F.A.Z. Frühdenker Weekend • Linken-Chefin Schwerdtner: „Ich bete, dass die CDU einen Plan hat“

Shownotes

Die Links-Partei könnte in Sachsen-Anhalt zum Zünglein an der Waage werden. Ihre Unterstützung bekommt die CDU nicht zum Nulltarif.

Die Co-Chefin der Links-Partei, Ines Schwerdtner, ist bekennende Marxistin und F.A.Z. Abonnentin. Im F.A.Z. Podcast für Deutschland spricht sie über die neue Machstellung in Sachsen-Anhalt, Berlin und die große Frage: Kann die Linke im schicksalhaften Wahlmonat September gleichzeitig eine AfD-Regierung verhindern und die erste linke Bürgermeisterin stellen?

Außerdem diskutieren wir über die Pläne der Linken, die Immobilienkonzerne Vonovia & Co zu enteignen, um die Mieten in der Hauptstadt wieder bezahlbar zu machen. Wie soll eine Vergesellschaftung praktisch ablaufen? Wie teuer könnte das den Senat kommen? Und werden die Mieten dann wirklich sinken?

Hosts: Corinna Budras

Mitarbeit: David Brucklacher, Niklas Kleber, Quentin Pehlke


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Transkript anzeigen

00:00:03: Einmal noch schlafen.

00:00:04: Dann wählt Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland schaut darauf!

00:00:09: Und natürlich ging es auch im FAZ Podcast für Deutschland in dieser Woche darum, was nach der Wahl passiert... ...und da war viel von der Linkspartei die Rede.

00:00:18: Denn plötzlich könnte sie zum Zünglein an der Waage werden.

00:00:23: Meine Kollegin Corinna Budras hat die Co-Chefin der Linken Ines Schwertner in ihrem Büro in Berlin getroffen.

00:00:30: Übrigens eine bekennende Marxistin und FHZ-Leserin.

00:00:34: Es geht um die neue Machtstellung ihrer Partei, um die Frage wie einfach eine Zusammenarbeit mit der CDU wirklich wäre?

00:00:41: Und um die umstrittenen Enteignungspläne für Immobilienkonzerne.

00:00:50: Jetzt bin ich einmal am hackischen Markt vorbeigegeradet Und sitze jetzt im Brot der Linken in der kleinen Alexanderstraße, nur einen Tortenwurf entfernen vom Alexanderplatz und gegenüber der Erfolgsbühne.

00:01:04: Und mir gegenüber sitzt Ihnen Schärtner Co-Chefin der linken und bekennende Marxistin – und wenn ich das richtig sehe auch FAZ-Leserin.

00:01:14: Hallo, Frau Schwertner.

00:01:15: Schön, dass ich bei Ihnen sein darf!

00:01:17: Das ist richtig und schön, dass Sie bei mir sind?

00:01:19: Ja und jetzt müssen wir uns das kurz erst mal erzählen.

00:01:21: Ich wollte ja nicht gleich mit dem Klassenkampf anfangen

00:01:24: Aber

00:01:25: diese Kombination aus bekennender Maxistin Und der Verzitzeliserin, die interessiert mich natürlich.

00:01:31: Es stimmt tatsächlich, ich abonniere die FAZ zum Teil aus Überzeugung und Leidenschaft.

00:01:36: Aber

00:01:37: auch eben ...

00:01:38: Ja also in jetzt keine Angst nicht weil ich ökonomisch irgendwie auf der Seite stehe aber tatsächlich habe ich ja bei der Zeitschrift das Argument gelernt mit dem Philosophen Wolfgang Fritz Hauck, der auch sehr strenger FAZ-Leser ist.

00:01:51: Ich glaube einer der eifrigsten, der jeden Tag liest und es zusammenfasst im Tagebuch.

00:01:56: Und wir als Schülerinnen und Schüler von Wolfgang Fritz Hauk beim Argument waren angewiesen, auch jeden Tag die FHZ zu lesen.

00:02:03: Weil man muss eben den Klassengegner gut kennen und wer den Standpunkt der Klassengegenseite am besten zusammenfasst.

00:02:11: zum ökonomischen Teil das ist die Fhz also ja

00:02:14: sehr schön.

00:02:15: und umgekehrt sitze ich jetzt nun hier um ihre Meinung zu hören.

00:02:18: Also das freut mich auch sehr.

00:02:19: vielleicht können Sie noch mal sagen wo wir schon bei Maxistin sind.

00:02:22: woran würde denn ein unbeteiligter Beobachter bei Ihnen erkennen dass sie Maxistins sind?

00:02:28: an meiner politischen Haltung oder in meinem Büro?

00:02:31: Wir haben beides, was immer Sie berichten.

00:02:34: Also hinter Ihnen sind ja erst mal Rosa Luxemburg und Kalibknecht.

00:02:37: also dass wir uns in der Geschichte der arbeiteren Bewegung befinden auch maxistische Tradition.

00:02:42: ich glaube das ist jetzt unverkennbar.

00:02:43: es ist ja auch das Haus hier das Kalibknechthaus mit einer gewissen Geschichte.

00:02:47: also wenn man reinkommt kommt man nicht umhin.

00:02:49: aber ich finde an dem politischen Ansatz im Alltag das ist eigentlich dafür wichtigere Punkt also dass wenn ich jetzt unterwegs bin in Sachsen-Anhalt Zum Beispiel werde ich auch oft gefragt, was machen Sie am Wahltag?

00:03:00: Da kommen wir wahrscheinlich gleich noch drauf.

00:03:02: Aber für mich ist wichtig, wann anfangen Menschen an sich politisch zu organisieren und sich selbst zu wehren.

00:03:07: Das ist für mich die größte Erkenntnis des Marxismus nicht nur die ökonomische Analyse einerseits das Kapitalismus und seiner Widersprüche sondern andererseits eben auch ... Es ist diese gesamte Geschichte der arbeiterinnenbewegung und überhaupt der Bewegung von Unterdrückten dadurch geprägt, sich zu wehren, sich zusammenzuschließen für eine andere Politik, eine andere Vision von Politik einzustehen.

00:03:28: Und das ist für mich jeden Tag egal ob ich bei einem Streik bin gibt es Menschen die zum allerersten Mal in ihrem Leben streiken.

00:03:33: Es gibt Genossinnen, die zumallererst mal an die Haustür gehen und was tun und das erste Mal das Gefühl haben was politisch zu bewegen, egal wie deprimierend das alles ist um sie herum.

00:03:44: sobald wir anfangen uns gemeinsam zu organisieren können wir etwas verändern und dass ist für Das was alle kennen, alle haben die Welt interpretiert.

00:03:54: Es kommt drauf an sie zu verändern und diese Philosophie der Praxis das ist auch etwas was ich gelernt habe bei Wolfgang Verzaugt.

