Wie geht es weiter in Venezuela? • Stromausfall in Berlin • Deutschland gibt die rote Laterne ab

Shownotes

Wie geht es weiter in Venezuela?
Die Interimspräsidentin Rodríguez lädt die US-Regierung ein, an einer Kooperationsagenda mitzuwirken. Donald Trump spricht davon, dass die USA nun die Führung in Venezuela übernommen hätten.
Machtpolitisch verständlich, völkerrechtlich fatal
Putin musste tatenlos zusehen
Alle Entwicklungen im Liveblog

UN-Sicherheitsrat berät über Angriff in Venezuela
Etliche Länder kritisieren das Vorgehen der USA in Venezuela. Die europäischen Regierungschefs sind vorsichtiger.

Tausende Haushalte in Berlin ohne Strom
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner geht von einem linksextremen Anschlag aus. Die Reparaturen könnten bis Donnerstag dauern. Licht ist plötzlich Luxus

Deutschland gibt die rote Laterne ab
Deutschland bremst nicht mehr, sondern stützt Europas Konjunktur. Dem Euroraum insgesamt steht ein schwieriges Jahr bevor.

Das wird diese Woche wichtig
Der AfD-Politiker Halemba steht vor Gericht und in der Bundesliga endet die Winterpause.



Eine Produktion von ella Verlag und Medien GmbH für F.A.Z.
Host: Niklas Hoth
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Transkript anzeigen

00:00:00: Und da sind wir wieder, einen schönen guten Morgen und ein gutes neues Jahr für Sie vom gesamten Team.

00:00:04: Nach unserer kleinen Weihnachtspause melden wir uns ab sofort jeden Morgen zurück mit den wichtigsten Nachrichten am Morgen.

00:00:10: Der Kalender zeigt Montag an.

00:00:12: Es ist der fünfte Januar, zw.

00:00:13: Jahrzehnte.

00:00:15: Und wir fragen uns, wie geht es weiter in Venezuela?

00:00:18: In Berlin warten Zehntausende Haushalte auf Strom und Deutschland gibt in Sachen Konjunktur die rote Laterne ab.

00:00:25: Das sind nur drei unserer Themen, auf die wir gleich ausführlich schauen.

00:00:28: Zuvor, wie sie das von uns gewohnt sind, noch die Nachrichten der Nacht in Kürze.

00:00:32: US-Präsident Donald Trump kann sich auch einen Militäreinsatz gegen die Regierung Kolumbiens vorstellen.

00:00:38: Eine auf die kolumbianische Regierung ausgerichtete Militäroperation klinge gut für ihn, hat Trump in der Nacht gesagt.

00:00:45: Nach dem Angriff der USA in Venezuela hat Nordkorea nach eigenen Angaben Hyperschallraketen getestet.

00:00:52: Die Raketenstaats hätten am Sonntag stattgefunden, um die militärische Einsatzfähigkeit zur Kriegsabstreckung zu prüfen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur.

00:01:02: Und nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Cromontana, haben die Behörden inzwischen alle vierzig Toten identifizieren können.

00:01:09: Unter den Toten befinden sich einundzwanzig Schweizerinnen und Schweizer, neun Franzosen, sechs Italiener, eine Belgierin, eine Portugiesin, ein Rumäne und ein Türke.

00:01:20: Die Redaktion bei der FAZ heute Morgen hat Patrick Schlierett.

00:01:23: Ich heiße Niklas Hoth.

00:01:25: Kommen Sie gut in den Tag mit uns.

00:01:32: Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Überganggewähr leisten können.

00:01:38: Wir wollen nicht, dass jemand an die Macht kommt und wir haben die gleiche Situation wie die lange Periode der letzten

00:01:44: Jahre."

00:01:48: Sagt US-Präsident Trump am Samstagabend nach dem US-Spezialkräfte, den venezolanischen Machthaber Maduro festgenommen und außer Landes gebracht haben.

00:01:57: Mittlerweile ist in Venezuela die bisherige Vizepräsidentin Rodríguez zur Interim-Staatschefin ernannt worden.

