F.A.Z. Frühdenker Weekend • Die großen Fragen der Menschheit: Ist das der Anfang vom Ende?

Shownotes

Wenn sich Nobelpreisträger und Nachwuchsforscher aus aller Welt auf einer kleinen Insel im Bodensee treffen, mag das nach einer ziemlich abgehobenen Veranstaltung aussehen. Die klügsten Köpfe der Welt an einem Ort. Ausgezeichnet mit einem Preis, der für Erkenntnisse und Entdeckungen verliehen wird, die der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Vielleicht also viel lebensnäher, als man zunächst vermuten könnte?

In sechs Folgen sprechen wir unter anderem mit dem Nobelpreisträger Venki Ramakrishnan über Longevity und gesundes Altern, mit Katalin Karikó über mRNA-Forschung und neue Krebstherapien und mit dem früheren Leiter des Welternährungsprogramms David Beasley über Krieg und Frieden. Außerdem erklärt der Chemie-Nobelpreisträger Benjamin List seine Vision der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre und spricht über technologische Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel. Und mit Physik-Nobelpreisträger Brian Schmidt geht es um künstliche Intelligenz und die Frage, wie gefährlich und wie grandios sie für die Gesellschaft und unser Leben sein wird.

Host Simon Strauß

Co-Host Joachim Müller-Jung

Produktion Co-Autoren & Redaktion: Pia Heinemann, Piotr Heller und Andreas Krobok Koordination & Recherche: Max Stange Aufnahmen, Musik & Sounddesign: Niklas Kleber Schnitt: Kevin Gremmel, David Brucklacher Dramaturgie & Regie: Michael Götz Voiceover: Kathrin Jakob, Michael Götz, Felix Hoffmann, Andras Krobok, Kati Schneider Besonderer Dank geht an Birgit Schardt, Thomas Gruber, Daniela Thiel und das Kuratorium für die Lindauer Nobelpreisträgertagungen sowie an das Museum Cavazzen in Lindau

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Transkript anzeigen

00:00:03: Man könnte meinen, die Wissenschaft sei ein sicherer Anker.

00:00:06: Unumstößlich über allen Zweifelner haben – ist sie aber längst nicht mehr!

00:00:11: Ihre Autorität bröckelt, ihre Freiheit wird an vielen Orten bedroht und mancher fragt sich schon ob wir teure Experten überhaupt noch brauchen?

00:00:19: Genau darum dreht sich diese Folge, die in dieser Woche zu den meistgehörten im FAZ-Podcast für Deutschland gehörte.

00:00:26: Simon Strauß ist für unsere Sommerserie nach Lindau am Bodensee gefahren wo sich zum fünfundsebzigsten Mal Nobelpreisträger aus aller Welt versammeln.

00:00:35: Dort lässt er sich von Joachim Müller-Jung aus dem Wissenschaftsressort als Lotze durch diese ungewöhnliche Denkfabrik führen.

00:00:50: Umzug nach Lindau lese ich ein Artikel von meinem Kollegen Joachimo Müller Jung, Co-Leiter unseres Wissenschafts-Ressorts.

00:00:56: Er handelt von einem Generalangriff der aktuellen amerikanischen Regierung auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft an Angriff der sich darin zeigt, dass Forschungsgelder nur noch an solche Projekte vergeben werden sollen.

00:01:07: Die Zitat nachweislich die politischen Prioritäten des Präsidenten voranbringen.

00:01:13: Eine seiner Prioritäten ist zum Beispiel die Wiederbelebung der fossilen Energieerzeugungen eine andere der Kampf gegen den sogenannten Klima-Alarmismus.

00:01:20: Dieser Kampf gilt dann im Zweifelsfall auch Wetterstation oder der Ozeanforschung.

00:01:25: Eine italienische Freundin von mir, die gerade in Harvard an Mitteln gegen Demenz forscht erzählt mir vor kurzem das zB das Wort Diversity momentan zur sofortigen Ablehnung von Fördermittelanträgen führt, auch wenn es etwa um genetische Diversität geht.

00:01:58: Die Lage der Wissenschaft ist.

00:02:00: Ernst sagt etwa Martin Keller, Präsident der größten deutschen Forschungsorganisationen der Helmholtz-Gemeinschaft.

00:02:07: Aber nicht nur populistische Politik bedroht gerade die Freiheit der Wissenschaft – es gibt noch eine andere Bedrohung.

00:02:12: KI Die technologische Neuerung, die wir inzwischen alle unter Kursennamen wie ChatGBT oder Claude kennen hat das Potenzial, die gesamte Wissenschaftswelt auf den Kopf zu stellen, Forschung und Lehren eine tiefe Sinnkrise zu

00:02:25: stürzen.".

00:02:26: KI droht nicht nur, Unmengen an Jobs zu vernichten und uns alle abhängig von wenigen Tech-Konzern zu machen.

00:02:32: Sie entwertet auch menschliche kognitive Leistungen und damit die Wissenschaft im Ganzen.

00:02:43: Im guten alten DB-Zug ist die Temperatur noch ganz alt.

00:02:46: Die Klimaanlage läuft, die Verspätung hält sich ausnahmsweise mal in Grenzen.

00:02:55: Draußen der heißeste Tag in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

00:03:00: Autobahnen aufgeplatzt, Notaufnahmen überfüllt.

00:03:03: Der Klimawandel zeigt sich von seiner radikal realen Seite.

00:03:08: Ich trete aus dem Bahnhof und erwarte eigentlich die Zukunft.

00:03:12: Irgendwas Futuristisches, menschheitsmäßig Monumentales das mich hier in Empfang nimmt.

00:03:17: Stattdessen Oldtimer-Schau laufen.

00:03:30: Und auch Klassik!

00:03:31: Kraftfahrzeuge, Motorhäulen, Benzinduft in der Luft.

00:03:35: Bei einundvierzig Grad im Schatten zeigen die alten Verbrenner was sie noch so drauf haben.

00:03:40: Das Publikum feiert das Nostalgisch bejubelt es eine Technologie, die zumindest mal mitverantwortlich ist für die Klimakrise, die wir gerade am eigenen Leib erleben.