00:04:01: Das ist eigentlich der Punkt.

00:04:02: es kommt darauf an Sie zu ver ändern.

00:04:05: Aber jetzt gucken wir mal ganz banal auf es kommende Wochenende.

00:04:09: Jetzt sind wir wieder sehr schmal quasi auf die gucken auf die Landtagswahlen in Sachsen Anhalt, die ja auch für Die Linke enorm wichtig ist.

00:04:20: Ich möchte übrigens das vielleicht noch mal deutlich sagen.

00:04:23: Sie stehen hier jetzt wirklich vor total wichtigen Wochen für sie als Partei.

00:04:29: nicht nur jetzt das Wochenende in der Landtagswahl Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo sie womöglich einen AfD-Ministerpräsidenten verhindern.

00:04:38: Kommen wir gleich nach dazu wie das vielleicht passieren kann.

00:04:42: Sondern auch hier in Berlin zwei Wochen später dann, wo Sie womöglich die erste linke Bürgermeisterin stellen.

00:04:49: Da müsste zwar einiges passieren aber ich frage mal was wäre Ihnen denn wichtiger?

00:04:53: AfD verhinderen oder selber Bürgemeister?

00:04:57: Nicht sie, denn die sind natürlich andere Kandidaten.

00:05:01: Es ist tatsächlich eine paradoxe Situation.

00:05:04: Dass das beides zusammenfällt, ist ja wirklich Zufall mit den Wahlterminen aber es zeigt ... Ich find' die Gemeinsamkeit ist dass wir ne Partei sind, die erstens Hoffnung geben und der einen wieder anderen Seite.

00:05:15: also Wir sind für diejenigen, die unbedingt die AfD verhindern wollen Die einzige sichere Bank.

00:05:20: einerseits weil wir das ganz klar sagen und auch sagen wir machen auch in Sachsen-Anhaltpolitik anders als alle anderen Parteien ehrlicherweise mitverantwortlich sind für den Aufstieg der Rechten.

00:05:31: Das heißt, das ist unser Ansatz in Sachsen-Anhalt und es ist der gleiche politische Ansatz im Berlin.

00:05:34: nur Gott sei Dank sind die Verhältnisse so dass wir damit sogar stärkste Kraft werden könnten und wirklich antreten können das auch umzusetzen und wirklich auch was für die Berlinerinnen und Berliner spürbar zu verändern.

00:05:46: also Es klingt erst mal eben paradox und total unterschiedlich.

00:05:50: Hier auf der einen Seite reden wir über Vergesellschaftung, sozusagen die rote Bürgermeisterin LFR-Reib und auf der anderen Seite AfD verhindern.

00:05:56: aber im Prinzip ist es das Gleiche dass wir antreten für ein anderes Politikmodell einzustehen.

00:06:02: Und wozu zählen Sie mehr Sachsen-Anhalt oder Berlin?

00:06:06: Also ich war jetzt, würde ich sagen ungefähr gleichmäßig in beiden Bundesländern aktiv.

00:06:10: Ich meine, ich lebe in Berlin und bin natürlich in Lichtenberg viel einfach von Haus aus sozusagen dabei und fühle das ja auch.

00:06:17: aber natürlich politisch wissen wir doch alle dass wenn es im Sachsen-Anhalt kippt dann kippte es an der ganzen Bundesrepublik Dann ist das ein qualitativer Kipppunkt, dann ist das nicht einfach nur wir probieren mal aus wie das ist mit einer AfD-Regierung, sondern es ist natürlich klar, dass ein Dominoeffekt einsitzt.

00:06:33: Und was das für die Menschen in Sachsen-Anhalt bedeutet, kann man sich kaum ermessen.

00:06:37: deswegen... Ich würde nicht sagen, das eine ist wichtiger als das andere, sondern ich würde sagen bei Beidem ist unsere absolute Aufgabe ganz klar zu bleiben und bei uns selbst zu bleiben, was am Ende heißt wirklich wir bleiben an unseren Themen, wir stehen für die Bezahlbarkeit des Lebens.

00:06:53: Das machen wir in Sachsens Anhalt wie im Berlin.

00:06:56: Es sind nicht die Aussichtstürmer als die Wessis, es ist nicht irgendwie das Problem von einigen wenigen in Sachsen-Anhalt sondern es ist unser aller Problem.

00:07:03: Vielleicht gucken wir jetzt erstmal auf Sachsen Anhalt weil dass er in der Tat eine sehr interessante Position ist.

00:07:08: Situationen Sie sind drittstärkste Kraft, ne?

00:07:12: Also wir haben in der Tat die AfD im Moment bei etwa vierzig Prozent.

00:07:16: Dann kommt eine lange Zeit nichts und dann kommt die CDU mit ungefähr zweiundzwanzig-dreinzwanziger Prozent.

00:07:23: Und dann sie mit etwa dreizehn Prozent im Moment.

00:07:26: letzte Umfrage war es glaube ich Forschungsgruppe Wahlen.

00:07:30: Und zwar sie deutlich vor der SPD.

00:07:33: das heißt auf sie wird es ankommen.

00:07:36: nun wird ja oft auf die CDU geguckt und geschaut, wie können sie überhaupt mit den Linken zusammenarbeiten?

00:07:45: Da gibt's ja auch in der Tat gestern wieder den Kanzler, der gesagt hat mit den Radikalen.

00:07:51: Macht er es nicht, weder auf der rechten noch auf der linken Seite.

00:07:53: damit waren Sie ja gemeint also die linke gemeint.

00:07:58: aber mich würde umgekehrt auch mal interessieren Wie einfach ist das denn für Sie und für Ihre Klientel überhaupt mit der CDU zusammen zu arbeiten?

00:08:05: Denn dass stelle ich mir auch nicht einfach vor.

00:08:09: Na ja, also erst mal ... Ich hab das Sommerinterview auch geschaut und denk mir dann immer, ich weiß nicht wie Friedrich Merz da durchkommen will, ob er rechnen kann.

00:08:16: Also jeder, wenn man die Grundrechenarten beherrscht, sieht man was will die CDU denn machen?

00:08:21: Allein das finde ich, muss ich ehrlich sagen verantwortungslos.

00:08:24: Wenn ein Bundeskanzler sich noch drei Wochen vor der Wahl hinsetzt und das Gefühl hat, er müsste sowieso mit niemandem reden.

00:08:30: Weil das natürlich am Ende des Tages passieren muss, laufen soll und dann erneute Neuwahlen oder so ein Sachsen-Anhalt.

00:08:39: Ich weiß einfach nicht, wie er sich das vorstellt.

00:08:41: man kann hoffen und beten dass die CDU insgesamt doch irgendwie einen Plan hat aber ich glaube nicht.

00:08:46: also insofern es hängt tatsächlich sehr viel davon ab wie die CDU agiert und diese Zerreißprobe für sich klar hat.

