Grönland-Gespräche in den USA • Streitthemen bei Schwarz-Rot • Höhere Preise für Nicht-Europäer in Paris

Shownotes

Grönland-Gespräche im Weißen Haus
Donald Trump beharrt darauf, Grönland aus Sicherheitsgründen besitzen zu wollen. Heute treffen der dänische Außenminister Rasmussen und seine grönländische Kollegin Motzfeld in Washington US-Außenminister Rubio – auch Vizepräsident J.D. Vance nimmt teil. Dänemark und Grönland demonstrieren vorab Geschlossenheit und weisen amerikanische Ansprüche klar zurück.

Wie geht es nach dem Blutbad in Iran weiter?
Nach massiven Protesten mit Tausenden Toten verschärft sich die Lage in Iran weiter. Donald Trump fordert die Demonstranten offen zum Weitermachen auf und schließt einen Militäreinsatz nicht aus. Teheran erklärt sich militärisch gerüstet, während westliche Staaten vor einer weiteren Eskalation warnen.

Podcast für Deutschland: Stürzt Trump das Mullah-Regime?

Drohen Frankreich schon bald Neuwahlen?
Die französische Minderheitsregierung muss sich heute erneut Misstrauensvoten stellen – Auslöser ist der Streit um das Mercosur-Abkommen. Zwar gilt ein Sturz als unwahrscheinlich, dennoch laufen bereits Vorbereitungen für mögliche Neuwahlen im März. Landwirte protestieren weiter gegen das Abkommen.

Die wachsende Liste der schwarz-roten Streitthemen
Die SPD fordert eine Reform der Erbschaftsteuer mit höheren Belastungen für große Betriebsvermögen. Union und Wirtschaftsverbände lehnen die Pläne scharf ab und warnen vor Standortschäden. Neben der Steuerfrage schwelen weitere Konflikte zu Rente, Schuldenbremse und Wahlrecht.

„Einer der größten Kriminalfälle in der Geschichte von NRW“
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen mit tausenden geplünderten Schließfächern laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Täter sollen sich ungehindert Zugang verschafft und gezielt den Tresorraum leergeräumt haben. NRW-Innenminister Reul zeigt sich zuversichtlich, den Fall aufzuklären.

Ein neues Zwei-Klassen-System im Pariser Louvre
Nicht-europäische Besucher zahlen im Louvre und weiteren Museen künftig deutlich höhere Eintrittspreise. Die Mehreinnahmen sollen in Sanierungen fließen. Gewerkschaften und Mitarbeiter kritisieren die Regelung scharf und sprechen von einem Bruch mit dem universellen Anspruch der Museen.

Zwei Jungstars und der Abschluss der Bundesliga-Hinrunde
Zum Abschluss der Hinrunde treffen mit Lennart Karl vom FC Bayern und Said El Mala vom 1. FC Köln zwei der größten Talente der Saison aufeinander. Während Bayern die Liga klar anführt, bleibt der Abstiegskampf offen. Anpfiff ist heute Abend um 20.30 Uhr.


Eine Produktion von ella Verlag und Medien GmbH für F.A.Z.
Host: Magdalena Dietz
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Transkript anzeigen

00:00:00: Einen wunderschönen guten Morgen.

00:00:02: Heute ist Mittwoch der vierzehnte Januar.

00:00:04: Und mit uns starten Sie jetzt, wie gewohnt, gut informiert in den Tag.

00:00:09: Und das ist auch schon das Wichtigste für diesen Dienstag.

00:00:12: Die Außenminister von Dänemark und Grönland sind zu Besuch im Weißen Haus.

00:00:16: Frankreichs Regierung muss sich zwei Misstrauensanträgen stellen.

00:00:20: Und im Louvre in Paris zahlen nicht Europäer künftig mehr als Europäer.

00:00:25: Später mehr dazu.

00:00:26: Vorher noch die Meldungen aus der Nacht.

00:00:30: Ein digitales Gewaltschutzgesetz soll mehr Deepfakes strafbar machen.

00:00:35: Denn zu leicht lassen sich sexualisierte Bilder von realen Personen per KI erstellen und verbreiten.

00:00:41: Bundesjustizministerin Hubig will Strafen verschärfen und Plattformen wie Ex mehr in die Pflicht nehmen.

