US-Pläne zur Steuerung des Ölverkaufs aus Venezuela • Aufarbeitung Berliner Blackout • Winterwetter bremst Bahn aus
Shownotes
USA kontrollieren venezolanischen Ölverkauf
Die US-Regierung will „auf unbestimmte Zeit“ den Verkauf des venezolanischen Öls kontrollieren. Dafür lockern die USA Sanktionen.
USA kündigen Gespräch mit Dänen über Grönland an
Der US-Präsident will schon lange nach Grönland greifen, das offiziell zum Königreich Dänemark gehört. Nach neuen Drohungen soll es nun ein Treffen geben.
Berliner Blackout: Aufarbeitung beginnt
Die Berliner im Blackout-Gebiet atmen auf, sie haben endlich wieder Strom. Die Schulen bleiben allerdings noch bis Montag geschlossen. An der Krisenbewältigung gibt es Kritik.
So kommt Bahnchefin Palla nach 100 Tagen im Amt an
Evelyn Palla leitet seit Oktober die Bahn. Aus der Branche gibt es lobende Worte.
Merz reist zur CSU-Klausur nach Bayern
Der erste große öffentliche Auftritt im Inland in diesem Jahr führt den Kanzler heute ins Kloster Seeon.
„Ein echter Wetterkrimi“ – Bahn warnt vor Einschränkungen
In der Nacht zum Freitag zieht das Sturmtief Elli auf direktem Weg nach Mitteleuropa und bringt Schnee und Glatteis. Bei der Deutschen Bahn gibt es bereits ab heute deutlich Einschränkungen.
Schloss Bellevue wird saniert
Diese Woche ist Frank-Walter Steinmeier 70 geworden. Schon wirft das nächste große Ereignis seine Schatten voraus: Der Bundespräsident muss im Frühjahr mit seinem Büro umziehen.
Eine Produktion von ella Verlag und Medien GmbH für F.A.Z.
Host: Sebastian Auer
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Transkript anzeigen
00:00:00: Guten Morgen und willkommen!
00:00:02: Wie gewohnt gibt's in den nächsten rund zehn Minuten die geballte Nachrichtenoffensive für Ihre Ohren, alles was Sie für Ihren Staat in den Tag wissen müssen, am heutigen Donnerstag, den achten Januar.
00:00:14: Wir sprechen unter anderem darüber, die US-Pläne zur Steuerung des Ölverkaufs aus Venezuela schreiten voran, nach dem Berliner Blackout beginnt die Aufarbeitung und das Winterwetter bremst die Bahn aus.
00:00:28: Zunächst aber in aller Kürze das Wichtigste aus der Nacht.
00:00:34: Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis fallen Schüsse, eine Frau wird getötet.
00:00:41: Die Regierung spricht von Selbstverteidigung.
00:00:43: Der örtliche Bürgermeister sieht das anders.
00:00:46: Die US-Regierung findet, dass sich die Vereinigten Staaten über Gebühr in internationalen Organisationen engagieren.
00:00:53: Trump brot nun einen Rückzug aus zahlreichen Organisationen an.
00:00:58: Und der FC Barcelona schlägt Athletic Bilbao deutlich und zieht in Saudi-Arabien ins Finale des Super Cups ein.
00:01:07: Die Texte hat heute Rebecca Buxain geschrieben.
00:01:10: Ich bin Sebastian Auer.
00:01:16: Die US-Regierung will auf unbestimmte Zeit den Verkauf des Öls aus Venezuela kontrollieren und auch vermarkten, kündigte US-Energieminister Chris Wright gestern an.
00:01:27: Bereits am Dienstag hat US-Präsident Trump angekündigt, Venezuela werde zwischen dreißig und fünfzig Millionen Barrel an sanktioniertem Öl an die USA liefern.
00:01:37: Um den Transport und Verkauf von Rohöl und Ölprodukten des Landes auf den Weltmärkten zu ermöglichen, lockern die USA gezielt Sanktionen gegen Venezuela.
00:01:47: Hierfür stimme man sich mit den weltweit führenden Rohstoffhändlern und wichtigen Bankenapices aus dem US-Energieministerium.
00:01:55: Alle Erlöse sollen zunächst auf Konten unter US-Kontrolle bei international anerkannten Banken fließen.
00:02:02: Die USA gab mal Mittwoch die Beschlagnahmung von zwei Öltankern bekannt, die mit Venezuela in Verbindung stehen sollen.
00:02:09: Trumps Sprecherin sagte,
00:02:12: das Schiff wurde heute Morgen im Nordatlantik auf Anordnung eines US-Bundesgerichts beschlagnahmt.