00:08:53: und für uns gilt eben ganz eindeutig zu sagen wir tun alles was unsere Macht steht die AfD von den Schalthebeln der macht fernzuhalten.

00:09:01: das haben wir immer gesagt das werden wir auch weiter so tun und schauen wir uns das am Ende in der Konstellation ganz genau an.

00:09:06: Welchen

00:09:07: Preis fordern Sie?

00:09:10: Na ja, welchen Preis fordern wir?

00:09:11: Erst mal sind wir mit den Genossinnen vor Ort ganz eng im Gespräch.

00:09:15: Ich glaube, dass ist auch was, was der CDU wahrscheinlich ein bisschen abgeht.

00:09:18: Und ich bin ja eben sehr auch selbst vor Ort und spüre die Angst der Leute, auch unsere eigenen Leute, die sagen, es ist ein absolutes Dilemma für alle Beteiligten – auch für uns vollkommen klar!

00:09:29: Aber wir gehen damit verantwortungsvoll um.

00:09:31: Wir planen verschiedene Szenarien.

00:09:33: Wir überlegen uns, wie wir dann agieren?

00:09:35: Wir sprechen mit den Genossinnen vor Ort ...

00:09:38: Und was planen Sie denn so?

00:09:39: Also was würden sie sozusagen sich zugestehen lassen?

00:09:42: oder worauf würden sie pochen um zu sagen ja ein Zwenschulze wählen wir als Ministerpräsident?

00:09:50: Das kann ich erstens sowieso gar nicht vorwegnemen, weil das wie gesagt ist was wir intern besprechen und es ist auch gleichzeitig etwas.

00:09:56: Wir haben das in der letzten Woche hat Eva von Angern unsere Spitzenkandidaten das hier auch noch mal deutlich gemacht welche um welchen inhaltlichen Punkte es uns geht.

00:10:02: also weil wir können ja viele überwalt taktische Dinge sprechen.

00:10:06: Es ist aber nicht das was die Menschen interessiert sondern es gehen Arbeitsplätze verloren in der Chemieindustrie, weder die Landes noch die Bundesregierung hat irgendein Plan dafür wie man damit umgeht.

00:10:17: Wie man mit dem Chemiedreiheck umgeht, hat keinen Plan dafür, wie man mit diesem Haushaltsloch insgesamt umgeht.

00:10:23: das ist ja ein Berlin-Problem aber natürlich in Sachsen an halt auch.

00:10:26: es fehlt das Geld bei den Kommunen und Kindern

00:10:29: usw.,

00:10:30: also es gibt sachlich so viele Probleme Und haben Sie die Lösungen dafür?

00:10:36: Wir haben zumindest mal Vorschläge und sagen, es braucht ja ein Investitionsprogramm in die Industrie.

00:10:40: Wir brauchen Krankenhäuser an kommunaler Hand.

00:10:45: Weil wir hören von den Leuten, dass sie kaum zu Ärzten kommen.

00:10:48: Das ist das, was wir an den Haustüren hören.

00:10:52: Ich würde darüber gerne reden.

00:10:55: Was ist der Unvereinbarkeitsschluss der CDU?

00:10:57: Juckt eigentlich niemanden im Land.

00:11:00: Sondern mir sagen eben Leute ... zu einem Arzt, zu einer Ärztin.

00:11:05: Ich wünsche mir wieder dass wir eine medizinische Versorgung auf dem Land haben.

00:11:09: dann müssen wir halt darüber sprechen.

00:11:10: das kann ein inhaltlicher Punkt sein auf den man sich einigt aber das findet ja überhaupt nicht statt an der Debatte weil es nur darum geht was denken eigentlich Sven Schulze oder Friedrich Merz von der Linken?

00:11:20: und das ist mir ehrlich gesagt so wenig und das auch wirklich die Menschen nicht verstehen.

00:11:24: Und

00:11:24: deswegen drehe ich es auch wirklich bewusst um und frage, was macht das eigentlich mit Ihnen oder Ihrer Partei?

00:11:29: Denn Ihr Co-Chef Luigi Pantisano hat ja schon eine ziemlich breite Seite gegen die CDU gefahren, hat sich von der CDU distanziert und die Partei als Faschisten bezeichnet.

00:11:42: Das passiert ja auch nicht einfach nur so!

00:11:46: Ja, wir haben die Debatte auch seitdem.

00:11:49: Ich hab das im Bundestag im Nachgang sehr deutlich gesagt, es geht nicht darum, die CDU als Faschisten zu bezeichnen.

00:11:54: Das war falsch.

00:11:55: Aber zu sagen ... Die Idee von vielen Unionern, sie könnten die AfD kopieren in ihren Inhalten hat nicht dazu geführt, dass die AfD kleiner geworden ist.

00:12:03: Im Gegenteil, sie ist doppelt so stark in Sachsen-Anhalt wie die CDU und man kann die AfD offensichtlich nicht damit schlagen, dass man ihr nacheifert?

00:12:14: Das war aber bisher offensichtlich die Strategie der CDU.

00:12:18: Und in diesem Sinne tragen sie dazu bei, dass die AfD so stark geworden ist und sich nicht um Arbeitsplätze kümmern an Sachsen-Anhalt, indem die Armutsquote hoch ist.

00:12:29: Natürlich sorgt es für Frust bei den Menschen.

00:12:31: Es ist genau diese Politik ... Diese ignorante Politik auch nicht über diese Probleme zu reden und was man da wie man das lösen kann sondern einzig und allein der AfD nachzuplappern.

00:12:43: Aber

00:12:44: bedeutet auch im Umkehrschluss, dass die CDU sich schon ziemlich ändern müsste damit sie bereit sind eins wenn Schulze zuwählen?

00:12:52: Ja aber darum geht es ja auch.

00:12:53: also dafür wählen ja Leute die linke die will nicht die Linke damit sie sagt er stimmt wir machen eh alles gut was die CDU macht sondern wie ich meine wir rufen bundesweit zu protesten auf gegen Friedrich Merz ist ich glaube viele Millionen Bundesbürger sehen es wie ich, der hätte noch länger im Urlaub bleiben

00:13:08: können.

00:13:09: Und trotzdem wären Sie bereit da zu kooperieren?

00:13:14: Insofern und das sagen auch viele Umfragen unserer eigenen Leute, die Zahlen haben sie wahrscheinlich auch, dass uns allen dieses Dilemma bewusst ist und dass selbst viele Linkenwähler sagen so mir ist es so wichtig die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten, dass sich finde, dass demokratische Parteien reden müssen.

00:13:30: Das ist das eine.

00:13:31: aber natürlich ist vollkommen klar.

00:13:33: Das hat Eva von Angern auch gesagt, wir wären da nicht einfach der CDU hinterherlaufen.

00:13:37: was denken die denn?