00:03:51: Wo man Himmel fliegt ein Zeppelin vorbei und ich denke an Casimion Carolina das alte Theaterstück von Ödeln von Horvath aus dem Jahr neunzehnt einigreißig dass auf dem Münchner Oktoberfest spielt und von der Härte sozialer Klassenunterschiede handelt.

00:04:04: An einer Stelle sieht der arbeitslose Proletarier Casimir ein Zeppelin an Himmel und brüllt voller Zorn.

00:04:11: Der Zeppelin, verstehst du mich?

00:04:13: Das ist ein Luftschiff!

00:04:14: Und wenn einer von uns dieses Luftschiffs sieht dann hat er so einen Gefühl als Täter auch mitfliegen.

00:04:20: Derweil haben wir bloß die schiefen Absätze... ...und des Maul können wir uns an das Tisch-Eck hinhauen.

00:04:26: Damit habe ich mich jetzt natürlich zu erkennen gegeben.

00:04:28: Wenn nicht im FAZ-Podcast für Deutschland Hoste oder Sommerserien über die großen Fragen der Menschheit konzipiere, dann schreibe ich im Filter übers Theater.

00:04:36: Howard ist einer meiner Lieblingsautoren und sein Stück Casimir & Caroline mag ich besonders gern!

00:04:42: Und ein kleines bisschen ist es ja auch hier in Lindau so... wie das, was Casimir damals auf dem Oktoberfest gebrüllt hat.

00:04:48: Auch hier trifft sich eine kleine elitäre Schicht um über Gott und ihr Welt nachzudenken.

00:04:52: Wir sitzen nicht im Zeppelin sondern auf einer Insel aber das Bild ist das gleiche.

00:04:57: Abgeschieden von der Lebensrealität vieler Menschen und ihren Problem macht sich eine Kleine Gruppe Gedanken zur Zukunft der Menschheit.

00:05:06: Jeder von uns kann zumindest ein paar Nobelpreisträger aufzählen oder?

00:05:10: Nein?

00:05:11: Gar kein!

00:05:13: Albert Einstein, Marie Curie, Max Planck, Robert Koch, Nelson Mandela, Martin Luther King Thomas Mann und ein paar weitere fallen uns vielleicht auch noch ein.

00:05:22: Herausragende Persönlichkeiten die in ihrem jeweiligen Bereich großartiges geleistet haben.

00:05:27: Menschen die wegen ihrer geistigen Leistung über Nacht zu Helden werden.

00:05:31: Der Ruhm des Nobelpreises hat noch die schüchternste introvertierteste Person ergriffen um mit sich fortgerissen.

00:05:39: Meine Damen und Herren Wissenschaft braucht Freiheit Und Demokratie braucht freie Wissenschaft.

00:05:45: Doch gegenwärtig zeigt sich die Faszination des autoritären Wächs an vielen Orten.

00:05:52: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnung der fünfundsebzigsten Lindauer Nobelpreisträgertagung, staatstragend wie immer.

00:05:59: Demokratie und Wissenschaft sind vom selben Geschlecht.

00:06:03: Klingt toll aber ich würde vorsichtig widersprechen wenn.

00:06:06: Wissenschaft ist nicht gleich Demokratie jedenfalls nicht in dem Sinne dass sie demokratischen Prinzipien folgt.

00:06:12: Wissenschaft war und ist das Werk von einzelnen wenigen.

00:06:16: Sie hängt von der Exzellenz einer Elite ab, die an Forscher und Nachdenken mit viel Steuermitteln gefördert wird in der Hoffnung dass wenn etwas klappt, wenn etwas Neues funktioniert das dann den Lauf der Welt zum Besseren ändern könnte.

00:06:31: Wissenschaft gerade so wie sie sich hier in Lindau präsentiert ist eine elitäre Angelegenheit.

00:06:37: Elitär eben im Sinne von Excellent.

00:06:39: Die Meinung der Mehrheit zählt nicht.

00:06:41: Es geht um Erkenntnis, nicht

00:06:43: um Bauchgefühl.

00:06:45: und doch muss die Wissenschaft in unseren Tagen immer stärkere Anstrengungen unternehmen, um ihre Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln.

00:06:53: Seit der Covid-Pandemie seit den umstrittenen Einfluss der Klimaforschung auf die Politik hat das Misstrauen in die Wissenschaft und ihren Erkenntnissanspruch eine scharfe politische Präsence bekommen.

00:07:06: Wissenschaft, das ist für viele inzwischen eine Schiffe für Abgehobenheit.

00:07:09: Etwas für Menschen die sich Veränderungen leisten können, die immer alles besser wissen.

00:07:14: Wissenschaft so muss man es sagen, ist inzwischen in den politischen Grabenkämpfe hinein geraten.

00:07:19: Ihre Autorität bröckelt ihre Freiheit wird vielerorts bedroht.

00:07:24: So wie die Kirche könnte auch die Wissenschaft bald immer mehr Anhänger verlieren.

00:07:28: Wer braucht schon teure Experten, wenn die KI uns das alles viel besser, viel einfacher und vor allem viel billiger erklären kann?

00:07:37: Man kann den gegenwärtigen Zeitgeist an verschiedenen Stellen messen bei AfD-Parteitagen oder auf Autobahnpoiletten.

00:07:43: Anhand von Geburtenraten oder der aktuellen Besseller Liste.

00:07:46: Oder bei einem Gipfeltreffen der klügsten Köpfe unserer Zeit.

00:07:51: Das andere haben wir andauernd.

00:07:54: Aber die Chance hinter die Kulissen des Weltgeistes zu schauen Die haben wir nicht so oft.

00:08:08: Dau, eine Insel im Bodensee mit dem Festland nur durch ein Damm und eine Brücke verbunden.

00:08:13: Mittelalterlicher Stadtkern, enge Gassen, Hafenpromenade, Drahländer-Eck.

00:08:18: Deutschland Österreich Schweiz bei klarem Wetter Blick auf die Alpen Und der einzige Leuchtturm Bayerns Der südlichste Deutschlands.

00:08:28: Ich komme ehrlicherweise mit einem etwas flauen Bauchgefühl hier an.

00:08:32: Noch nie habe ich mich als Berichterstatter so unsicher gefühlt.

00:08:35: Noch nie war ich als Beobachter in einem Feld, in dem ich mich so wenig auskenne.

00:08:40: Ich bin von Hause aus geisteswissenschaftler, Theaterkritiker, Assoziativdenker.