00:00:47: Die US-Bürgerrechtsaktivistin Claudette Colvin ist mit sechsunachtzig Jahren gestorben.

00:00:53: Als Jugendliche war sie in einem südstaaten Bus mutig sitzen geblieben.

00:00:59: Eine von ihr eingereichte Klage veränderte die USA.

00:01:03: Sebastian Reuter hat heute die Redaktion bei der FAZ und ich bin Magdalena Dietz.

00:01:12: US-Präsident Trump will Grünland aus Gründen der Sicherheit besitzen, das hat er ja schon öfter gesagt.

00:01:18: Heute sind die Außenminister von Dänemark und Grünland in Washington zu Gast.

00:01:22: An dem Treffen des dänischen Außenministers Rasmussen und seiner grünländischen Amtskollegin Motsfeld im Weißen Haus mit US-Außenminister Rubio will heute auch der amerikanische Vizepräsident Vance teilnehmen.

00:01:35: Aus dänischer Sicht dürfte das die Zusammenkunft schwieriger machen.

00:01:39: Anders als Rubio hatte Vance zuletzt einen deutlich härteren Ton im Ringen um Grünland angeschlagen.

00:01:46: US-Präsident Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt geäußert, Grünland müsse aus Gründen der Sicherheit Teil der USA sein.

00:01:54: Zuletzt sagte er, es gehe darum, Grünland zu besitzen.

00:01:58: Wenn die USA dies nicht täten, würden Russland oder China es eben tun.

00:02:03: Außenminister Wadefuhl rechnet nicht mit einer Militäraktion der USA zu Annexion Grünlands.

00:02:09: Er habe keine Anhaltspunkte dafür, dass das ernsthaft erwogen wird, sagte Wadefuhl nach einem Treffen mit Rubio in Washington.

00:02:17: Es gebe ein gemeinsames Interesse, sich um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, zu kümmern.

00:02:23: Die

00:02:23: Sicherheit im Nordatlantik stärken wie nur, wenn wir im Bündnis weiterhin gemeinsam arbeiten, solidarisch und untereinander geeint.

00:02:32: Deshalb, wenn es um die Angelegenheiten geht, die Grönland und Dänemark betreffen, ist es an Grönland und an Dänemark darüber zu entscheiden.

00:02:42: Grünland und Dänemark sind sich unterdessen einig.

00:02:45: Wenn wir hier und jetzt zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, wählen wir Dänemark, sagte der grünländische Regierungschef Nielsen gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der dänischen Ministerpräsidentin Fredriksen.

00:03:07: Grünland will nicht den USA gehören, nicht von den USA regiert werden und Grünland will auch nicht Teil der USA sein, so Nielsen.

00:03:18: Bei den Protesten in Iran sind tausende Menschen ums Leben gekommen.

00:03:22: US-Präsident Trump fordert die Demonstranten auf, weiter auf die Straße zu gehen.

00:03:27: In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Iranische Patrioten protestiert weiter, übernehmt eure Institutionen.

00:03:35: Er habe alle Treffen mit iranischen Vertretern abgesagt, bis das sinnlose Töten aufhöre.

00:03:41: Hilfe ist auf dem Weg, schrieb er an die Iraner, gerichtet.

00:03:44: Über eine mögliche militärische Intervention in Iran hatte seine Sprecherin zuvor gesagt, Diplomatie sei immer die erste Option des Präsidenten, jedoch fürchte Trump nicht, das Militär einzusetzen, wenn es nötig sei.

00:03:58: In einer der FZ zugespielten Persischsprachigen Sprachnachricht von einer iranischen Ärztin heißt es, die Lage in Iran sei absolut grauenerregend.

00:04:08: Sie zerschießen die Leute im wahrsten Sinne des Wortes mit Kriegswaffen.

00:04:12: Zuvor hatte ein iranischer Beamter mitgeteilt, dass bei den Protesten etwa zweitausend Menschen ums Leben gekommen sein, darunter auch Sicherheitskräfte.

00:04:20: Ob die Zahl stimmt, ist fraglich.

00:04:23: Einige Schätzungen gehen von mehr als sechstausend Todesopfern aus, teilte etwa die Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights mit.