00:13:38: Also das ist jetzt... Die wurden abgewählt oder die werden wahrscheinlich abgewählt nächste Woche in Sachsen-Anhalt.

00:13:44: Friedrich Merz ist kurz davor als Bundeskanzler abtreten zu müssen.

00:13:48: mit welcher Arroganz sitzt man sich in einer Sommerinterview und tut so als hätte man mit dem Ergebnis nichts zu tun?

00:13:55: und das könnte man bei dem Ergebnis Einfach mit vollkommener Arroganz eben sagen, wir reden hier mit niemandem.

00:14:01: Das finde ich eher das Beunruhende muss ich ehrlich sagen.

00:14:03: Ich kann das nachvollziehen.

00:14:04: auf der anderen Seite muss man auch sagen dass sich schon immer wieder Sprinkstoff liefern.

00:14:09: das Pantisanum-Zitat habe ich erwähnt.

00:14:11: da haben sie sich davon distanziert.

00:14:13: Da wäre aber meine Argumentation naja das kommt ja von UNKU her.

00:14:17: jetzt hatten wir gerade gestern eine Wahlkampfveranstaltung der Linken in Berlin wo es auch zu einem ja schon einen Skandal kam nämlich Da skandierte ein Rapper Jalla, Jalla in die Fader und hat auch noch andere Gewalt auf Rufe gegen den Staat Israel.

00:14:35: Auf offener Bühne mehrmals wiederholt.

00:14:38: also auch das etwas was eigentlich als ich habe schon gesehen sie und auch vor Elef Arab haben sich schon distanziert.

00:14:45: nichtsdestotrotz passiert es immer wieder und dass ist im Grunde genommen ja auch schon etwas was einen Großteil ihrer Basis denkt und wo Sie in diese Richtungen marschieren.

00:14:57: Wie gehen Sie mit dieser Diskrepanz um?

00:15:01: Also genau das ist das eine, dass Elef-Erebs sich da auch schon ganz klar dazu geäußert hat und ich finde es auch ehrlicherweise ein bisschen unverhältnismäßig.

00:15:10: Und das haben wir ja jetzt schon öfter gehabt, dass die gesamte Bundesziele die Linke ist radikale und unwählbar weil etwas in Neukölln passiert ist und ich merke auch das oft.

00:15:19: Aber steht es nicht für irgendwas?

00:15:21: Also, ich meine, das kommt ja nicht aus dem Nichts.

00:15:22: Das ist schon so, dass sie viele neue Mitglieder gewonnen haben, die auch einen klar anti-israelischen und pro-Palestinäischen Kurs ... Ja, verfolgen.

00:15:33: Das wäre ja auch für sich genommen noch nicht das Drama.

00:15:36: Wenn ich die entscheidenden Schritte ... Israel-Kritik wird man ja ... muss man ja äußern aber umgekehrt werden immer wieder Grenzen überschritten?

00:15:47: Aber das ist genau der Punkt.

00:15:49: Es findet nicht im luftlären Raum statt.

00:15:51: und was wir jetzt erlebt haben in den letzten zwei Jahren seit dem siebten Oktober und seit dem Krieg in Gaza, der sich daraufhin ausgebreitet hat, dem großen Leiden dass der politische Mainstream alle anderen Parteien viele Teile der Medien weggeschaut haben und eben nicht darüber gesprochen haben, welche Kriegsverbrechen die israelische Regierung verübt hat.

00:16:10: Auch das Militär ... Ich finde den Auftritt nicht richtig.

00:16:13: Das stimmt aber ich will nur sagen, dass so viele auch insbesondere junge Menschen sehr wütend sind, viele migrantischen Menschen wütenden auf allen anderen politischen Parteien.

00:16:22: Weil dieses Leid nicht anerkannt wurde, weil man es nicht sagen kann da im Weiter steht und einfach diese Kriegsverbrechen weiter nicht nur schützt, sondern wir Waffen geliefert haben.

00:16:34: Also wo die Mehrheit, der dort in Völkung... Das

00:16:36: ist aber immer wieder

00:16:37: thematisiert.

00:16:37: Ich würde nur sagen es gibt dann eine Unverhältnismäßigkeit.

00:16:39: also die ganze Zeit wird bei uns über Antisemitismus gesprochen und wir sagen ganz klar Wir haben dafür Pläne, LFR-Rapaten Plan vorgelegt gegen Antisematismus für Berlin.

00:16:49: Wir sagen ihr dürft nicht streichen beim Förderprogramm Demokratieprojekten Wo's genau darum geht darauf zu schauen und Jüdinnen und Jüden zu schützen.

00:16:57: Da wird gekürzt von der Bundesregierung und dann erzählen sie uns.

00:17:01: Wir tun aber nichts dafür, wo ich mir denke das ist einfach auch hohen der Opfer, auch hohe jüdischen Lebens und man darf mit dem Antisemitismusbegriff nicht so hantieren dass man in jeder Zeit verwendet um den politischen Gegner zu diskreditieren können Sie machen, mich stört das persönlich nicht.

00:17:18: Wobei es echt schwer

00:17:19: fällt in Neukölln jetzt beim gestrigen Abend nicht vom Antisemitismus zu sprechen?

00:17:26: Na ja ich würde nur sagen die Intifada ist trotzdem eine Widerstandsbewegung der Palästinenserinnen.

00:17:31: also das ist jetzt per se noch nicht antisemitisch aber da ... Ich will nur trotzdem sagen es gibt diesen politischen Kontext und in diesem politischen Context würde ich sagen gibt es einen Unverhältnismäßigkeit.

00:17:43: Die CDU benutzt das jetzt als Wahlkampfmittel, das verstehe ich sehr wohl weil sie überhaupt nicht wollen dass es eine linke Bürgermeisterin gibt.

00:17:50: Weil die Angst davor haben, dass es andere Politik in dieser Stadt gibt.

00:17:53: aber ich wäre mich wirklich vehement dagegen den Antisemitismus zu instrumentalisieren und auch jüdische Menschen zu instrumentalizieren dauerhaft einfach aus dem eigenen Verschulden, dass sie nicht mehr was Völkerrechts sprechen können.

00:18:05: Dass Sie es nicht mehr schaffen in den letzten anderthalb zwei Jahren das Völkerrecht zu verteidigen.

00:18:10: Das ist der Grund warum wir keinen Platz haben im Sicherheitsrat, warum er uns verwehrt wurde.

00:18:15: Weil die internationale Gemeinschaft das Gefühl hat, die Bundesregierung schafft es nicht.

00:18:20: Völker Recht ihr überhaupt noch anzuerkennen?

00:18:21: Das ist die größere Frage um dies mir geht und ich will nicht ablenken von der Köln, ich will nur sagen wenn wir diese Debatte wirklich mal auf Augenhöhe und vernünftig führen Dann sagen Sie mir ganz genau an welchen Stellen haben wir als Partei aus Ihrer Sicht, wenn wir Antisemitische?