00:08:45: hier im Lindeau beim Spitzentreffen der Naturwissenschaften fühle ich mich irgendwie intellektuell underdressed – ernsthaft!

00:08:52: Aber vielleicht ist ja das auch genau das richtige Outfit?

00:08:55: Der beste Zugang zur großen Welt der Wissenschaft Einfache Fragen stellen.

00:08:59: Fragen, die sich die meisten Menschen auch stellen.

00:09:02: Jener Teil der Menschheit, der nicht am Gipfel treffend teilen will.

00:09:06: Vielleicht kriege ich dafür eine oder andere Ohrfeige?

00:09:08: Das kann ich mir schon vorstellen, dass ein Nobelpreisträger mal sagt, are you serious diese Frage?

00:09:12: Danke um mich gehe!

00:09:13: Aber vielleicht krieg' ich so auch bessere Antworten auf die großen Menschheitsfragen als jemand, der versucht krampfhaft auf Augenhöhe mit Nobelpreissträgern zu sprechen.

00:09:24: Zu Beginn meines Lindauer-Abenteuers habe ich mich mit jemandem verabredet, der mir während meiner Zeit ja immer wieder beiseite stehen wird Der mir helfen wird, die Dinge einzuordnen und zu verstehen.

00:09:34: Joachim Müller Jung, Co-Leiter unseres Wissenschaftsressorts zum fünften Malestehren zwischen in Lindau und hat viel Erfahrung mit den Nobelpreisträgern und ihren Erkenntnissen.

00:09:44: Ich treffe ihn am berühmten Lindauer Leuchtturm Denn Joachib ist ja wirklich so etwas wie mein Lotse auf dieser Reise.

00:09:52: Draußen würde man sagen das sind die Elite, das sind Die Denker, die nichts anderes tun als denken kassernieren quasi auf der Insel.

00:10:01: Die leben

00:10:02: hier für

00:10:03: eine Woche,

00:10:04: leben schön, gehen spazieren und denken.

00:10:07: Und das mit jungen Wissenschaftlern, hunderten von jungen Wissenschaftern und dazu eben so ne Gruppe von Eliten, von Helden, von Helden der Wissenschaft.

00:10:16: Also das ist ein ganz besonderes Flair und es auch ne ganz besondere Veranstaltung weil's keine normaler Fachkunkreis ist sondern es is einfach eine besondere Konferenz die jetzt zusammen

00:10:26: kommt.

00:10:27: Geht es denn um die Forschung in erster Linie oder geht es auch um das Wort Verantwortung, was sie empfinden für die Welt?

00:10:35: Zuerst

00:10:36: geht's um Verantwortung.

00:10:37: Es glaub ich wirklich ... Das eigentliche Forschungsthema, dass ja viele mitbringen von diesen jungen Spitzenforschern vor allem... Von den Nobelpreisträgern zum Teil auch.

00:10:47: Das kommt vor!

00:10:48: Das wird auch vorgetragen und ausgetauscht.

00:10:50: aber

00:10:51: eigentlich

00:10:52: merkt man natürlich,

00:10:58: Im

00:10:59: Zwischen den Nobelpreisträgern geht es dann immer um auch ganz große Themen.

00:11:03: Eigentlich geht's nicht nur um das Fachthema, die können sich ja auch ein Chemiker und ein Physiker wie sie hier jetzt zusammenkommen oder ein Chemiger und eine Mediziner vielleicht noch weniger oder einen Friedens-Norwellpreistreger.

00:11:14: Die haben nicht fachlich so viel auszutauschen!

00:11:18: sich über große Themen und wollen auch sie wissen, dass man auf sie hört.

00:11:22: Das sind Leute die sich hier treffen, die wissen das man auf Sie hört und sie wissen es auch aus der Geschichte.

00:11:28: Das ist ein historischer Ort weil da schon viel passiert ist auf Linder auf der Ebene und deswegen glaube ich, ist das von Anfang an hat es ein anderes Vorzeichen wie eine

00:11:36: Fachkonferenz?

00:11:37: Also das Weltwissen trifft sich hier aber es zeigt sich eben vor allem auch als Weltgewissen.

00:11:42: so könnte man's vielleicht sagen.

00:11:50: Ja, Nobelprästikertagen findet seit den Ustern fifty statt in diesem Jahr also schon zum fünfundsiebzehsten Mal.

00:11:55: Im Zentrum steht jedes mal eine andere Nobeldisziplin Medizin, Chemie und Physik.

00:12:00: seit den zweitausender Jahren finden regelmäßig auch Tagungen im Bereich Wirtschaftswissenschaften und auch interdisziplinäre Tagung statt.

00:12:08: Auch in diesem ja sind verschiedene Disziplinen vertreten.

00:12:11: Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt um zu verstehen welche Bedeutung dieser Kongress hatte und weiterhin hat.

00:12:18: Eine ziemlich lustre Runde an Forscherpromis hat Lindau über die Jahre besucht Werner Heisenberg und Nils Bohr pioniere der Quantenmechanik.

00:12:26: Otto Hahn entdeckt die Kernspaltung zusammen mit Fritz Strassmann und diese Meitner.

00:12:30: Letztere, diese Meidner war übrigens auch oft in Linder obwohl sie trotz neunundvierzig Nominierungen nie den Nobelpreis bekommen hat.

00:12:39: Konrad Lorenz, Verhaltensforscher für dich von Hayek John Nash bekannt durch den Film A Beautiful Mind mit Russell Crowe.

00:12:46: Mit der Zeit wurde die Lindauer Tagung immer internationaler, immer vielfältiger.

00:12:51: auch Friedensnobelpreisträger konnte man hier treffen wenngleich eher selten.

00:12:54: Danach seit vielen Fünfzig war Albert Schweizer da und dann seit zweiundseinzehntig wie die Brandt.

00:12:59: In diesem Jahr sind rund siebzig Nobelpreistägerinnen und Träger nach Lindau gekommen.

00:13:02: Sie residieren im wunderschönen Grand Hotel Bad Schachen.

00:13:05: Direkt neben dem Luxus Hotel gibt es einen Jugendstil schwimmbart mit direkten Zugang zum Bodensee.

00:13:11: Wenn man hier durch die Drehtüren tritt, kann es sein, dass mal einer Ikone der mRNA-Forschung oder einem Popster der Proteinwissenschaft in die Arme läuft.

