Für Europa, für Frankreich und für Europa.
00:13:56: Da kann man auch nicht drum oben reden.
00:13:58: Ja, das is so
00:14:00: Wir haben es eben schon kurz besprochen, dass der RN ja klar vorne liegt in den Umfragen gerade.
00:14:06: Was würde denn ein Wahlsieg der Rechtspopulisten in Frankreich wirtschaftspolitisch genau bedeuten?
00:14:11: Ich glaube das größte Problem wenn man mit Unternehmensvertretern spricht ist, dass man's einfach überhaupt noch nicht so richtig weiß.
00:14:16: also die Programmatik des RN ist wirklich noch nichtso richtig klar identifizierbar.
00:14:21: Es gibt auf der einen Seite den Versuch grade des parteivvorsitzenden Jordan Bardella Wirtschaftsliberal Angebots orientiert Pro-Business zu sein, auf die Unternehmen zuzugehen und letztlich ein bisschen liberale Wirtschaftspolitik anzukündigen.
00:14:36: Ob das aber wirklich dann so kommt?
00:14:38: Das weiß man nicht weil die Linie von Le Pen einfach in den letzten Jahren eine andere war.
00:14:42: auch andere Parteivertreter sich anders äußern Und natürlich auch der AN an den Gegebenheiten, die wir hier vor allem in der Budget-Situation oder vor allem nach Haushaltslager vorfinden.
00:14:52: Nicht so viel innerhalb kürzester Zeit ändern kann.
00:14:55: Wo bleibt das Programm denn explizit Waage?
00:14:58: Also für welche Probleme hat der AN keine Lösung?
00:15:01: Die Rentenfrage ist eine ganz... entscheidende, symbolisch aber auch inhaltlich weil es da einfach um sehr viel Geld geht und die Schieflage der Rentenkasse einfach eine Realität ist.
00:15:12: Und wenn der En sich da eben jetzt nicht klar dazu äußert wie er diese Schieflage beheben möchte Dann haben wir eine große Unsicherheit und könnte es dann eben leider kurzfristig so sein, dass dann doch die Rentenbeitragssätze nochmal erhöht werden.
00:15:26: Unternehmen also mehr zahlen müssen.
00:15:28: Es würde die Wirtschaft also belasten dort entlasten.
00:15:31: Wir haben natürlich eine massive Unsicherkeit.
00:15:33: auch bei all den Themen rund um Migration wurde er eben auch bislang.
00:15:37: einerseits jetzt sagt ja Fachkräfte Einwanderung braucht es, denn es gibt natürlich auch hier ein Beschäftigungsmangel.
00:15:44: Also so wenig Arbeitskräfte in vielen Branchen auf der anderen Seite aber eine ganz klar migrationskritische Rhetorik beibehält.
00:15:50: Auch da massive Unsicherheit und diese Unsicherkeit ist einfach ein ländes Gift.
00:15:55: Kann man ja schon vergleichen mit der AfD hier den ja auch Antworten fehlen was die Wirtschaft angeht und wie man gewisse Probleme eben beheben möchte?
00:16:04: Und nein, es gibt Wirtschaftsvertreter hier und da.
00:16:06: Die ist vielleicht nicht mal ganz öffentlich sagen aber mittlerweile schon sagen naja die haben sich also der N hier hat sich professionalisiert in den letzten Jahren auch im Parlament und hat dann natürlich auch unterweilen er ist ja deutlich länger schon ein politischen Geschäft als die AfD Hier und da schon Ansätze eine gewisse Koherenz und gerade jenseits von Paris wurde einfach die politische Kraft in vielen Regionen geworden hat er natürlich auch Regierungserfahrungen und gibt es ein eingespieltes Spiel mit Wirtschaftsvertretern.
00:16:35: Das muss man schon auch sehen, aber auf der anderen Seite natürlich die Vergleiche mit der AfD- und anderen populistischen Parteien, die sind da, die ist nicht gegeben.
00:16:42: Einmal in der Überzeichnung so würde ich es bewerten der wirtschaftlichen Zustände also wirklich hier von einem Land kurz vor dem wirtschaftlichem Kollaps zu sprechen und zum andern zu sagen Wir versprechen quasi das Glaub am Himmel Muss aber zusagen, es machen andere Parteien auch.
00:16:57: Aber das ist sicherlich das was alle Populisten gerecht.
00:17:01: Du warst ja letztes Wochenende bei einer wichtigen Wirtschaftskonferenz in Ex-En Provence.
00:17:06: Wie war da denn die Stimmung?
00:17:07: Da war Le Pen oder Badella demonstrativ nicht eingeladen.
00:17:10: Ja und gerade das fanden eben viele Nichtgut, viele Wirtschaftsvertreter Die seit Monaten sagen wir müssen mit denen reden.
00:17:16: Das ist jetzt mittlerweile fast Konsens geworden hier bei Großkonzernen und Wirtschaftsvertretern, dass die es auch im On-Sagen auch öffentlich sagen.
00:17:23: Sie sagen das ist eine politische Kraft.
00:17:24: in den Umfragen liegen bei Della Le Pen vorne.
00:17:26: Wir müssen mit denen reden gilt aber gleicherweise auch für Mélenchon auf linker Seite.