00:18:36: und dann kann ich Ihnen sagen, an welcher Stelle haben sie in den letzten zwei Jahren komplett versagt über internationalem Recht?

00:18:41: Und bei allem was Menschlichkeit und Humanismus ist.

00:18:43: Was die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland denkt.

00:18:46: Ich würde noch auf einen anderen Punkt zu sprechen kommen, der hier in Berliner Wahlkampf ja auch eine Rolle spielt.

00:18:52: Auch zur vehementen Abwehrreaktion führt.

00:18:54: das ist die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen.

00:18:59: vielleicht können wir es einmal ganz konkret durchsprechen wie sie sich das überhaupt vorstellen.

00:19:04: also es heißt ja deutsche Wohnen und Co enteignen.

00:19:09: so war der Titel dieses Volksentscheides Und sie sind jetzt im Grunde genommen die einzige Partei, die sich das zu eigen gemacht hat und tatsächlich durchexerzieren möchte.

00:19:19: Also wie wollen Sie deutsche Wohnen?

00:19:20: Und Wunowie hat zum Beispiel um mal zwei große Wohnungsbaugesellschaften, die inzwischen fusioniert sind oder jedenfalls Wunowie hat Deutsche Wohnen geschluckt.

00:19:29: Wie wollen Sie das konkret umsetzen?

00:19:32: Ich habe ja das Glück in meinem Vorleben vor meiner Parteikarriere war ich bei Deutsch-Wohnung Co in der eigenen Aktiv.

00:19:38: Insofern hab ich diesen Prozess wirklich ... sehr, sehr intensiv begleitet und auch hunderte Unterschriften gesammelt.

00:19:44: Deswegen weiß ich gut erstens dass es ein jahrelanger Prozess war eben weil sich die Mietenkrise in Berlin so krass verschärft hat.

00:19:51: also Die mitten sind in den letzten zehn Jahren um bis zu achtzig Prozent gestiegen.

00:19:56: Also das ist

00:19:57: jetzt Neuvermietung knapp sechzehn Euro

00:20:01: Genau und das ist etwas was natürlich alle Menschen gespürt haben wo in etwa zeitgleich ja auch durch die Berliner Linke Mietendeckel eingeführt wurde.

00:20:10: Aber da gab es die Debatte zur Vergesellschaftung schon und da gab's die Kampagne schon, weil man eben gesagt hat um an den Grund dieser Mietenkrise zu kommen müssen wir die vielen privaten Wohnungen wieder in die öffentliche Hand zurücknehmen.

00:20:22: Man wusste zu dem Zeitpunkt nicht mehr, wie viele das überhaupt betrifft, weil es eine Blackbox war.

00:20:27: Wir als Kampagne hatten damals schon, eben wir wussten's nicht, wenn man mit einem Studienauftrag gegeben und behauptet mir zu wissen, um wie viele Wohnungskonzerne gehts eigentlich?

00:20:35: Und jetzt wissen Es sind einfach ein Dutzend, es gingen damals um zweihundertzwanzigtausend Wohnungen.

00:20:40: Man wusste das schlicht vorher nicht.

00:20:42: wie viele Konzerne besitzen über dreitausend Wohnung?

00:20:44: nur um mal ein Beispiel zu sagen ist bei den Superreichen genauso.

00:20:48: Dadurch, dass wir es gar nicht wussten war das wirklich wie so eine Blackbox.

00:20:51: Was ist eigentlich?

00:20:52: Wem gehört eigentlich die Stadt

00:20:54: also?

00:20:54: Zweiundzwanzigtausend Wohnungen von insgesamt eins Komma acht Millionen Wohnungen dies hier mit wohnung dies in Berlin gibt und

00:21:02: das hat natürlich trotzdem einen enormen Effekt auf den auf den Marktpreis ist.

00:21:06: und wenn man sich eben vorstellt Es gibt einfach zehn Wohnkonzerne und im Wohnhof wäre es natürlich einer der größten aber auch heimstaaten usw.

00:21:13: den einfach sehr viele Wohnungen gehören, die natürlich den Preis mit nach oben treiben.

00:21:18: Also das ist einfach ein... Wobei da die

00:21:20: Durchschnittsmieten?

00:21:21: ja wenn ich das richtig gesehen habe liegen mehr acht Euro bei Wonovia zum Beispiel.

00:21:26: Das ist ja schon deutlich unter Durchschnitt.

00:21:28: Naja und trotzdem steigen wir eben.

00:21:30: und wir haben jetzt gerade kürzlich also wir machen das jetzt wirklich sehr systematisch dass wir auch solche illegalen Wuchermieten überprüfen.

00:21:37: wo der Senat auch versagt, wo wir jetzt allein hunderte Proben schon haben.

00:21:41: Weil es einen Mietspiegel gibt in Berlin seit Mai und die Konzerne solche Mietspegeln immer wieder benutzen um dann die Mieten hochzutreiben und werden jetzt schon nach den Hunderten Prüfung, die wir gemacht haben von Mieterinnen.

00:21:53: Die uns die Erhöhungen geschickt haben gemerkt dass auch ein sehr sehr großer Anteil auf was bis zu achtzig Prozent einfach falsch sind also das sie wirklich illegal erhöhte Mieten haben manchmal nur zum Teil weil es dann einfach neue Angaben gibt die Wohnung sei so und so besser bestückt und deswegen muss es teurer werden.

00:22:11: manchmal ist es wirklich komplett von der Hand zu weisen diese Miet-Erhöhung das heißt Es geht ja nicht nur um die Anzahl der Wohnungen, sondern auch um das ganze ... um die Art von Profil, die diese Wohnungskonzerne haben.

00:22:22: Denn jemand wie Wonovia, die haben ja kein Interesse daran, dass einfach saniert wird weil sie das so schön finden für die Mieterinnen und Mietern.

00:22:28: Sondern die drücken natürlich versuchen den Preis für sich zu drücken, um möglichst viel Profit zu machen.

00:22:33: und deswegen geht es für uns.

00:22:35: Natürlich geht es darum, dass die Mieten gesenkt werden sollen.

00:22:37: Dass der Mietmarkt entspannt wird.

00:22:39: also deswegen fordern wir auch ein Mietendecke für die kommunalen, für die landeseigenen

00:22:42: Wohnungen.

00:22:42: Aber wie soll das genau passieren?

00:22:44: Also wie Sie vergesellschaften das heißt sie werden enteignet dann wird so eine Entschädigung gezahlt.

00:22:50: Haben Sie eine Ahnung, wie teuer das werden würde für den Berliner Senat?

00:22:54: Wenn das passiert.

00:22:55: Das ist ja eine der offenen Fragen.

00:22:57: und es gab nach dem gewonnenen Volksentscheid.