00:13:21: Die Stars hier werden nicht auf der Straße erkannt – jedenfalls nicht von uns!

00:13:26: Die sechshundert jungen Nachwuchsforscher aus aller Welt erkennen sie natürlich sofort und bitten Sie auch wie Filmstars um Autogramme und Selfies.

00:13:35: Mit viel Freude sagen großen Erwartungen habe ich Das Ehrenprojektorat für die Europatagung der Nobelpreisträger der Medizin übernommen.

00:14:09: Sie ist mit dem Kongress aufgewachsen, hat idyllische Kindheitserinnerungen

00:14:13: daran.

00:14:14: Meine älteste Erinnerung ist ein Mittagessen

00:14:17: auf der Mainau in den achtziger

00:14:20: Jahren.

00:14:21: Da kam ich

00:14:22: tollerweise früher von der Schule nach Hause.

00:14:25: weil eben die Nobelpreisträger auf der mainau waren durften wir früher

00:14:28: heimkommen

00:14:29: und an den mittagessen teilnehmen Und dann saßen wir mit dem Preisträger, meinem Bruder und ich.

00:14:36: Wir haben ein Experiment mit ihm gemacht.

00:14:39: Er hat so einen Schlauch dabei und wir haben

00:14:41: Wasser von

00:14:42: einem Glas ins andere

00:14:44: geschüttet was wir natürlich total toll

00:14:46: fanden.

00:14:46: uns wurde auch alles

00:14:47: platt schnaß also für uns großartig

00:14:50: dass wir das

00:14:51: durften.

00:14:51: es gab natürlich strenge Blicke vom Nachbartisch aber nachdem wir da so toll angeleitet wurden war das okay?

00:14:59: Das ist zu

00:14:59: meiner ältesten Erinnerung und sogar ich

00:15:03: habe da mitgenommen, wie

00:15:06: cool und spannend wissenschaftliches Experimentieren sein kann.

00:15:11: Was für Aha-Momente das sind!

00:15:14: Die Initiative zur Tagung ging von zwei Lindauer Ärzten aus Franz Karl Hain und Gustav Wilhelm Parade.

00:15:20: Die Gründung der Lindauer Nobelpreistiger Tagen gehört in die Geschichte vom Neuanfang der Deutschen Wissenschaft nach NSH-Schaft und Zweiten Weltkrieg.

00:15:29: Was als ein eher übersichtiges Treffen von sieben Nobelpreisträgern mit Ärzten aus ganz Deutschland begann, wurde über die Jahre zu einem internationalen Forum der Naturwissenschaften.

00:15:38: Das bestreben die deutsche Forschung nach dem Krieg wieder salonfähigzumachen war ein ziemlicher Erfolg!

00:15:45: Aber bei aller Erfolgsgeschichte hat das Ganze auch eine düstere Seite.

00:15:49: Noch während in diesem Jahr die Jubiläums-Tagung läuft veröffentlicht das Nachrichtenmagazin Der Spiegel einen Interview mit Historiker Nils Hansson.

00:15:58: blinden Fleck in der Tagungsgeschichte.

00:16:01: Gustav Wilhelm Parade war Parteigänger, der NSDAP und Zitat auch sonst in den Nationalsozialismus involviert.

00:16:08: Auch die Unterstützung der Tagungsidee durch den National-Sozialisten und Göringfreund Hans von Euler-Kelpin – Chemie Nubellpastika von neunzehnundzwanzig wirft einen düsteren Schatten auf den Gründungsmythos von Lindau.

00:16:21: Wenn man diesen Hinweisen folgt und genauer hinschaut finden sich auch bei einigen Teilnehmern der ersten Lindauer Tagung, Verstrickungen mit dem NS.

00:16:31: Da gibt es also offensichtlich noch einiges aufzuarbeiten.

00:16:42: Eine gute Ansprechpartnerin für eine solche Aufarbeitung ist Beate Hein Bennett die Tochter des Eingründers Franz Karl-Hein.

00:16:49: Hier hören wir ihn im Oton aus dem Jahr oneundfünfzig für Preisträger der Medizin unter angrenzenden Gebiete zu eröffnen.

00:16:58: Laut die Inselstadt verbindet sich mit Mainau, der Schlossinsel und gemeinsam wollen sie alles tun um der ersten Robert-Tagung zum vollen Erfolg zu

00:17:19: verhelfen.".

00:17:21: Als Kind hat Beate Hain am Küchentisch sitzend Einladungsbriefe eingetütet, Matritzen geschrieben, Programme verfielfältigt.

00:17:27: Heute lebt die Theaterkritikerin und Dramatogen in New York City, aber zu den Nobelpreistiger Tagungen reißt sie seit zweitausend jedes Jahr an.

00:17:36: Eine distinguierte Frau aus der New-Yorker Oberschicht sitzt davor mir und erzählt aus der Gründungszeit der Nobelpreisrige Tagung.

00:17:45: Ich bin dann quasi aufgewachsen, ich war als fünfjähriges Mädchen bei der ersten Meinhauffahrt dabei.

00:17:55: Aber dann bin ich damit aufgewachsen und war sehr hellhörig.

00:18:00: Und

00:18:00: hab viel beobachtet, zugehört ... Dadurch auch, weil meine Eltern

00:18:08: mit

00:18:09: einigen Nobelpreisträgern auch wirklich freundschaftlich verbunden waren die auch Jahr für Jahr, ich für Jahre jedes Jahr immer wieder kam.

00:18:20: So zum Beispiel Heißenberg-Budenand, dann Max Born, der ja seinen Nobelpreis erst in den Vierundfünfzig bekam, obwohl sein Schüler Heißsenberg den schon neun zu neunzwanzig bekommen hatte.

00:18:33: und meine Eltern haben in den

00:18:36: frühen Jahren

00:18:36: also noch bis in die sechzehrjährige Reihen jeden Mittwoch nachmittag bei sich Die befreundeten mit Manche eingeladen, also auch unter anderem vor allem mit dem Borns waren wir sehr gut, sehr intensiv verbunden.

00:18:52: Und Albert Einstein hat ihm vorgehalten ... wie er in die ... neun zu neun und vierzig wär in dieses Land der Mörder wieder zurückkehren konnte.

