Linke siegt in Berlin · CDU-Desaster in Mecklenburg-Vorpommern · Einigung um Grönland?

Shownotes

Die Linke triumphiert in Berlin
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat die Linke ihr Ergebnis mehr als verdoppelt und kommt laut Hochrechnungen auf über 25 Prozent – ihr bestes Ergebnis in der Hauptstadt. Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte nun eine Koalition mit Grünen und SPD schmieden und als erste Politikerin ihrer Partei Regierende Bürgermeisterin werden.

CDU scheitert in Mecklenburg-Vorpommern an der Fünf-Prozent-Hürde
Erstmals in ihrer Geschichte ist die CDU aus einem Landtag herausgewählt worden: In Mecklenburg-Vorpommern verlor sie mehr als acht Prozentpunkte und blieb knapp unter der Sperrklausel. Stärkste Kraft wurde die AfD mit rund 38 Prozent, während SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig trotz zweitem Platz auf eine Fortsetzung ihrer Regierungsbeteiligung hofft.

Merz spricht von „Desaster" und hält an Reformkurs fest
Bundeskanzler Friedrich Merz trat kurz nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen ans Mikrofon und räumte das schwache Abschneiden der CDU offen ein. Einer wachsenden Rücktrittsdebatte begegnete er mit dem Versprechen, als Parteivorsitzender und Kanzler standhaft zu bleiben und den Reformkurs der Regierungskoalition weiterzuführen.

IG Metall ruft zu bundesweitem Aktionstag in der Autoindustrie auf
Angesichts drohender Werksschließungen bei Volkswagen und geplanter Arbeitszeiterhöhungen bei Mercedes mobilisiert die IG Metall die Beschäftigten der Branche zu Kundgebungen. Die Gewerkschaft macht das Management für die Krise verantwortlich, das erschwingliche Modelle zu spät entwickelt und Trends bei Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen habe.

USA, Dänemark und Grönland einigen sich auf Abkommen
Nach monatelangen Drohgebärden von US-Präsident Donald Trump haben sich die drei Parteien auf einen Vertrag geeinigt, der eine stärkere amerikanische Militärpräsenz auf Grönland vorsieht, die Souveränität der Insel jedoch wahrt. Die NATO-Partner können vorerst aufatmen, auch wenn Trumps Vorgehen als unnötig riskant gilt.

Was diese Woche wichtig wird
Außenminister Johann Wadephul spricht am Samstag vor der UN-Generalversammlung in New York, der Bruder von Lady Di veröffentlicht am Dienstag ein neues Buch über seine Schwester, und Jürgen Klopp bestreitet mit der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag sein erstes Länderspiel als Bundestrainer gegen die Niederlande.


Eine Produktion von ella Verlag und Medien GmbH für F.A.Z.
Host: Jan Niklas Andresen


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Transkript anzeigen

00:00:01: Guten Morgen, heute ist der XXI.

00:00:04: September!

00:00:05: An wichtigen politischen Ereignissen mangelt es an diesem Montagmorgen nicht nach den gestrigen Landtagswahlen.

00:00:11: In Berlin gewinnt die Linke deutlich – in Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD stärkste Kraft, die CDU scheitert an der Fünfprozent-Hürde und im Streit um Grünland zeichnet sich eine Einigung ab.

00:00:24: Diese und weitere Themen hat Matthias Trautsch aus der FHZ-Redaktion aufbereitet.

00:00:28: Ich heiße Janiklas Andresen, schön dass Sie mit uns in diese neue Woche starten!

00:00:39: Schauen wir zuerst nach Berlin.

00:00:41: Die Linke hat die Wahl zum Abgeordnetenhaus überraschend deutlich gewonnen – und ihr Ergebnis mehr als verdoppelt.

00:00:56: Damit erzielt die Linke ihr bislang bestes Ergebnis in der Hauptstadt und wird klar stärkste Kraft.

00:01:02: Spitzenkandidatin Elif Ehralp sprach am Abend von einem klaren Signal.

00:01:17: Große Enttäuschung dagegen bei der bisherigen Regierungskoalition.

00:01:21: Die CDU verliert mehr als neun Prozentpunkte und landet mit rund neunzehn Prozent auf Platz zwei.