00:22:59: Das muss man auch immer wieder sagen daran muss man alle Parteien erinnern.

00:23:03: Volksentschreit eine Million Berlinerinnen und Berliner waren dafür Und es war vollkommen klar was um was es geht.

00:23:08: also falls kein irgendwie da wurde nicht drum herum geregnet geredet sondern es war klar es geht um Enteignung war eigentlich erst mal eine Empfehlung, daraus sollte Politik entstehen.

00:23:18: Was dann entstanden ist, eine Kommission, die eingesetzt wurde meiner Meinung nach eigentlich um das Vorhaben zu verhindern.

00:23:23: aber was die Kommission dann nach einem Jahr Arbeit ungefähr herausgefunden hat.

00:23:28: Erstens der Gesellschaftung ist rechtlich sicher also ist rechtssicher es machbar und es ist auch bezahlbar.

00:23:34: Es muss nämlich nicht zum Verkaufswert.

00:23:37: Also es muss nicht zudem die Zahl dikursiert die Das muss nicht sein, weil die Bevölkerung würde in Aktienanteilen bezahlen.

00:23:45: Und was

00:23:45: prellen Sie denn stattdessen an?

00:23:46: Also nur damit man mal so einen

00:23:48: Rekurs macht ... Die Kampagne selbst hat ... Wie gesagt, ich war ja Teil dessen und deswegen hab ich die Frage schon sehr oft beantwortet, rechnend mit elf bis achtzehn Milliarden Euro, die das kosten würde, wenn man das unterhalb verkauft wird.

00:24:01: Das ist aber eine Entscheidung, die nicht der Senat trifft, sondern die Gerichte treffen bei wir hier tatsächlich Neuland betreten, weil es etwas isst bis ja nicht in der Größenordnung gemacht wurde.

00:24:10: Enteignet wird permanent, also für Autobahnen wird permanent enteignete.

00:24:14: Das macht auch die CDU.

00:24:15: Also nur um

00:24:16: das noch mal ...

00:24:17: Genau, aber nicht in dieser Größenordnung und es geht ja wirklich darum, dass Grund und Boden, und es steht explizit zu im Grundgesetz, Grund- und Boden vergesellschaftet werden kann wenn das im Interesse der Öffentlichkeit ist.

00:24:29: Und das halt auch diese Kommission, die jetzt wirklich nicht besetzt war von Vollrevolutionären muss man einfach so sagen, sondern wirklich von Expertinnen und Experten ist dazu gekommen zu sagen es ist im öffentlichen Interesse Grund- und Boden hierzu für Gesellschaft.

00:24:43: Und das mußt nicht zu diesem eben...

00:24:45: Genau also das könnte günstiger sein kann ich mir gut auch vorstellen.

00:24:48: aber wie geht's dann weiter?

00:24:50: Also wem gehört das denn?

00:24:51: Das sollen wir da nicht die städtischen Wohnungsbaugesellschaft machen, sondern dass ist dann wer

00:24:57: Ja, also erst mal ist vollkommen klar.

00:24:59: Und da machen wir auch den Wählerinnen und Wählern nichts vor, dass wir ab Tag eins daran arbeiten wollen, weil wir sind die einzigen, die wirklich den Volksunterscheid umsetzen wollen.

00:25:07: Aber man muss sich auch klarmachen es ist ein jahrelanger Prozess, weil das natürlich eben um eine Masse an Wohnungen geht.

00:25:14: Weil es natürlich auch darum geht, die Finanzierung so lang zu strecken, dass das nachhaltig ist.

00:25:19: Also natürlich machen wir uns darüber Gedanken und sagen Wir können es!

00:25:22: Das ist vollkommhaushaltsneutral.

00:25:24: Es wird nicht im Berliner Haushalt belasten sondern Überkredite die Wohnungen zurückkaufen und dann über die Mieteinnahmen das über längere Jahre gestreckt sozusagen.

00:25:34: Und der verwaltet es denn?

00:25:36: Also ich frage auch deswegen so, weil ich interessant habe, als ich direkt neben so einer Wunoviasi wohne Und da fahren einfach ständig diese Wunuwea-Vents vor und dann kommen Handwerker.

00:25:49: Das machen die natürlich nicht mehr, wenn es ihnen nicht gehört ist ja klar.

00:25:52: Wer macht's denn?

00:25:53: Also wem gehört das?

00:25:55: Wie ist das organisiert?

00:25:56: Die Vorstellung, die es immer in der Kampagne gab und auch die Debatte darum, die ich sehr spannend finde bei der Frage von Vergesellschaftung überhaupt was ein bisschen an den Anfang unseres Gesprächs zurückgeht wie schaffen wir das eigentlich?

00:26:08: mehr Beteiligung zu organisieren.

00:26:10: Die Wunschvorstellung ist, dass auch die Mieterinnen und Mietern selbst in Beiräten mitentscheiden, also dass es dann Anstalten des öffentlichen Rechts gibt, so ähnlich wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk wo es auch Beirääte gibt, wo gemeinsam darüber entschieden wird.

00:26:23: Und wir müssen dann beraten ... Das ist natürlich das, wo wir auch Experten brauchen an der Umsetzung, wie das funktionieren kann?

00:26:30: Wie es funktionieren können, dass es erst in städtischer Hand ist.

00:26:34: Ich will nur noch mal sagen, darüber machen sich kluge Menschen seit Jahren einen Kopf.

00:26:39: Wir haben da wirklich die tollsten Professorinnen und Professoren... Aber

00:26:42: es klingt kompliziert ehrlich gesagt!

00:26:44: Es ist kompliziert aber natürlich auch.

00:26:47: Also erstens wünschen sich das die Berliner Renovierenden.

00:26:49: Es wäre viel demokratischer.

00:26:51: Sie können

00:26:54: garantieren dass dann die Mieten sinken würden?

00:26:57: Also wir können in jedem Fall garantieren, dass sie nicht so astronomisch steigen wie Sie das jetzt tun und das meine ich mit dem.

00:27:03: es geht hier auch ein Stück weit ums Prinzip.

00:27:05: also wir werden alle Hebel umlegen.

00:27:08: Das ist das was LFR-Rab immer sagt.

00:27:10: Ich will nur das einmal erklären weil alle mal sagen diese Vergesellschaftung finde es ja auch schön, dass man das uns zentrum stellt.

00:27:15: Aber natürlich gibt's ganz viele Hebel die jetzt umgelegt werden müssen.

00:27:18: Ja, aber ich muss

00:27:19: sagen, es gibt natürlich keine neuen Wohnungen dadurch denn da wird ja einfach nur der Besitzer gewechselt.

00:27:24: Genau

00:27:24: deswegen will ich das nur kurz sagen, dass wir natürlich alle Hebel umheben werden.