00:19:03: Und Born antwortete ihm damals ja weißt du?

00:19:07: In Edinburgh, wir wären verhungert.

00:19:09: ich hatte kein Recht auf Pension.

00:19:13: Göttingen hat mir eine Pension angeboten und das hat uns ... Und abgesehen davon

00:19:22: waren nicht

00:19:22: alle Mörder.

00:19:24: Das hatte auch dem Einstein schon geschrieben.

00:19:27: Beate Heine erzählt von einem Erlebnis, dass sie als junges Mädchen im Wohnzimmer ihre Eltern erlebt hat.

00:19:33: Am Tisch sitzen Werner Heisenberg Adolf Buttenandt und Max Born ein enger Freund der Familie.

00:19:38: Butenand ist Biochemiker, Nobelpreisträger für Chemie in den Neun und Dreißig ausgezeichnet für seine Arbeiten über Sexualhormone.

00:19:46: Aber Butenant ist eben auch NSDAP-Mitglied, Direktor des Kaiser Wilhelms Institut für Biochemie in Berlin Dalem.

00:19:54: Nach dem Krieg wird der Präsident der Max Planck Gesellschaft an die NS Zeit so heißt es wollte er sich nicht erinnern.

00:20:01: Wissenschaft in Gefahr das gab es schon einmal.

00:20:05: Der andere Max Born, Physiker einer der Quäter der Quantenmechanik, von den Nationalsozialisten von seinem Göttinger Lehrstuhl vertrieben wegen seiner jüdischen Herkunft.

00:20:15: Emigriert nach Cambridge und dann nach Edinburgh und kehrt erst�hundzevierundfünfzig nach Deutschland zurück.

00:20:21: Im selben Jahr erhält er den Nobelpreis für Physik, für Arbeiten von ihm die Jahrzehnte lang zurücklagen.

00:20:27: Putinanz sagte ja, die Wissenschaftler, die in Deutschland blieben sind a priori suspect, Speigen.

00:20:42: Und in meinem Blickfeld war Max Born, saß in einem Hähnstuhl und sein Blick ging nach innen ... Der Blick nach unten, nach innem.

00:20:56: Und dieses Schweigen ist mir unvergesslich und dieser Blick ist mir Unvergesserlich.

00:21:00: Ich war damals vielleicht sechzehn, siebzehn aber wie gesagt Wusste viel.

00:21:04: Eine bedrückende Szene.

00:21:06: Butenand, der selbst in Deutschland geblieben war und unter den Nazis Karriere gemacht hat, äußert sich auf großspurige und selbstvergessene Weise über seine früheren Kollegen.

00:21:14: Der andere, Max Born, als er dreiunddreißig eminkriert,

00:21:18: schweigt beschämt

00:21:20: eine Szene aus dem Wohnzimmer jenes Lindauer Arztes, auf dessen Initiative beide Wissenschaftler hier in Lindau wieder zusammengekommen sind.

00:21:29: Die Szene zeigt die Spannung der Gründungszeit wie unter einem Brennglas.

00:21:36: Zum Schluss unseres Gesprächs erzählt mir Beate Heinoch davon, wie sich hier in Lindau ehemalige Kollegen die während des Kriegs ins Exil gegangen waren zum ersten Mal widersagen.

00:21:46: Dafür steht diese Tagung eben auch dass Wissenschaft und die Suche nach Wahrheit immer eine menschliche Angelegenheit

00:21:52: ist

00:21:52: von einer persönlichen

00:21:53: Beziehung lebt und das die Wissenschaft umgekehrt dazu beitragen kann Menschen wieder zu verbinden und Grenzen zu überwinden.

00:22:22: Wissenschaft ein grenzenloses, friedliebendes Kulturgut.

00:22:25: Das ist die positive, die leicht verklärende Sichtweise.

00:22:29: Es gibt auch den Nüchtern und den realistischen, den sociologischen Blick.

00:22:33: Schauen wir einmal mit ihm auf die Wissenschaft und insbesondere auf das was Anlass dieser Sommerserie ist – der Nobelpreis!

00:22:54: In vier Schritten zum Nobelpreis.

00:23:10: Schritt eins Sie wollen einen Nobelpreis gewinnen?

00:23:15: Dafür sollten sie zunächst eines wissen.

00:23:17: Bewerben können sie sich nicht!

00:23:18: Sie müssen vorgeschlagen werden.

00:23:20: und nein, sie dürfen sich nicht selbst vorschlagen auch dann nicht wenn sie sich sicher sind den Friedensnobelpreis verdient zu haben.

00:23:27: diese Vorschläge gehen an die Nobelkomitees.

00:23:30: für jede Preiskategorie gibt es ein

00:23:32: eigenes.

00:23:33: Die Vorschlage werden für genau fünfzig Jahre streng geheim gehalten.

00:23:38: Schritt zwei nehmen wir mal an jemand hat sie vorgeslagen.

00:23:42: Für ihren eigenen Seelenfrieden wäre es vermutlich besser, davon nichts zu erfahren.

00:23:46: Denn sie konkurrieren jetzt mit hunderten Spitzenwissenschaftlern, Top-Literaten oder Friedensstiftern!

00:23:52: Die Novellkomitees prüfen die eingegangenen Vorschläge und einigen sich auf einen Kandidaten den Sie dann für die Preisvergabe empfehlen – die Entscheidung treffen die von Alfred Nobel benannten Institutionen.

00:24:04: Schritt drei

00:24:06: Sollte

00:24:06: Anfang Oktober ihr Telefon klingeln und eine schwedische Nummer im Display erscheinen, heben Sie unbedingt ab.

00:24:11: Vielleicht will man ihnen mitteilen, dass sie den Nobelpreis in einer der wissenschaftlichen Kategorien gewonnen

00:24:16: haben.

00:24:17: Sollten Sie wie die meisten Nobelpreisträger in den USA leben, dürfte der Anruf übrigens nachts

00:24:22: kommen

00:24:22: – wegen der Zeitverschiebung!

00:24:24: Wenn Sie ihn nicht abheben werden Sie von der Preisverleihung spätestens durch ihre Freunde oder Verbandene

00:24:28: erfahren …

00:24:29: Oder durch die Reporter, die plötzlich vor ihrer Tür stehen.