00:02:17: Es handelt sich um ein Schiff der venezolanischen Schattenflotte, das sanktioniertes Öltransportiert hat.
00:02:23: Unter diesen Präsidenten werden die USA das nicht tolerieren.
00:02:27: Zudem bestätigte das weiße Haus, dass es morgen ein Treffen mit US-Ölmanagern geben soll.
00:02:32: Dabei soll es um Möglichkeiten für Investitionen in Venezuela gehen.
00:02:39: Nachdem neue Drohungen aus dem Weißen Haus Grönland zu neuen Sorgen veranlasst hatte, signalisieren die USA nun Gesprächsbereitschaft.
00:02:48: US-Ausminister Rubio kündigte gestern Abend ein Treffen mit Vertretern Dänemarks an, um über Grönland zu sprechen.
00:02:56: Auf eine Frage, ob damit ein militärisches Vorgehen vom Tisch sei, wollte er sich vor Journalisten nicht äußern.
00:03:02: Wo und wann genau das Treffen stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.
00:03:07: Dänemark und Grönland hatten um ein Gespräch mit dem US-Ausminister gebeten.
00:03:11: Den Grund zur neuen Sorge hatte Trumps Sprecherin Caroline Livid geliefert.
00:03:17: Der Präsident habe deutlich gemacht, dass der Erwerb Grönlands Vorrang für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten habe, sagte die Sprecherin am Dienstag.
00:03:27: Man diskutiere deshalb über eine Reihe von Optionen.
00:03:30: Der Einsatz des Militärs sei selbstverständlich eine Möglichkeit.
00:03:36: Dänemark ist nach Einschätzung dänischer Sicherheitsfachleute nicht in der Lage, die Insel, die fünfmal so groß ist wie Deutschland, zu verteidigen.
00:03:44: Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark sowie die nordischen Länder hatten sich am Dienstag mit Grönland solidarisiert.
00:03:56: Warum war das Stromnetz in Berlin so verwundbar?
00:04:00: Wie kann kritische Infrastruktur besser geschützt werden?
00:04:04: Und was ist bisher zum Brandanschlag bekannt?
00:04:07: Noch vor Beginn der ersten Sitzungswoche beschäftigen sich, ob Leute der Fraktionen im Innenausschuss sowie weitere Ausschussmitglieder mit dem Anschlag auf das Stromnetz der Teile Berlins bei eisigen Temperaturen tagelang lahmgelegt hatte.
00:04:22: Die Abgeordneten lassen sich vom Bundesinnenministerium über den Stand der Dinge unterrichten, wie es aus der Grünen Fraktion hieß.
00:04:29: Als Konsequenz aus dem längsten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Hauptstadt hat der Berliner Senat angekündigt, künftig neuralgische Punkte stärker per Video überwachen zu lassen.
00:04:40: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.
00:04:43: Wir haben gesagt, drei Viertel ist mit Videoüberwachung, mit Videoschutzmaßnahmen ausgestattet.
00:04:51: Wir wollen sehr schnell auf hundert Prozent kommen.
00:04:55: Das rote Kreuz, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und weitere Akteure forderten eine bessere Vorbereitung auf Krisenfälle und beklagten fehlende Investitionen des Bundes in den Bevölkerungsschutz.
00:05:07: Deutliche Kritik kommt auch von Manuel Attuck, Fachmann für kritische Infrastruktur.
00:05:13: Er bemängelt gegenüber der FAZ, das aus vergangenen Vorfällen nichts gelernt worden sei.
00:05:19: Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen.
00:05:22: Die sogenannte Vulkangruppe, die sich zu dem Anschlag in einem als authentisch eingestuften Schreiben bekennt, sei den Ermittlern seit Längerem bekannt.
00:05:33: Es gibt weiterhin viel zu tun bei der Bahn.
00:05:36: Das letzte Quartal des vergangenen Jahres war im Fernverkehr das unpünktlichste des ganzen Jahres.
00:05:43: Bahnchefin Evelyn Palla bekräftigt.
00:05:47: Das Jahr des Umbaus.
00:05:49: Bevor das überalterte, überlastete Netz nach jahrelanger Arbeit saniert sei, gehe es nun erstmal darum, die Pünktlichkeit zu stabilisieren und die Talsole zu erreichen, sagte Palla.
00:06:01: Sofortprogramme für mehr Sauberkeit und Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen sowie für bessere Kundeninformationen sollen kurzfristig Besserung bringen.
00:06:10: Palla kommt mit ihrem Kurs in der Branche gut an.
00:06:13: Sie habe gezeigt, dass sie keine Zeit verliere bei der Neuaufstellung des Konzerns, teilte der Geschäftsführer des Interessenverbandes Allianz pro Schiene mit.