00:17:30: also das ist dann schon bedauert worden von vielen Wirtschaftsvertretern, da war dieser Konferenz der Dialog nicht gesucht worden.
00:17:37: Es ist ein Abtasten, es ist einen Abtast rausfinden.
00:17:40: Was wollen die?
00:17:41: Was steckt hinter dem deklarierten ProBisnes von Bardella?
00:17:44: Was kann er wirklich?
00:17:45: Was hat der im Angebot?
00:17:47: Ich kann sagen... ...es wird noch viele Wellen in diesem Wahlkampf geben.
00:17:50: Stand jetzt!
00:17:51: Ist der T-Nur den man doch bekommen hat den letzten Wochen?
00:17:54: Nee Also die sind noch nicht so weit und sie überzeugen mit dem, was sie programmatisch anbieten.
00:18:00: Gleichzeitig gibt es ja durchaus Unternehmensvertreter der LVMH, Chef beispielsweise, Chef von Totalenergie's AXA also wirkliche Schwergewichte der französischen Wirtschaft, die sich ja schon mit Le Pen getroffen haben.
00:18:13: Würdest du sagen das reiner Pragmatismus?
00:18:16: Es ist das, was ich meine damit die Treffen um rauszufinden wie ticken die?
00:18:20: Was wollen die?
00:18:22: Abtaschen.
00:18:23: Also man kennt sich einfach teilweise noch nicht und hat sich jetzt in den letzten Wochen und Monaten kennengelernt.
00:18:29: Das Kennenlernverlief aber nicht unbedingt, würde ich mal sagen im Sinne des Erinnern nach vielem was man hört.
00:18:35: Denn gerade Le Pen bleibt in der Rentenfrage waage bzw verspricht nach wie vor dass man damit Anfang an sechzigend Rente gehen kann.
00:18:43: Wie sie dann aber die Schieflage in der Rentenkasse in Griff bekommen will sagt sie nicht.
00:18:48: das ist dann völlig klar dass dann Wirtschaftsvertreter sagen ja was sollen wir da mit?
00:18:52: Hat die Wirtschaft dann überhaupt eine Chance den RN in Anführungszeichen zu mäßigen?
00:18:59: Also man hört hier und da schon, dass diese Treffen auch dem Ziel dienen natürlich Einfluss zu nehmen deutlich zu machen.
00:19:06: Hört mal, hier geht es um wirklich auch den Konzernsitz.
00:19:09: Und wenn ihr jetzt anfängt hier eine ganz fürchterliche Politik zu machen Dann sind wir weg also letztlich implizit zu drohen oder einfach pädagogisch, wie man ja auch sagt, zu aufzuklären.
00:19:19: Wie ist eigentlich die französische Wirtschaft?
00:19:21: Die Interessenslage der Unternehmen?
00:19:23: Was ist da zu tun?
00:19:25: Das ist definitiv was es gibt und was sicherlich auch erfolgert.
00:19:29: Es ist völlig klar Frankreich ist ein hoch zentralisiertes Land.
00:19:32: Fast alle Großkonzernen haben ihren Sitz in Paris ausnahm im Michelin Airbus ein paar wenige andere.
00:19:37: Und insofern wenn man es sich hier mit den Pariser Großkonzernen verschärzt dann hat man schon mal schlechtere Karten.
00:19:44: sagen wir mal einfach so
00:19:46: Frankreich steht ja schon im kommenden Jahr vor einer Richtungsentscheidung.
00:19:49: Was ist denn dein Eindruck aus Paris?
00:19:51: Überwiegt im Moment die Sorge oder eher auch die Hoffnung, dass es vielleicht dann doch nicht so schlimm kommt?
00:19:58: Es überwiegt die Sorgge wegen dieser Unsicherheit und weil wir jetzt schon eine instabile Situation haben.
00:20:03: also da möchte ich vorauswirtschaftlicher Sicht sagen Wir haben jetzt schon ein lähmenden Zustand seit Sommer zwanzig vierundzwanzig Seit dieser Parlamentsauflösung das wirklich wenig voran ging.
00:20:13: Nicht nichts, aber wenig vorangeging!
00:20:15: Frankreich ist jetzt kein gescheiteter Staat und Gottes Willen also immer mit diesen Untergangsszenarien aufhören.
00:20:21: Aber wir haben ja wirklich eine sehr komplizierte politische Situation.
00:20:23: Wir haben eine sehr angespannte Haushaltslage.
00:20:26: Einfach massive Risiken Und es überwiegt gerade einfach die große Sorge, dass wir da im nächsten Frühjahr nicht die große Besserung erwarten können.
00:20:36: Es wird ja auch dauern egal wer an die Macht kommt vieles hier zu reformieren den Haushalt in Griff zu bekommen diese Sozialversicherung in Griff Zu bekommen Reform auf dem Arbeitsmarkt weiterhin ich habe die Jugendarbeitslosigkeit angesprochen.
00:20:48: Da muss einfach viel geschehen und das geht nicht von heute auf gleich.
00:20:52: Und wir sehen gerade einfach noch nicht, dass hier gerade der Prophet anlandet und dieses Land eben auch Vordermann bringen kann.
00:20:59: Das ist ja so schnell eben auch nicht möglich.
00:21:02: Danke dir Niklas für deine Einschätzung
00:21:04: dazu!
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