00:24:32: Fühlen Sie sich bereit ein Interview zu geben?

00:24:34: Es wird sicher nicht das letzte sein um das man Sie von heute

00:24:37: an bittet….

00:24:39: Schritt vier.

00:24:39: Wenn Sie

00:24:40: bereit sind, den Nobelpreis anzunehmen, reisen sie Anfang Dezember nach Stockholm.

00:24:44: Sie werden Vorträge halten, Pressestatements geben und laufen sich warm für die große Zeremonie zur Preisverleihung.

00:24:50: Diese findet immer am zehnten Dezmber statt dem Todestag von Alfred Nobel Mit dabei nicht nur viel Prominenz aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft

00:24:59: sondern

00:25:00: auch die schwedische Königsfamilie.

00:25:02: Sie

00:25:02: erhalten eine goldene Medaille mit dem Porträt des Stifters, einer Urkunde und das

00:25:06: Preisgeld.

00:25:08: Das liegt für jede Preiskategorie bei elf Millionen schwedischen Kronen.

00:25:12: Das sind knapp eine Million

00:25:13: Euro.

00:25:17: Elbreise gibt es für wissenschaftliche Exzellenz literarisches Genie politischem Gut.

00:25:21: soweit so gut.

00:25:23: aber nun zu der etwas heikleren Frage ist das überhaupt nötig?

00:25:28: Braucht die Wissenschaft den Nobelpreis?

00:25:30: Ist der Nobelpreist am Ende ein wissenschaftliches oder nicht für mehr ein kommunikatives Unternehmen.

00:25:37: Unser Völter-Herausgeber Jürgen Kauber hat sich mit Rudolf Stichwe darüber unterhalten, einem der führenden Wissenschaftssoziologen Deutschlands Schüler und Lehrstuhlnachfolger des weltberühmten Niklas Luhmann.

00:25:47: Stichweh hat den Nobelkreis soziologisch untersucht und so etwas wie eine Theorie zu diesem Weltereignis formuliert.

00:25:55: Unterhaltsam gelehrte Gespräch zwischen den beiden senden wir in voller Länge als Zusatzfolger am Ende dieser Serie.

00:26:01: Hier jetzt aber schon einmal zwei, drei kleine Ausschädte zum Vorgeschmack!

00:26:05: Ich würde sagen der Nobelpreis ist das Weltereignis des Wissenschaftssystems und es wird auch sofort gesehen.

00:26:11: Ich finde das faszinierend.

00:26:13: an dem Tag, an dem das Testament publiziert wird sagt Svenska Dagbladet da

00:26:19: kommt jetzt

00:26:20: Olympia zu uns.

00:26:22: Der Nobelprei... dass Olympia das Wissenschaftssystem kommt.

00:26:26: Nach

00:26:26: den Ärzte, als neunzig, also fünf Jahre vorher

00:26:29: glaube

00:26:29: ich die ersten olympischen ... Ja,

00:26:31: es war noch früh!

00:26:32: Dieser Artikel erscheint am vierten Januar siebenneinzig.

00:26:34: Also bei Bekan ... gerade im Jahr davor hat es dir ... also die verstehen richtig, dass Olympias eine große Sache wird und denken, dass Stockholen jetzt auch eine große Sachen bekommen und Sie haben ja auch echt behalten.

00:26:48: Das wissen wir so.

00:26:49: Es ist ein Weltereignis gibt wenig Korrektoren.

00:26:52: Olympia zählt dazu oder Die Fußball-Wertmeisterschaft und

00:26:55: überall

00:26:56: in den Funktionssystemen gibt es so etwas auch.

00:26:58: Aber für das Wissenschaftssystem, ich wüsste nicht was sich als Konkurrenten anführen sollte.

00:27:03: Es gibt kein vergleichbar bedeutsames Ereignis dass in gewisser Hinsicht obwohl es nur ein paar Disziplinen sind aber das auch wieder zum Vergessen bringt, dass ist ja eigentlich eine hoch selektive Auswahl von Disziplin und sich an die ganze Welt adressiert, als ob die ganz weltlich dafür interessierte was weiß ich das Hicks wo Sohn ist.

00:27:26: Und sagt, dass es für euch wichtig und dauer berichtet und damit stolz verknüpft zum Beispiel nationalen Stolz und solche Dinge nicht?

00:27:33: Das geht dann ja bis zur Preisverleihung der Idee also die Übergabe die in sich wiederum so eine Art kleines mit dem König und den Thermonien.

00:27:44: Ein königliches Weltereignis, also etwas das in der Kategorie Olympia und Fußball-Weltmeisterschaft spielt.

00:27:50: Aber den Nobelpreis ist nicht nur das ein mediener Ereignis der Sonderklasse Es ist auf individueller Ebene auch ein ungehöriger Einschnitt.

00:27:58: ein großes Ruhmeszeichen Ja aber so stich wie eben eine Zumutung zum Teil einen Sargdeckel Eine Sackgasse für den Wissenschaftler hinter dem Nobelpreisträger.

00:28:08: So die Fußballer erst mal ein paar Monate feiern und trinken.

00:28:13: Fußballer können sich das so lange ja nicht erlauben.

00:28:17: Also es ist schon, ich glaube ein Nobelpreis wirft einen schon raus.

00:28:22: Ich würde tippen mehr als fünfzig Prozent haben eine Art Bruch in der Karriere.

00:28:26: also die Kosten sind eigentlich auch hoch.

00:28:29: wenn man wirklich einen

00:28:30: völlig

00:28:33: Der eigentlich nur Wissenschaftler ist der Nobelpreis nicht immer ein Glück, würde ich denken.

00:28:37: Nichts sondern auch einen Ungrück.

00:28:39: also im Grunde den Nobelpreisträger wechselt von der Produktion von Wissenschaft alles in allem zur Kommunikation über Wissenschaft.

00:28:47: deswegen sitzt er auch in Lindau und ist dann nicht viel platziert.

00:28:50: Manche lernen das und manche lernen es nicht.

00:28:52: Natürlich, wenn man's nicht lernt lässt man's lieber.

00:28:53: aber die Leute sind ja in der Regel extrem klug davon kann.

00:28:58: also sie haben eine gute Chance das zu lernen Und in diesem System der Kommunikation von Wissenschaft.