00:04:31: Schätzungsweise zehntausend Menschen seien außerdem festgenommen worden.

00:04:35: Angesichts des äußerst harten Vorgehens der iranischen Regierungskräfte gegen Demonstranten bestellte das auswärtige Amt den Botschafter des Landes ein.

00:04:44: Unterdessen sieht sich die iranische Führung gerüstet für einen bewaffneten Konflikt mit den USA.

00:04:50: Die militärischen Fähigkeiten seien wiederhergestellt und die Streitkräfte größtenteils wieder aufgebaut, sagte Irans Außenminister.

00:04:58: Die Iraner haben sich auf eine enorme Massenproduktion vorbereitet, sagt auch Fabian Hinz, Fachmann für Raketentechnologie im Gespräch mit der FHZ.

00:05:07: Das könne man anhand von Satellitenfotos sehr gut dokumentieren.

00:05:12: Und auch die USA bereiten sich offenbar bereits auf mögliche Vergeltungsaktionen Tehrans nach einem eigenen Militärschlag vor.

00:05:20: In unserem FAZ-Podcast für Deutschland sprechen wir darüber, ob Trump das Muller-Regime stürzen kann.

00:05:26: Den Link zum Podcast finden Sie in unseren Show-Notes.

00:05:31: In Frankreich wird weiter heftig über das Mercosur-Handelsabkommen der EU gestritten und heute muss sich die Minderheitsregierung abermals zwei Misstrauenswoten stellen.

00:05:40: Heute debattiert die Nationalversammlung darüber.

00:05:43: Eingereicht wurden sie von den Rechtsnationalen um Marine Le Pen und der linkspopulistischen LFI.

00:05:50: Ein Sturz der Regierung gilt zwar als unwahrscheinlich, dennoch hat Premierminister Le Corneux vorsorglich Vorbereitungen für mögliche Neuwahlen im März angeordnet.

00:06:00: Über das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den vier Latein-amerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay wird schon seit deinerzeit neunundneunzig verhandelt.

00:06:12: Die neue Freihandelszone mit mehr als siebenhundert Millionen Einwohnern wäre nach Angaben der EU-Kommission die weltweit größte dieser Art.

00:06:22: In der vergangenen Woche stimmte eine Mehrheit der EU-Staaten für den Deal.

00:06:26: Die Unterzeichnung ist schon für Samstag in Paraguay geplant.

00:06:30: Die LFI wirft Macron und der Regierung vor, sich nicht stark genug gegen das Abkommen aufgelehnt zu haben.

00:06:37: Sowohl die Union als auch die SPD haben einige Wünsche für den Jahr.

00:06:43: Zur Änderung an der Schuldenbremse und Wahlrecht kommt noch die Erbschaftssteuer.

00:06:47: Die SPD fordert eine Reform dieser Steuer, die vor allem die Erben von Betriebsvermögen stärker belasten würde.

00:06:54: Gestern hat die SPD ihr Konzept vorgestellt.

00:06:57: Sieht für jeden Bürger einen lebensfrei Betrag von einer Million Euro vor.

00:07:01: Das Vererben von Unternehmen soll bis zu einem Betrag von fünf Millionen Euro steuerfrei bleiben.

00:07:07: Große Betriebsvermögen sollen dagegen stärker als bislang herangezogen werden.

00:07:11: Die SPD rechnet mit Zusatzeinnahmen im einstelligen Milliardenbereich.

00:07:16: Die jetzige Erbschaftssteuer ist ungerecht, weil diejenigen, die kleine Erbschaften bekommen mehr Steuernzahlen als Milliardenerben, die momentan eben ...

00:07:32: Die Union lehnt die Pläne der SPD dagegen komplett ab.

00:07:35: Es geht darum, den Standort zu stärken, sagt Unionsfraktionschef Spahn.

00:07:40: Dies mache die Debatte über die Erbschaftsteuer nicht.

00:07:42: Sie wird zum falschen Zeitpunkt geführt.

00:07:45: Aus Sicht von CSU-Chef Söder gefährden die SPD-Pläne den Wirtschaftsstandort Deutschland.

00:07:50: Eine solche Steuerreform ist eine Einladung zur Auswanderung.

00:07:54: Ganz einfach.