00:01:27: Wir haben heute deutlich verloren, das ist kein Grund zur Freude.

00:01:32: Noch stärker trifft es die SPD.

00:01:34: Sie fällt mit rund zwölf Prozent auf platz fünf zurück.

00:01:38: Das ist eine Zäsur für die Berliner SPD Denn wir waren Jahre jahrzehnte die Berlin-Partei.

00:01:46: Die AfD legt deutlich zu und wird Dritte.

00:01:49: Dahinter folgen die Grünen, die ebenfalls verlieren – das BSW schaffte knapp den Einzug in den Landtag.

00:01:55: Auffällig ist vor allem wie stark die Linke bei jungen WLAN abgeschnitten hat.

00:02:00: Nachwahlbefragungen zufolge stimmten dreiundvierzig Prozent der sechzehn bis zwanzigjährigen für die Partei.

00:02:07: Damit hat E-Ralp nun gute Chancen auch das Rote Rathaus übernehmen.

00:02:12: Eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD wäre möglich!

00:02:16: Beide potenziellen Partner zeigten sich dafür offen.

00:02:19: Sollte Eralt tatsächlich regierende Bürgermeisterin werden, würde erstmals eine Politikerin aus der SED über die PDS hervorgegangenen Partei die Regierung in der Hauptstadt führen.

00:02:34: Weiter geht's in Mecklenburg-Vorpommern.

00:02:36: Dort erlebt die CDU ein historisches Debakel und fliegt erstmals in ihrer Geschichte aus dem Landtag.

00:02:43: Die Union verlor im Vergleich zu dem ohnehin schon schwachen Ergebnis von twenty-oneundzwanzig noch einmal mehr als acht Prozentpunkte und blieb knapp unter der fünf Prozenthürde.

00:02:53: Anders sieht das bei der AfD aus, sie legte um mehr als einundzwantig Prozentpunkten zu und ist mit achtunddreißig Prozent nun stärkste Kraft.

00:03:02: Auf Platz zwei landete die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig – Sie darf trotzdem hoffen, im Amt zu bleiben!

00:03:09: Für die bisherige Koalition aus SPD und Linken reicht es allerdings nicht mehr.

00:03:14: Möglich wäre nun ein Bündnis mit den Grünen.

00:03:17: Schwesig selbst erklärte das schwächere Abschneiden ihrer Partei unter anderem, mit ihrer Unterstützung für die Ukraine.

00:03:24: Viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern lehnten die finanzielle und militärische Hilfe ab.

00:03:29: Und wir alle, die hier in MV Leben arbeiten und vor allem Wahlkampf gemacht haben wissen... Das war Trotz ihres Wahlevolks hat die AfD, anders als in Sachsen-Anhalt keine Aussicht zu regieren.

00:03:57: Die übrigen Parteien haben eine Zusammenarbeit

00:03:59: ausgeschlossen.".

00:04:09: Ein Desaster.

00:04:11: Kaum eine Viertelstunde nach dem Schließen der Wahllokale trat Friedrich Merz in der Berliner CDU-Parteizentrale vor die Kameras.

00:04:19: Der Bundeskanzler versuchte zunächst für seine Partei ein halbwegs durchwachsendes Gesamtbild des Wahljahres, zu zeichnen.

00:04:28: Das ganze Ausmaß des Desasters war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht bekannt.

00:04:33: In Mecklenburg-Vorpommern sah es lange danach aus, als könne die CDU den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.

00:04:39: In Berlin stand dagegen schon fest, dass sie nicht mehr regieren wird.

00:04:43: Mit den verheerenden Ergebnissen dürfte nun auch die Debatte über März als Kanzler und CDU-Chef weiter an Fahrt aufnehmen.

00:04:50: Er selbst will jedenfalls nicht hinwerfen.

00:04:53: Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld – ich werde das aufbringen!

00:05:00: Als Parteivorsitzende der CDU als Bundeskanzler unseres Landes.

00:05:05: Merz stellte auch klar, dass er mit seiner schwarz-roten Koalition den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen will.

00:05:12: Ob die Partei aber weiterhin hinter ihm steht bleibt abzuwarten.