00:02:04: Das venezuelanische Militär hat sich hinter sie gestellt.

00:02:07: Am Abendortszeit hat sie ihre erste Kabinettssitzung einberufen.

00:02:11: Gleichzeitig behauptet Trump heute Nacht am Bord der Air Force One.

00:02:15: Die USA hätten nun die Führung in Venezuela übernommen.

00:02:18: Zitat Trump, wir verhandeln mit den Leuten, die gerade vereidigt wurden.

00:02:22: Und weiter, fragen Sie mich nicht, wer die Verantwortung trägt, denn ich werde eine Antwort geben, die sehr kontrovers ist.

00:02:28: Es bedeutet, dass wir die Verantwortung tragen.

00:02:31: Das sagt Trump.

00:02:32: Der venezuelanische Außenminister dagegen gibt sich unbeugsam und spricht davon, dass Maduro weiterhin das Staatsoberhaupt sei.

00:02:39: Heute früh gibt es dann auch noch eine Erklärung der neuen Präsidentin Rodríguez auf Social Media.

00:02:44: Zitat, wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Kooperationsagenda mitzuwirken, die auf gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet ist, um ein dauerhaftes gemeinschaftliches Zusammenleben zu stärken.

00:02:58: Das ist der Nachrichtenstand heute früh um fünf Uhr.

00:03:01: Sie merken daran aber, Phyllis ist noch unübersichtlich, noch unklar, eben auch was genau Trump möchte, an wen er die Macht abgeben möchte.

00:03:09: Einer Zusammenarbeit mit der venezolanischen Opposition hat er eine Absage erteilt.

00:03:14: Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado, die als einflussreiche Oppositionsführerin gilt, habe weder die Unterstützung noch den Respekt innerhalb des Landes, sagt Trump.

00:03:25: Für den Fall, dass sich das Regime nicht fügt, hat Trump bei der Pressekonferenz am Samstag mit weiteren Angriffen gedroht.

00:03:31: Und er denkt, das haben wir schon eingangs in den Nachrichten aus der Nacht gehört, offen auch über einen Angriff auf Kolumbien nach und hat in der Nacht außerdem erneut gesagt, dass er Grönland brauche für die US-Sicherheit.

00:03:43: Über die aktuellsten Entwicklungen, auch nachdem dieser Podcast veröffentlicht ist, halten wir sie laufend auf FAZ.net auf dem Stand.

00:03:51: Dort gibt es einen Live-Blog, den wir Ihnen auch in den Shownotes zu dieser Folge verlinken.

00:03:57: Maduro soll heute dann das erste Mal in New York einem Richter vorgeführt werden, um achtzehn Uhr deutscher Zeit.

00:04:03: Die Anklage wirft ihm und seiner Ehefrau unter anderem Geldwäsche, Drogenhandel und Waffenbesitz vor.

00:04:09: Und auch das schwingt bei Trump seit der Militäraktion am Samstag mit der Wiederaufbau der brachliegenden venezolanischen Ölwirtschaft durch US-Konzerne.

00:04:18: Soll auch Trump jetzt eine der Prioritäten sein.

00:04:23: Wie reagiert die internationale Gemeinschaft auf den US-Angriff auf Venezuela?

00:04:28: Heute wird der UN-Sicherheitsrat darüber beraten.

00:04:31: Kolumbien hat das Treffen mit Unterstützung von Russland und China beantragt.

00:04:35: Die russische Regierung gehört zu den wichtigsten Unterstützern des venezolanischen Regimes.

00:04:39: Sie spricht von einem Ax der bewaffneten Aggression.

00:04:43: China fordert die Freilassung von Maduro und dessen Ehefrau und spricht von einer eindeutigen Verletzung des Völkerrechts.

00:04:49: Auch aus etlichen lateinamerikanischen Ländern kam Kritik.

00:04:53: UN-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnete das Vorgehen der USA als gefährlichen Präzedenzfall.

00:05:00: Vorsichtiger haben sich europäische Regierungschefs geäußert.

00:05:03: Bundeskanzler Merz hat auf X geschrieben, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei komplex.