00:27:28: also einerseits zu sagen Wir müssen den Mietwucher bekämpfen und das ist jetzt schon ohne weiteres möglich weil Es ist ja schon illegal, man muss es nur tatsächlich bekämpfen.

00:27:36: Man kann jetzt schon ein Mietendecke für die landeseigenen Wohnung einführen.

00:27:39: Auch das hat Elef Arab gesagt wird sie machen einen Wohnungsbau und öffentlichen Investieren.

00:27:46: Also siebentausendfünfhundert Wohnungen pro Jahr müssten zusätzlich gebaut werden, um diesen Bedarf zu decken.

00:27:52: Und wir sind gar nicht dagegen zu bauen aber man muss es dann eben auch endlich machen.

00:27:56: also ich meine diejenigen egal ob CDU oder SPD die sagen Bauen, bauen, bauen alles schön und gut aber die machen's ja nicht!

00:28:03: Also da muss man natürlich Geld in die Hand nehmen.

00:28:05: das ist eine Investition ganz klar und die Vergesellschaftung ist eigentlich auf einem anderen Gleis wenn man so will weil es eben wirklich darum geht per Kredit eigentlich etwas wieder ein öffentliches Eigentum zu überführen, was dann nachhaltig ja auch eben uns gehört.

00:28:19: Also dann auch öffentliche Eigentums ist und woraus wir die Mieteinnahmen auch generieren um den Mietmarkt insgesamt weder überhaupt kontrollierend zu können.

00:28:28: das ist ja das schöne Beispiel in Wien wo man das für hundert Jahre gemacht hat.

00:28:31: da gab es eine starke Sozialdemokratie starke Gewerkschaften diese Wohnungen die damals gebaut haben und die seit dem immer wieder gebaut wurden in öffentlicher Hand Sorgen dafür, dass in Wien der Mietmarkt insgesamt viel stabiler ist

00:28:43: als in Berlin.

00:28:43: Aber mit wem?

00:28:44: Ehrlich gesagt wollen Sie es machen, weil Herr Krach hat ja schon ... Also, Stefan Kracht ist der Spitzenkandidat der SPD, der relativ klar gesagt hat, mit uns nicht bei der CDU brauchen sie damit gar nicht anzuklopfen und so ansonsten bleibt er nicht besonders viel.

00:29:01: das heißt eine Mehrheit kriegen sie damit nicht.

00:29:03: Naja.

00:29:04: also erst mal würde ich Steffen Krach wenn er mich fragen würde sagen, dass erstens seine eigene Partei ein Landesparteitagsbeschluss hat.

00:29:13: Also die eigene SPD-Basis ... Aber

00:29:15: er hat klar gesagt mit mir nicht?

00:29:17: Genau!

00:29:17: Ich will ihn nur daran erinnern.

00:29:19: Es gab einen Volksanscheid an dem haben sich alle Parteien zu halten und seine eigene Party ist dafür das zu tun übrigens bei den Grünen genauso.

00:29:26: also es ist nicht so, dass wir hier die Lonesome Riders sind.

00:29:30: vielleicht in der Öffentlichkeit wirkt es manchmal so.

00:29:33: aber eigentlich selbst die Parteibasis der Grünen und der SPD ist auch total dafür Weil Sie eben erst mal sehen, es gab diesen Volksentscheid.

00:29:42: Und weil sie auch sehen dass wir hier in unsere Grenzen dessen kommen in Berlin was wir sonst tun können um das Mietenproblem wirklich zu lösen.

00:29:50: und ich weiß das ist manchmal schwer weil das im politischen Diskurs nicht vorkommt.

00:29:55: aber Wenn ich mit Menschen auf der Straße darüber rede, was meinen Sie wie radikal?

00:29:59: Die sind viel radikaler als sich jetzt.

00:30:01: Die sagen ja die scheiß Kapitalisten, was machen wir mit denen?

00:30:03: Die kriegen gar nichts von uns!

00:30:05: Kann man ja ehrlich gesagt auch sein wenn man auf der Strasse... Na

00:30:08: klar, ich will nur sagen um das Gefühl dafür warum die Berliner so oft Zinne sind bei dem Thema weil ganz ganz normale Leute Familien sagen Wir finden hier keine Wohnung mehr.

00:30:17: natürlich macht es einfach.

00:30:18: also dass überhaupt so eine fragewierende Eignung wieder Thema geworden ist liegt auch daran,

00:30:24: dass so wenig gebaut wird und es unattraktiv wird.

00:30:28: Weil der Bundeskanzler ja gerne mit ausländischen Investoren kommt.

00:30:33: Da kommt er jetzt in Sachsen-Anhalt mit, hat er gestern noch im Sommerinterview klar deutlich gesagt, denn investiert da keiner mehr.

00:30:42: Umgekehrt haben sich ... war ein interessanter Schulterschuss mit Herrn Klingweil zusammen, auch SPD-Finanzminister, die sehr klar gesagt haben, wir würden das verhindern wollen.

00:30:54: Die planen einen gesetz dagegen, auch mit dem gleichen argument dann investiert hier auch keiner

00:30:59: mehr in den wohnungsmarkt genau also erstens investiert gerade überhaupt gar keiner weil alle sowieso sagen na ja das lohnt sich gerade nicht es ist einfach viel zu teuer gerade zu bauen und wir haben auch gar nicht die leute.

00:31:11: also dass die krise der bauindustrie ist ja eine viel tiefer liegender als nur ausländische investation.

00:31:17: und also das hat schon auch für.

00:31:20: Aber auch das ...

00:31:21: Abschreckung gesorgt.

00:31:22: War zum Teil mythos und sehr hochgejäßt, weil wir uns klar war, dass es für den Anfang den Effekt hatte aber über den längeren Zeitraum nicht gehabt hätte.

00:31:31: Solange gab's den Mietendeckel nicht?

00:31:33: Wurde gekippt vom Bundesverfassungsgericht?

00:31:34: Kann

00:31:34: man nicht mit dem Beweis antreten.

00:31:36: Klar war, das muss bundesweit geregelt werden.

00:31:38: Deswegen fordern wir einen bundesweiten Mietendeckel.

00:31:41: Der Kernpunkt ist, wollen wir ausländische Investoren, die uns hier Blöcke hinsetzen, große Eigentumswohnungen, die kein Mensch gebrauchen kann.

00:31:50: Ausländische Großinvestoren machen keinen sozialen Wohnungsbau, mit dem man kein Profit machen kann.

00:31:54: Da sind wir wieder bei der Kapitalismuskritik.

00:31:57: ist es einfach naiv zu glauben ein ausländischer Grossinvestor hätte hier das große Bedürfnis für die Rentnerinnen und Rentner in Lichtenberg kleine Wohnung zu bauen, die sich nicht rechnen.

00:32:08: also das doch vollkommen klar dass es deren Interesse nämlich auch kein Übel.