00:05:20: Heute protestieren Beschäftigte der deutschen Autoindustrie bundesweit gegen den Sparkurs vieler Hersteller.

00:05:26: Die IG Metall hat zu einem Aktionstag aufgerufen.

00:05:29: Bei Herstellern und Zulieferern sind einige Kundgebungen geplant.

00:05:33: Die Gewerkschaft kritisiert mögliche Werkschließungen, längere Arbeitszeiten und die Verlagerung von Produktion.

00:05:40: Bei Volkswagen stehen weiterhin Schließungen im Raum – Mercedes will die Wochenarbeitszeit von thirty-fünf auf vierzig Stunden erhöhen.

00:05:48: Aus Sicht der IG Metall werden damit die falschen Konsequenzen gezogen.

00:05:53: Die Gewerkschaft macht vor allem Managementfehler für die Krise verantwortlich.

00:05:57: Kleine und bezahlbare Modelle seien zu spät auf den Markt gekommen.

00:06:01: Bei Digitalisierung und Batterien habe die Branche wichtige Entwicklungen verschlafen, so der Vorwurf.

00:06:07: Neue Zahlen passen zu diesem Bild.

00:06:09: Wichtigen Studien zur Folge haben BMW Mercedes- und Volkswagen im ersten Halbjahr international weiter an Boden verloren.

00:06:17: Zusammen kamen sie auf gut zweihundertvierundachtzig Milliarden Euro Umsatz.

00:06:21: Das waren zweikommer neun Prozent weniger als im Vorjahr und rund sieben Prozent weniger, als im Rekordjahr zwanzig.

00:06:32: Im Streit um Grünland zeichnet sich eine Einigung ab!

00:06:36: Die USA, Dänemark und GrünLand wollen in dieser Woche ein Abkommen unterzeichnen – es sieht eine deutlich stärkere militärische Präsenz der USA auf der Insel vor….

00:06:45: Gleichzeitig soll die politische Zugehörigkeit Grönlands zum dänischen Königreich unangetastet bleiben.

00:06:52: Dene Marks-Ministerpräsidentin Mette Frederiksen spricht davon, dass man gegenüber Washington standhaft geblieben sei.

00:06:59: Auch Grönlands Regierungschef Jens Frederick Nielsen zeigte sich zufrieden – das Abkommen berücksichtige die Interessen seines Landes und dessen Platz in der internationalen Zusammenarbeit.

00:07:10: US-Präsident Donald Trump wiederum feiert die Vereinbarung als Erfolg.

00:07:14: Sie garantiere den Vereinigten Staaten nach seinen Worten, die dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grünland.

00:07:22: Auch die übrigen NATO-Staaten dürften aufatmen – der monatelange Streit hatte das Bündnis erheblich belastet.

00:07:30: Eine stärkere amerikanische Präsenz auf Grün land liegt zwar auch im europäischen Interesse vor allem mit Blick auf Russland.

00:07:37: Gleichzeitig bleibt die Frage, ob Trumps massive Drohungen dafür überhaupt nötig waren.

00:07:45: Und zum Schluss noch der kurze Ausblick auf das was in dieser Woche wichtig wird!

00:07:50: Außenminister Johann Wadefühl reist nach New York zur UN-Generalversammlung – am Samstag soll er dort für Deutschland sprechen.

00:07:57: Außerdem nimmt er an Beratungen der G-Sieben Außenminister teil und besucht später in der Woche Kanada.

00:08:04: Morgen am Dienstag erscheint ein neues Buch über Prinzessin Diana.

00:08:08: Geschrieben hat es ihr Bruder Charles Spencer, der Verlag kündigt darin auch neue Vorwürfe gegen König-Charles an und dann wird es ernst für den DFB und für Jürgen Klopp.

00:08:18: Am Donnerstag bestreitet die deutsche Nationalmannschaft unter ihm ihr erstes Nations League Spiel gegen die Niederlande – am Sonntag folgt die Partie gegen Griechenland.

00:08:27: Außerdem legen die führenden Wirtschaftsinstitute am Donnerstag ihre neue Konjunkturpognose vor Und am Samstag berät der DOSB darüber, mit welcher deutschen Stadt man sich um die olympischen Spiele bewerben will.

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