00:05:09: Dafür wollte die Bundesregierung sich Zeit nehmen.

00:05:12: Maduro habe sein Land ins Verderben geführt.

00:05:15: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert sich ähnlich.

00:05:18: Venezuela könne sich freuen, von der Diktatur Madurus befreit worden zu sein.

00:05:23: Trump hat Macron's Statement auf Truth Social weiterverbreitet.

00:05:26: Aus Berlin und Paris war zu hören, Macron und Merz hätten sich abgestimmt.

00:05:31: Die vorsichtigen Statements dürfen auch mit dem Ukraine-Gipfel morgen in Paris zu tun haben.

00:05:35: Außer Vertretern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien soll auch Trump selbst daran teilnehmen und die Europäer müssen den US-Präsidenten bei Laune halten, damit er die Ukraine nicht fallen lässt, ohne dabei ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen, indem sie unterschiedlich deutlich aufs Völkerrecht pochen, je nachdem Wer dagegen verstößt?

00:05:53: Der ukrainische Präsident Zelenski.

00:05:55: Nobte Trumps macht Demonstration und spielte auf Putin an.

00:05:59: Wenn man Zitat mit Diktatoren so umgehen könne, dann wüssten die USA, was sie als nächstes tun müssen.

00:06:08: Mein schweren Anschlag auf unsere kritische Infrastruktur lebt.

00:06:14: Auf unser Stromnetz.

00:06:16: Zum Wiederholten Male muss man sagen.

00:06:19: Darüber werden wir zu reden haben, wie wir das zukünftig noch besser schützen können.

00:06:24: Ich kann Ihnen aber sagen, dass wir jetzt erst mal mit Hochdruck daran arbeiten, die Menschen bestmöglich zu versorgen.

00:06:31: Sagt Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.

00:06:34: Seit Samstagmorgen sitzen Zehntausende Berlinerinnen und Berliner im Dunkeln.

00:06:38: Da wurden mehrere Brandsätze an einer Kabelbrücke über den Telto-Kanal gezündet.

00:06:42: Dann ist in rund vierzigtausend Haushalten und bei mehr als zweitausend Gewerbekunden in Lichterfelde, Nikolas See, Weißensee und Zählendorf der Strom ausgefallen.

00:06:52: Bis gestern Nachmittag konnte in etwa zehntausend Haushalten die Stromversorgung wiederhergestellt werden.

00:06:57: Bei den übrigen, thirty-thausend Haushalten könnte es deutlich länger dauern, weil ein Ersatz für die fünf beschädigten Hochspannungsleitungen erforderlich ist.

00:07:05: Dafür sind Erdbohrungen notwendig, für die erst mal die frostige Erde aufgewärmt werden muss.

00:07:10: Der Senat geht davon aus, dass der Strom für die Betroffenen erst Donnerstagnachmittag zurückkommen wird.

00:07:15: In den betroffenen Stadtteilen sind Notunterkünfte eingerichtet, die Bundeswehr soll mit Suppenküchen helfen und die Polizeifährtstreife um Einbrüche zu verhindern.

00:07:23: Wer steckt dahinter?

00:07:24: Es gibt ein Bekennerschreiben der Linksextremen Vulkangruppe, das von den Behörden als authentisch eingestuft wird.

00:07:30: Es ist inakzeptabel, dass hier offenkundig Linksextreme erneut unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden.

00:07:40: Sie gefährden ältere Menschen, sie gefährden Kinder, Familien.

00:07:44: Hier geht es um Menschenleben, gerade bei Beatmungspatienten in den Krankenhäusern.

00:07:48: Wir können das alles gewährleisten, dass die Stromversorgung in den Krankenhäusern da ist.

00:07:53: Aber man gefährdet hier Menschenleben, das ist inakzeptabel.

00:07:57: Und deswegen werden wir auch alles dran setzen, den Verhandlungsdruck hochzuhalten, um diese offenkundig Linksextremisten dann auch zur Rechenschaft

00:08:06: zu ziehen.