00:06:23: Bundesverkehrsminister Schneider sagte, Palla sei die ersten Schritte seiner Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene entschlossen angegangen.
00:06:33: Bei der Bahn stehen von heute an die ersten Tarifgespräche ohne den früheren GDL-Chef Wieselski an.
00:06:39: Der neue Verhandlungsführer ist Mario Reis.
00:06:42: Ob er ebenso kämpferisch auftreten wird wie sein Vorgänger?
00:06:46: Die GDL fordert unter anderem bis zu acht Prozent mehr Geld.
00:06:50: Warnstreiks sind allerdings bis einschließlich Februar nicht möglich.
00:06:57: Zum Abschluss der dreitägigen Klausurtagung der CSU im Kloster Seon wird heute Kanzler Merz an den Beratungen teilnehmen.
00:07:05: Für Merz ist es der erste Besuch in Seon nach seiner Wahl zum Regierungschef.
00:07:09: Bereits vor Beginn der Klausurtagung waren verschiedene Beschlussvorlagen bekannt geworden, etwa die Forderung nach einer Abschiebung der meisten syrischen Flüchtlinge.
00:07:18: CSU-Chef Markus Söder war auf der Klausurtagung erwartungsgemäß voll des Lobes für die Arbeit seiner Partei in der Bundesregierung.
00:07:37: Zwischen Union und SPD bahnt sich derweil neuer Streit an, um die Wirtschaft anzukurbeln wollen CDU und CSU eine Senkung von Unternehmenssteuern vorziehen.
00:07:48: Die SPD plant hingegen höhere Abgaben auf große Erbschaften.
00:07:52: Die CSU will hingegen Freibeträge bei der Erbschaftsteuer deutlich anheben und die Steuer regionalisieren, heißt es in Positionspapier, das heute beschlossen werden soll.
00:08:05: Und wir müssen auch aufs Wetter gucken.
00:08:07: Da kommt einiges auf Deutschland zu.
00:08:10: Im Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein könnten morgen verbreitet um die zehn oder regional bis zu zwanzig Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.
00:08:20: Im Süden und Westen warnt der Deutsche Wetterdienst vor gefrierenem Regen und glatte Eis.
00:08:25: Die Deutsche Bahn drosselt bereits ab heute.
00:08:27: Vorsorglich die Geschwindigkeit von Fernzügen auf einigen Schnellfahrstrecken.
00:08:31: Verspätungen sind die Folge.
00:08:33: Wer sich bereits sein Ticket für heute, morgen oder Samstag gekauft hat, kann dies laut Bahn auch an einem späteren Tag verwenden, die Zugbindung sei aufgehoben.
00:08:44: Und wer sich auch auf glatten Straßen aufs Rad wagt, dem Rät der ADFC etwas Luft aus den Reifen zu lassen, bei Glätte sorge geringerer Luftdruck im Reifen für mehr Haftung.
00:08:55: Und wenn Radwege nicht geräumt sein, sei es häufig sicherer und auch erlaubt, auf die Fahrbahn auszuweichen.
00:09:04: Und Schloss Bellevue sowie das Bundespräsidialamt müssen grundlegend saniert werden.
00:09:10: Die Liste der Mängel ist lang.
00:09:12: So ist etwa das Dach und Dicht.
00:09:13: Die Fenster sind nicht einbruchs- und schusssicher.
00:09:17: Alle technischen Anlagen wird verlüftungsanitärer, Beleuchtung, Informations- und Medientechnik und Trinkwasserversorgung sollen erneuert werden.
00:09:25: Im Bundespräsidialamt muss vor allem beim Brandschutz nachgebessert werden.
00:09:30: Im März sollen der Bundespräsident und seine Zweiundundzwanzig Mitarbeiter dann aus ihren Büros in dem siebzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund Neunhundert Umzugskartons soll das beauftragte Umzugsunternehmen bereitstellen.
00:09:59: Unter anderem müssen vierhundert laufende Meter Akten in Hängeregistern und fünfzig Meter Akten in Stehordnern transportiert werden, wie aus der Ausschreibung hervorgeht.
00:10:09: Und die Liste des Geschirrs umfasst unter anderem sixhundertdreiundvierzig Kuchenteller, vierhundertneuen Speiseteller und dreihundertelf Brotteller.
00:10:19: Hinzu kommen zahlreiche Orden, Ehrenzeichen, Möbel und der gesamte Weinkeller.
00:10:25: Sie haben hoffentlich heute einen etwas ruhigeren Tag als die Möbelpacker.
00:10:29: Kommen Sie jetzt auf jeden Fall gut in diesen Donnerstag.
00:10:32: Schön, dass Sie mit uns gestartet sind.
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