00:29:03: Das ist in gewisser Hinsicht auch aus den Nobelpreisen hervorgegangen.

00:29:07: Nicht vollständiges Gebliede vieler andere Ursachen.

00:29:10: Aber der Nobelpreis ist auch hier vielleicht die größte Ursache und so funktioniert das Ja auch noch und deswegen Ist ja auch für Nobelpreisträger eigentlich nur gute Idee Bücher zu schreiben Und manchen gelingt das ja auch, und manche Popularisierung der Wissenschaft ist ja auch extrem gut.

00:29:24: Das ist das was geht aber natürlich nur in Grenzen!

00:29:30: Nicht alle vertragen den Nobelpreis nicht alle kommen da gut weg sagt Stichwäh, manch einer kriegt davon einen Schlag weg von dem er sich nie wieder erholt.

00:29:37: Das finde ich eine interessante Aussage.

00:29:40: darauf werde ich jetzt achten wenn ich Ihnen gleich gegenüber sitze inwieweit diese Menschen vom Nobelpreiser schlagen es sind.

00:29:58: Auch interessant ist die Frage, wie die Nobelpreis Träger und ihr glanzvolles Weltgeist treffen hier vor Ort.

00:30:04: Hier in Lindau betrachtet wird?

00:30:06: Am Rande eines Grillfestes am Ufer des Bodensees treffe ich die junge dynamische Bürgermeisterin der Stadt ob der Lindau-Spirit, der Nobelpreistriger Tagung auch auf ihre Kommune ausstrahlt.

00:30:18: Lindau ist seit jeher geprägt vom Reisen und vom Handel.

00:30:22: Es gab früher den Mailander-Boten, der Meiland und Lindau verbunden hat und das sind einmal natürlich

00:30:27: Waren transportiert worden.

00:30:29: aber da sind natürlich

00:30:30: auch Ideen, Aufklärungen Konzepte transportiert wurden was sich natürlich hier auch sozusagen bemerkbar gemacht hat in der Bevölkerung.

00:30:39: Und man merkt einfach, dass es hier Wirklich so eine Schnittstelle

00:30:43: ist zwischen verschiedenen

00:30:43: auch kulturellen Einflussbereich.

00:30:45: Wir haben hier in Österreich das Vorallberger Rische, wir haben auf deutscher Seite das Schwäbische, das Bayerische und das Allgäuerische Und

00:30:51: da gibt es einfach ganz unterschiedliche

00:30:53: Einflüsse.

00:30:54: Das merkt man auch hier bei uns in der Stadt.

00:30:55: und dann natürlich das große Glück, dass jetzt inzwischen

00:30:58: seit seventy-fünf Jahren

00:30:59: die Linder Nobelpreistreigartage stattfinden.

00:31:02: In unsere kleine Stadt, die ja

00:31:03: keine Universität hat oder keine andere

00:31:05: Hochschule oder Wissenseinrichtung wirklich immer die klügsten Köpfe der Welt

00:31:09: bringt.

00:31:10: Für uns finde ich ein großes Glück, einem Privileg und einen Standortvorteil!

00:31:15: In der Tat ein ziemliches Ding, dass das zentrale Treffen der internationalen Nobelpreisträger nicht in Berlin, Frankfurt oder München stattfindet sondern hier in Lindau am Bodensee.

00:31:26: Aber gerade diese Abgeschiedenheit könnte auch die Besonderheit der Stimmung hier erklären.

00:31:33: Was erwartet sich eigentlich Joachim?

00:31:34: Mein Lotse aus dem Wissenschaftsressort von dieser Tagung?

00:31:38: Ich frage ihn

00:31:39: Es sind viele Nobelpreissträger Hier so viel

00:31:42: wie noch

00:31:42: nie.

00:31:42: ich habe auch noch nie soviel erlebt und hoffen mir natürlich vor allem tolle Gespräche, also Wissenschaftler dem Format wiederzutreffen auch.

00:31:53: Und viele wird man wieder treffen.

00:31:55: das ist selten vor allem

00:31:57: in einer Woche

00:31:58: wiedertreffen hier haben eine interdisziplinäre Tagung mit Physik

00:32:02: Chemie

00:32:03: Medizin oder Physiologie.

00:32:05: Man darf dann auch

00:32:06: hoffen dass die Nobelpreisträger auch über den Tellerrand hinaus blicken andere

00:32:13: große Probleme machen.

00:32:14: Vor der Lindauer Inselhalle rein sich sechshundert junge Menschen, ich laufe langsam an ihnen vorbei, musste sie versuche zu hören was sie miteinander tuscheln.

00:32:24: Ehrlich gesagt, lauf' ich damit einem ziemlichen Vorurteil.

00:32:27: nachwuchswissenschaftler aus der Physik und Chemie das können doch nur weltfremde Nerds sein mit dicken Brillen, krummer Haltungen fettigen Haaren.

00:32:36: Vorurteil Bauchgefühl Quatsch mit Soße denn was ich hier in Lindau vor der Insel Halle sehe ist das ganze Gegenteil davon.

00:32:42: Ich sehe junge, neugierig wirkende Menschen im heiteren Gespräch voller Elan und sozialer Kompetenz.

00:32:49: Drinnen in der Halle findet jetzt die feierliche Auftaktveranstaltung statt mit dabei Sprengstoffhunde-Polizei Politische Prominenz Und ein Moderator, der wirklich Adam Smith heißt wie der berühmte britische Ökonom Der den Ausdruck der unsichtbaren Hand geprägt hat.

00:33:06: Das passt.

00:33:07: Ein Storchquartett der Wiener Philharmoniker spielt Hayden.

00:33:10: einen aufwendig produzierten Film wird gezeigt, der die Lindau-Story für die Instagram Generation nacherzählt.

00:33:17: Dann tritt Bettina Bernadotte, die heutige Präsidentin des Kuratoriums ans Mikrofon.

00:33:22: Science is a shared human endeavor", sagt sie.

00:33:25: Wissenschaft eine gemeinsame menschliche Angelegenheit.

00:33:29: Klingt heilig aber stimmt das mit Blick auf den revolutionären Effekt der KI noch so?

00:33:35: Diese Frage wird uns im Laufe dieser Sommerserie immer wieder beschäftigen und beunruhigen!