00:08:06: Die Vulkangruppe hat sich schon in den vergangenen Jahren zu mehreren Anschlägen auf Stromkabel bekannt, allerdings mit geringeren Folgen als diesmal.

00:08:16: Wenn es so kommt, wie die Volkswirte von Finanzinstituten in der regulären Umfrage des Nachrichtendienstes Bloomberg erwarten, dann übernimmt Italien im Wachstumsvergleich der großen Euro-Staaten in diesem Jahr wieder die rote Laterne von Deutschland.

00:08:30: Hierzulande soll es aufwärts gehen, von Null, drei Prozent auf einen Prozent, damit Zöge Deutschland mit Frankreich gleich und Läge nur knapp unter dem erwarteten Wachstum im Euro-Raum von eins, zwei Prozent.

00:08:42: Erstmals seit Jahrzehnte soll Deutschland die Euro-Wirtschaft dann nach diesen Prognosen nicht mehr bremsen, sondern stützen.

00:08:49: Der Schulden finanzierte fiskalische Stimmolos für Verteidigung und Infrastruktur wird demnach nicht nur die deutsche Wirtschaft zeitweise aus dem Sumpf ziehen, sondern auch der Euro-Wirtschaft helfen.

00:09:00: Weitere fiskalische Impulse werden durch Ausschüttungen an Euro-Staaten aus dem Next-Generation-Programm der EU erwartet, wobei die Höhe der Schulden finanzierten Stimuli ungewiss bleibt.

00:09:11: Im Euro-Raum selbst wird sich das Wachstum von ¼ auf ¼ Prozent abschwächen, weil Spanien und die Niederlande deutlich an Schwung verlieren.

00:09:19: Außenwirtschaftlich steht dem Euro-Raum ein schwieriges Jahr bevor.

00:09:22: Die Zollerhöhungen des US-Präsidenten Trump könnten erst dieses Jahr die volle Wirkung entfalten.

00:09:28: Hinzu kommt die Konkurrenz chinesischer Unternehmen auf Drittmärkten sowie das Risiko einer weiteren Eskalation im Ukrainekrieg.

00:09:36: Und zum Abschluss schauen wir wie üblich Montags noch kurz darauf, was diese Woche noch wichtig wird.

00:09:42: Von Mittwoch an muss sich der AfD-Politiker Daniel Hallemba vor dem Amtsgericht Würzburg verantworten.

00:09:48: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung vor, zudem geht es um Geldwäsche, Sachbeschädigung, Nötigung und Versuchtenötigung.

00:09:55: Hallemba soll auf seiner Geburtstagsfeier das Lied Wacht an der Spree der Neonazi-Band Lanza abgespielt haben.

00:10:01: Der Beschuldigte sagt, er sei zur fraglichen Zeit bei der Feier nicht anwesend gewesen.

00:10:06: Eintracht Frankfurt empfängt am Freitag Borussia Dortmund und eröffnet damit das Bundesliga-Jahr.

00:10:13: Der BVB muss gewinnen, wenn er noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft bewahren will.

00:10:17: Vor dem sechzehnten Spieltag haben die Bayern schon neun Punkte Vorsprung an der Spitze der Tabelle.

00:10:22: Am Sonntag spielt der Rekordmeister dann gegen den VfL Wolfsburg, der nur knapp über den Abstiegsplätzen steht.

00:10:29: Und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird heute siebzig Jahre alt.

00:10:32: Im Frühjahr kommenden Jahres endet dann seine zweite Amtszeit.

00:10:36: Eine weitere sieht das Grundgesetz nicht vor.

00:10:38: Die Debatte um seine Nachfolge dürfte also bald beginnen.

00:10:41: In den Koalitionsparteien Union und SPD gibt es den Wunsch nach der ersten Frau im höchsten Staatsamt.

00:10:49: Das war's für heute von uns.

00:10:50: Auf FAZ.net informieren wir Sie laufend weiter und heute Nachmittag dann auch wieder auf dem Audioweg im Podcast für Deutschland.

00:10:58: Wir sind dann morgen früh wieder für Sie da.

00:11:00: Bis dahin einen erfolgreichen Montag.

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