00:07:55: Als wäre der Streit über die Erbschaftssteuer nicht schon handfest genug, warten auf die schwarz-rote Koalition.

00:08:00: aber noch weitere Probleme.

00:08:02: Gleich mehrere Konflikthemen hatte man im Koalitionsvertrag um Schiff, in dem man sie in Kommissionen ausgelagert hat.

00:08:09: Rente, Schuldenbremse und Wahlrecht sind dabei, nur drei der größten Brocken.

00:08:14: Tausende geplünderte Schließfächer, ein Schaden in Millionenhöhe und zweihundertdreißig ermittelnde Beamte.

00:08:21: Nach dem spektakulierenden Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen glaubt NRW Innenminister Reul an die Aufklärung des Falles.

00:08:28: Wir haben es hier mit einem der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes NRW zu tun, sagte Gelsenkirchens Polizeipräsident.

00:08:35: Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruch Alarm der Bank auszulösen, ist eine zentrale Frage bei den Ermittlungen.

00:08:43: Geprüft werde unter anderem, ob die Alarmanlage ausgeschaltet oder kaputt war oder ob sie überlistet wurde, sagt NRW-Innenminister Reul.

00:08:51: Man denkt, man ist in einem Kinofilm, was Professionalität und Kaltschneuzigkeit angeht, sagte der Minister und fügte hinzu, das Ding klären wir auf.

00:09:01: Unterdessen will ein Anwalt aus Datteln schon kommende Woche Klage gegen die Bank erheben.

00:09:06: Er habe bereits Mandanten vollmachten von etwa einhundertfünfzig geschädigten, so wie etwa genauso viele interessierte, sagte Daniel Kuhlmann der Nachrichtenagentur dpa.

00:09:18: Von heute an zahlen nicht Europäer im Pariser Louvre und fünf weiteren wichtigen französischen Museen mehr Eintritt als Europäer.

00:09:25: Zweiunddreißig Euro pro Person und damit vierundvierzig Prozent mehr als bislang müssen Menschen, die nicht aus der EU sowie Norwegen, Island und Lichtenstein kommen, künftig zahlen, um sich im Louvre die Mona Lisa und andere weltberühmte Kunstwerke anzuschauen.

00:09:39: Die französische Regierung will die Mehreinnahmen in die kostspielige Renovierung des Louvres stecken.

00:09:45: Ebenfalls von der neuen Preispolitik betroffen sind das Schloss Chambord im Loire-Tal, das Schloss Versailles sowie die prunkvollen Pariser Bauten, Conciergeries, Saint-Chapelle und Opera Garnier.

00:09:56: Sowohl in Europa als auch in den USA gibt es keine vergleichbare Zweiklassenpreispolitik in großen Museen.

00:10:02: Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Metropolitan Museum of Art in New York.

00:10:07: Hier können Bewohner des Bundesstaates New York selbst bestimmen, wieviel sie für ihren Eintritt zahlen.

00:10:13: Die neue Strategie kommt bei den Beschäftigten des Louvre und ihren Gewerkschaften nicht gut an.

00:10:18: Seit Mitte Dezember läuft der längste Streik in der Geschichte des Museums.

00:10:22: Am Montag beliebt der Louvre deswegen komplett geschlossen.

00:10:25: Die Gewerkschaft fordert, dass auf die doppelte Bepreisung verzichtet wird.

00:10:31: Leonard Karl und Saïd El-Mala gehören zu den Entdeckungen der aktuellen Bundesliga-Saison.

00:10:36: Zum Abschluss der Hinrunde treffen sie heute Abend aufeinander, wenn der erste FC Köln Bayern München zum Heimspiel begrüßt.

00:10:43: Und jetzt habe ich noch einen Hörtipp für Sie.

00:10:45: Im Podcast für Deutschland schauen wir morgen auf die Lage in den USA nach den tödlichen Schüssen eines Eisbeamten.

00:10:52: Wir fragen den Historiker Thomas Zimmer, ob Trump die USA endgültig in einen Polizeistaat überführt.

00:10:58: Und jetzt wünsche ich Ihnen erst mal einen entspannten Start in diesen Dienstag.

00:11:02: Mein Name ist Magdalena Dietz.

00:11:04: Danke, dass Sie dabei waren.

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