00:33:45: Im Publikum sitzen über sechshundert junge Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt, deren Zukunft von dieser Frage abhängt.

00:33:52: In der kommenden Woche werden sie in unterschiedlichen Formaten mit den Nobelprästregern zusammentreffen.

00:33:57: Es gibt Talks und Vorträge, Panels und Podien aber auch gemeinsame Spaziergänge und Frühstückstermine mit Nobelprässtägern – und es gibt sogar Morning Yoga!

00:34:07: Ich werde überall mit dabei sein.

00:34:08: ich werde Gespräche führen mit sehr alten und sehr jungen Wissenschaftlern.

00:34:16: Es wird um das Leben gehen und die Frage, wie wir unser Alter verlangsamen können.

00:34:20: Und ob wir vielleicht sogar dem Tod aufhalten werden?

00:34:24: Aber es wird auch ums Gegenteil vom Leben gehen – und das Ende!

00:34:27: Und wie ist uns

00:34:28: ereilt?!

00:34:29: In Deutschland erkrankt nachweislich jeder Zweite an Krebs.

00:34:32: Jeder von uns kennt jemanden oder hat selbst Erfahrungen dieser furchtbaren Krankheit gemacht.

00:34:37: Wie ist der Stand der Krebsforschung heute?

00:34:39: Wie nah sind wir dran am Durchbruch bei den Therapien?

00:34:43: Diese Fragen aus dem Mund von internationalen Krebsforschern beantwortet zu bekommen ist eine einmalige Chance.

00:34:50: Auch diese Tagung, auch dieser Podcast finden in Kriegszeiten statt.

00:34:53: die drängende Frage, die ich an die Wissenschaft und vor allem auch an prominenten Politiker, den Linda zu Gast entstellen will lautet wer kann Frieden schaffen?

00:35:01: Und geht das wirklich ohne Waffen?

00:35:05: Dann die Natur, das sich wandelnde

00:35:06: Klima.

00:35:07: Was kann die Wissenschafts?

00:35:08: Was kann etwa die chemische Forschung beitragen zum Kampf gegen die fortschreitende Klimakrise, deren Folgen und Symptome wir in diesem Sommer wieder hautnah erleben?

00:35:17: Und zuletzt die Frage nach der künstlichen Intelligenz – nach dem was Science ist und was Fiction!

00:35:23: Und ob nicht an der ein oder anderen Stelle gerade beides miteinander verwischt... Da bin ich also in Lindau eine Stadt, die ich sonst wahrscheinlich nie besucht hätte.

00:35:34: Der See glitzert in der Abendsonne, die Leute sitzen lachend am Wasser und zeigen drüben auf das Ufer der Schweiz.

00:35:41: Wer hätte gedacht dass gerade in diesem beschaulichen kleinen Städtchen einmal der Weltgeist Station machen wird?

00:35:48: Was erwarte ich von dieser Woche, die vor mir liegt?

00:35:52: Vielleicht vor allem eines einen Gefühl zu bekommen für die Zeit in der wir leben.

00:35:57: normalerweise nähert sich dieses Gefühl aus dem was ich politisch erlebe und diskutiere unter den Schlagworten Populismus, Radikalisierung, Spaltung jeden Tag dutzendfach in meinen Feets und Gesprächen auftauchen.

00:36:11: Ich bin gespannt was für ein Epochengefühl ich bekomme wenn ich einmal fast ausschließlich nur mit Wissenschaft dann über unsere Zeitsprecher und Fragen diskutiere die größer sind als das tagespolitische Klein-Klein-Fragen die auf nichts geringeres zielen als auf Gegenwart und Zukunft der Menschheit mal nicht eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD meint.

00:36:37: Die Linda aus Story, der Linda aus Spirit.

00:36:40: von beiden wollen wir in dieser FAZ Podcast-Serie erzählen – ausgeruht und konzentriert und hier und da auch ein bisschen unterhaltsam.

00:36:47: Immerhin ist Sommer und die meisten, die diesen Podcast hören werden das hoffentlich unter einem Sonnenschirm oder mit den Füßen im Meer tun.

00:36:54: Was wir bieten wollen ist beste wissenschaftliche Hinterhaltung auf höchstem Nobelniveau aber so dass es was ist was vor.

00:37:01: Leser wie ich.

00:37:04: Rückmeldung und Reklamation bitte immer sofort an podcast.de.

00:37:15: Interessanterweise altern wir nach manchen Kriterien tatsächlich ab dem Moment unserer Geburt, eigentlich schon ab dem moment der Empfängnis.

00:37:22: Schon im Mutterleib lassen sich Veränderungen in den Methylussierungsmustern beobachten.

00:37:26: Das sind Marker des Alterns.

00:37:28: Nur überwiegt in der frühen Lebensphase die Entwicklung so stark, dass das Alter kaum ins Gewicht fällt.

00:37:38: Das ist Professor Ramakrishnan ein indischstämmiger Ribosomen-Forscher, der im Jahr dem Nobelpreis für Chemie erhalten hat.

00:37:46: Mit ihm spreche ich über die Menschheitsfrage ob wir bald ewig leben können werden?

00:37:52: Wer eine Antwort darauf hören und außerdem wissen will, was das mit Peter Thiel und meinem Großvater zu tun hat, der muss bitte Folge zwei hören.

00:38:01: Das war Folge eins der Sommerserie im FAZ Podcast für Deutschland.

00:38:06: Schreiben Sie gerne Ihr Feedback, Ihre Kritik auch ihr Lob an podcastfaz.de.

00:38:10: Mein Name ist Simon Strauss.

00:38:12: ich bin Ihr Host in dieser Sommeraserie In der Rolle des Leuchtturmwärters und Wissenschaftsvermittlers Joachim Müller-Jung.

00:38:19: Co-Autoren und Redaktion, Pierre Heinemann, Piotre Heller und Andreas Kruppock.

00:38:23: Koordination und Recherche Max Stange.

00:38:26: Aufnahmmusik Sounddesign Niklas Kleber Schnitt Kevin Gremel und David Rucklacher.

00:38:32: Grammaturgie und Regie Michael Gölz.

00:38:35: Besonderer Dank geht an Birgit Schaar Thomas Gruba Daniela Thiel Und das Kuratorium für die Lindauer Nobelpreistriger Tagung sowie an das Museum Karatzen in Lindau.

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