00:32:12: aber da darf man doch nicht naiv sein und sagen sozialer Wohnungsbauch gehört in die öffentliche Hand.

00:32:17: Weil wir sagen, Wohnen ist ein Menschenrecht und wir wollen es jedem hier ermöglichen zu leben.

00:32:21: Nicht nur in Berlin sondern auch in anderen Städten die das Problem haben.

00:32:24: Und es betrifft dann nicht nur den Bereich des Wohns der jetzt sehr dringlich.

00:32:29: Das betriffte aber auch dem Bereich der Gesundheit.

00:32:31: Das Betrifft da auch die Energieproduktion.

00:32:33: also Wir können das nicht wollen dass einige wenige Konzerne darüber entscheiden wie teuer die grundlegenden Dinge des Lebens sind.

00:32:40: Das ist das wo wir ein anderes Prinzip einsetzen und wo die menschen eben ganz genau verstehen diese grundlegende Bedürfnisse dürfen nicht der Profitlogik unterworfen sein.

00:32:49: Ich weiß, das ist in dem Podcast der FAZ jetzt ... Jetzt ein bisschen ...

00:32:54: Ich weiß gar nicht, ob wir da so weit auseinanderliegen?

00:32:57: Es ist immer nur eine Frage, ob man glaubt, dass die Mittel, die man einsetzt tatsächlich auch die Wirkung entfalten.

00:33:04: Deswegen wollte ich es ja auch genau verstehen.

00:33:07: Vielleicht drehen wir noch eine kurze Runde über die AfD-Wähler, denn das fand ich bemerkenswert, Sie haben offen gesagt, ich möchte die wiederhaben.

00:33:16: Die AfD wähler.

00:33:17: Also sie sind gar nicht, haben keine Berührungsängste, sondern ... Sie sagen, die wollen wir?

00:33:24: Wie wollen Sie das machen?

00:33:26: Wir machen sowieso Politik für die Mehrheit der Leute.

00:33:29: Da schließe ich ganz viele andere auch mit ein.

00:33:33: Das ist erst mal unser Ansatz und dann ist auch der Ansatz nicht zu fragen,

00:33:37: woher

00:33:38: jemand kommt oder was er oder sie wählt.

00:33:41: grundsätzlich für uns wichtig als Grundprinzip wiederum auch, für wen wir Politik machen oder warum wir es tun.

00:33:48: Und dann natürlich ganz konkret auch da... Es gibt ganz viele eben nicht nur im Osten, aber ich würde sagen jetzt in meiner persönlichen Erfahrung, ich komme aus Sachsen von Menschen die sich wirklich nicht erst seit gestern sondern seit Jahren und Jahrzehnten von der Politik nicht vertreten fühlen.

00:34:04: Also so komplett einfach wirklich sagen, die da oben machen was sie wollen und ich kann ihnen das nicht mal ausreden weil ich das ja auch sogar teile und sage es gibt abgehobene Politiker wie Friedrich Merz aber natürlich ganz ganz viele andere die überhaupt des Problems nicht verstehen.

00:34:22: und wir haben da zum Teil also ich habe das jetzt in Sachsen-Anhalt war im Infostand Ein älterer Herr, der mich darauf angesprochen hat.

00:34:28: Der Marx zitiert hat ganz ... Also ein Seemann, der einfach so auf dem Kapital zitiert ist und ich dachte auch, Mensch, das ist interessant!

00:34:35: Da müsste ja Linkenwähler sein.

00:34:37: Ich schwanker zwischen Afti und Linke.

00:34:39: Ja okay, aber was sagst du da?

00:34:40: Also, dass wir unsere Politik ... Was haben wir hier gesagt?

00:34:43: Na ja, ich hab mit ihm gesprochen, was eigentlich das Problem ist und dass wir eben genau Politik anders machen im Sinne von Marx und so.

00:34:50: Und habe ihm auch konkrete Hilfsangebote gegeben weil... Das ist ja genau der Punkt.

00:34:55: es sind Es gibt Menschen, die einfach gerade unsicher sind.

00:34:58: Was sie wählen wollen eigentlich?

00:34:59: Sie sind gegen diese Bundesregierung und sind sich da total unsicher.

00:35:03: Wir müssen doch als Linke klarmachen ... Die AfD macht keine Politik für euch!

00:35:07: Wenn ihr euch das Programm anguckt, die machen nur Politik auch selbst für dich.

00:35:10: Die sind eine neoliberale durch- und durchneuliberale Partei.

00:35:13: Die ist näher an der FDP, als die meisten Menschen wahrscheinlich lieb ist, wenn man sie in der Stadt trifft.

00:35:19: Die werden die Gewerkschaften zerstören oder eure Arbeitsrechte zerstört.

00:35:24: überhaupt nichts für euch.

00:35:26: Das sind am Ende die, die sich am meisten vom Staat bereichern und die sind mehr Establishment als alle anderen.

00:35:36: Und das klarzumachen und dann zu sagen wir setzen uns wirklich für euch ein.

00:35:41: Ich werde in meiner Soziatsprechstunde auch einem AfD-Wähler Geld geben wenn er in Not ist und beraten.

00:35:48: Das ist der Unterschied den Leute merken, Die Politiker sind alle gleich, die gleichen Verbrecher.

00:35:56: Also Sie kämpfen um jeden AfD-Wähler?

00:35:59: Ich kämpfe überhaupt um jeden Wähler!

00:36:02: Mir geht es wirklich nicht darum, damit zu kokettieren oder so wie Sarah Wagenknecht das gemacht hat.

00:36:06: Ich habe auch nicht das Gefühl, dass wir das jetzt von einem Tag auf dem anderen machen weil ich hab keinen Zauberstab, um die AfD kleinzuhalten sondern es wird ein jahrelanger Prozess sein Menschen davon zu überzeugen, dass eine andere soziale Politik möglich ist die nicht weiterspaltet und wirklich auch die Menschen ins Zentrum setzt.

00:36:26: Und dass die AfD dafür wirklich falsch ist, also es ist einfach ihr wählt gegen eure eigenen Interessen, die werden euch nicht helfen... Das ist eigentlich der Punkt!

00:36:35: Und Menschen sind dazu natürlich in der Lage, daran glaube ich ja.

00:36:39: aber es ist unser Job als Linke das dem Beweis anzutreten.

00:36:43: und deswegen Also, für mich ist es keine moralische Frage und auch keine Frage nur des bloßen Wollens.

00:36:50: Sondern eine Frage wie wir uns wieder Glaubwürdigkeit erarbeiten bei den Menschen unabhängig davon ob sie in die Grünen wählen oder wie auch immer.

00:36:59: Ganz ganz herzlichen Dank.

00:37:00: auf Ihre Perspektive finde ich sehr interessant.

00:37:02: Sie haben's gemerkt.

00:37:04: vielen dank für Ihre Zeit!

00:37:05: Vielen Dank auch.

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